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Forscher entwickeln OP-Saal der Zukunft

Warnemünde Forscher entwickeln OP-Saal der Zukunft

Medizinische Geräte sollen „eine Sprache“ sprechen und herstellerunabhängig miteinander vernetzt werden.

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Martin Kasparick vom Warnemünder Institut für Angewandte Mikroelektronik und Datentechnik der Universität Rostock demonstriert neue Funktionen eines vernetzten Endoskops.

Quelle: Fotos: Iccas, Uni Leipzig, Norbert Hordan

Warnemünde. Wie sieht der OP-Saal der Zukunft aus? Computer statt Skalpell? „Wer das denkt, liegt kurz- und mittelfristig falsch“, sagt Dr. Frank Golatowski vom Warnemünder Institut für Angewandte Mikroelektronik und Datentechnik der Universität Rostock. „Auch hochmodernste Geräte ersetzen künftig nicht den Arzt“, ist sich der Wissenschaftler sicher.

Leuchtturmprojekt

18,5 Millionen Euro umfasst das Budget des Projektes OR.NET. 15 Millionen Euro davon sind Bundesmittel. Das Projekt ist ein interdisziplinäres Konsortium, bestehend aus 50 Projektpartnern und 20 assoziierten Partnern, zu denen unter anderem wissenschaftliche Einrichtungen gehören. Ziel ist die sichere Vernetzung in Operationssaal und Klinik.

Der 52-Jährige und sein 30-jähriger Forscherkollege Martin Kasparick sind allerdings fest davon überzeugt, dass durch die intelligente Vernetzung medizinischer Geräte die Patientensicherheit im OP weiter erheblich erhöht werden kann – gerade bei älteren Menschen. Die Experten haben maßgeblich am vom Bundesforschungsministerium geförderten Leuchtturm-Projekt OR.NET mit Industriepartnern mitgewirkt, das den Grundstein für den vernetzten OP-Saal der Zukunft gelegt hat. Hier sollen die medizinischen Geräte eine „gemeinsame Sprache“ sprechen. Derzeit besteht der OP aus Insellösungen einzelner Hersteller. Ein Datenaustausch zwischen der Technik ist nicht oder nur schwer möglich. Daher: herstellerunabhängige Vernetzung.

Golatowski erklärt: „Der Datenaustausch zwischen Medizingeräten untereinander und mit den vielfältigen Krankhausinformationssystemen muss weiter standardisiert und umgesetzt werden.“ Der Gesetzgeber solle die Verwendung dieser Standards innerhalb einer Einrichtung und damit auch für alle Fachabteilungen in der Klinik fördern und fordern. Martin Kasparick macht deutlich, dass die Geräte kommunizieren müssten, sich selbst beschreiben können und ihren Zustand mitteilen.

Um diesem Ziel näher zu kommen, haben Wissenschaftler und Praktiker aus der Industrie in diesem Forschungsprojekt neue Konzepte für die herstellerübergreifende Kommunikation von Medizingeräten entwickelt, implementiert und vielversprechende Standards verfasst. Diese Standards werden jetzt international bewertet und verabschiedet.

Die Rostocker Wissenschaftler halten ihre Vision für das Modell der Zukunft. Denn: Der Arzt werde im vernetzten OP der Zukunft nicht mehr durch die Technik mit ihren verschiedenen Systemen abgelenkt.

So wird auch der Stresspegel im OP-Ablauf sinken. Und: Der Operateur wird die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt erhalten, so dass er unkompliziert dort eingreifen kann, wo es gerade nötig ist, beispielsweise am Handgriff eines Endoskops oder auch einem zentralen Bedienmonitor.

Professor Christian Schmidt, Ärztlicher Vorstand der Unimedizin Rostock, verfolgt als externer Fachmann die Entwicklung zum OP-Saal der Zukunft mit größtem Interesse. Auch der Mediziner ist sich bewusst, dass hier einheitliche Schnittstellen zwischen den Medizingeräten untereinander und der Krankhaus-IT geschaffen werden müssen: „Die Prozesse werden beschleunigt, Ressourcen lassen sich besser planen, Wechselzeiten werden kürzer – und die Patientensicherheit verbessert sich“, so Schmidt. Zurzeit fragten viele Beteiligte an verschiedenen Stellen häufig gleiche Daten vom Patienten ab – die Pflege, die Anästhesie, der Arzt, die Diätassistentin.

Das große Forschungsprojekt OR.NET ist inzwischen nach mehr als drei Jahren abgeschlossen, Folgeprojekte sind bereits angedacht.

Wolfgang Thiel

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