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Forstamt steckt die Rostocker Heide an

HINRICHSHAGEN Forstamt steckt die Rostocker Heide an

Flammen in der Waldlichtung Rosenort zwischen Hinrichshagen und Torfbrücke: Fünf Hektar — eine Fläche so groß wie umgerechnet sieben Fußballfelder — sind gestern innerhalb weniger Stunden abgebrannt.

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Profi Martin Simdorn hält das Feuer unter Kontrolle.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Hinrichshagen. Flammen in der Waldlichtung Rosenort zwischen Hinrichshagen und Torfbrücke: Fünf Hektar — eine Fläche so groß wie umgerechnet sieben Fußballfelder — sind gestern innerhalb weniger Stunden abgebrannt. Aber: Diese Aktion war geplant und lief kontrolliert ab — unter der Aufsicht von Stadtforstamt und Feuerwehr.

OZ-Bild

Flammen in der Waldlichtung Rosenort zwischen Hinrichshagen und Torfbrücke: Fünf Hektar — eine Fläche so groß wie umgerechnet sieben Fußballfelder — sind gestern innerhalb weniger Stunden abgebrannt.

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Das ist das erste Gewächs, das sich nach ei- nem Brand wie- der ansiedelt.“Angelika Stoll, Forstamt

Grund dieser aufwendigen Operation ist die Zwergstrauchheide, die hier wächst und geschützt werden muss. Denn laut Paragraf 30 des Bundesnaturschutzgesetzes müssen solche Biotope dauerhaft geschützt werden. Da sich mit der Zeit kleine Kiefernbäume sowie Gräser und Ginstersträucher ansiedeln und somit das Wachstum der Heide verhindern, finden solche Aktionen alle zehn Jahre statt.

Für die Mitarbeiter der Firma Dienstleistungen im Brand- und Katastrophenfall (Dibuka) ist es schon der zweite Termin. Bereits vor zwei Wochen wollten sie mit der Arbeit beginnen. „Luftfeuchtigkeit spielt für diese Aktion eine große Rolle. Zu diesem Zeitpunkt lag sie bei 70 Prozent, also viel zu hoch. Jetzt sind es 56“, sagt Angelika Stoll, Sachbearbeiterin Naturschutz.

Damit die Flammen nicht auf den angrenzenden Wald übergreifen, wurden gestern im ersten Schritt die Randbereiche kontrolliert abgebrannt. Und dadurch der Waldbrandschutzstreifen um 20 Meter vergrößert. Mit dem Verbrennen in Windrichtung folgte der Rest. Bis in die Abendstunden waren die Helfer damit beschäftigt. „Die größte Hürde waren dabei die Flächen, auf denen der Ginster wächst. Da diese Pflanzen Öle enthalten, schlagen hier die Flammen höher“, sagt sie.

Es hätte noch zwei andere Möglichkeiten gegeben, die Fläche zu bearbeiten. Mit dem sogenannten Abplaggen hätte man die dicht bewurzelte oberste Bodenschicht abschälen können. „Allerdings ist diese Methode sehr zeit- und kostenintensiv“, so Angelika Stoll. Auch hätten Schafe wie in der Lüneburger Heide zum Einsatz kommen können. Da ihnen nachgesagt wird, schreckhaft zu sein, wenn sie auf andere Tiere treffen, wurde darauf verzichtet.

Das verbrannte Material soll nun als Dünger für die Heide wirken. „Das ist das erste Gewächs, das sich nach einem Brand wieder ansiedelt“, so Stoll. Spätestens im Frühjahr 2017 soll es wieder blühen. Nach dem kontrollierten Abbrennen würden sich auch wieder einige Tierarten, wie Blindschleiche und Ringelnatter, ansiedeln. Die Zwergstrauchheide konnte sich auf diesem Gebiet erst ansiedeln, nachdem das Militär dort tätig war. Die freie Fläche inmitten des Waldgebietes gehörte früher zum Gebiet der Volksarmee.

„Für die Soldaten der Volksmarine war hier der Schießplatz“, sagt Forstamtsleiter Jörg Harmuth. Die Hansestadt hat sich Mitte der 1990er Jahre die Fläche wiedergeholt. Zwischen 1994 und 1998 wurden alle militärischen Anlagen, darunter Kasernen, Schießanlagen und -türme sowie Bunker, in diesem Waldgebiet und weitere etwa in Hinrichshagen, Wiethagen und Schwarzenpfost entfernt. Seitdem wächst und gedeiht dort die Zwergstrauchheide.

Von Mathias Otto

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