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Freies Internet für ganz Rostock

Stadtmitte Freies Internet für ganz Rostock

Die Hansestadt will die Zahl der kostenlosen Internet-Hotspots deutlich ausbauen. Das Rathaus plant mit bis zu 50 neuen Netzen. Die Linke mahnt zur Eile: Noch zahlt die EU.

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Schülerin Lisa Behr freut sich über das freie Wlan auf dem Neuen Markt. Rund 200 Menschen nutzen das kostenfreie Angebot der Hansestadt bisher pro Tag – Tendenz stark steigend.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Stadtmitte. Für immer mehr Menschen ist das Internet unverzichtbar – selbst unterwegs, beim Einkaufsbummel in der Innenstadt. Rostock will darauf reagieren und flächendeckend kostenlose Zugänge zum „World Wide Web“ anbieten. Die Linke in der Bürgerschaft fordert, dass die Hansestadt an allen öffentlichen Plätzen und den wichtigsten Fußgängerzonen so genannte Wlan-Hotspots einrichtet. Über diese Knotenpunkte können sich Nutzer mit Notebooks, Handys oder auch tragbaren Tablet-Computern ins Internet einwählen. Bezahlen soll das Ganze die Europäische Union. Aus dem Rathaus heißt es dazu: „Ein Ausbau des öffentlichen Wlan-Netzes ist längst in Planung“, so Stadtsprecher Ulrich Kunze.

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Die Hansestadt will die Zahl der kostenlosen Internet-Hotspots deutlich ausbauen. Das Rathaus plant mit bis zu 50 neuen Netzen. Die Linke mahnt zur Eile: Noch zahlt die EU.

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Rostock hat Nachholbedarf

Was das Thema „kostenfreies Wlan“ angeht, ist Rostock bislang noch Entwicklungsland. So sieht es jedenfalls Eva-Maria Kröger, Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Linken in der Hansestadt. Vor einigen Jahren sei sie privat in Georgien unterwegs gewesen. Doch selbst in dem nicht unbedingt als Hochtechnologie-Land bekannten Staat am Kaukasus sei kostenfreies Internet via Wlan auf nahezu allen größeren Plätzen verfügbar gewesen. „Da haben wir in Rostock noch gewaltigen Nachholbedarf. Wir brauchen mehr Hotspots“, so Kröger.

Denn die Hansestadt selbst betreibt bislang einen einzigen öffentlichen Internet-Hotspot. „Seit drei Jahren ermöglichen wir allen Rostockern und allen Gästen den kostenlosen Internet-Zugang auf dem Neuen Markt“, sagt Stadtsprecher Kunze. Rund 200 Nutzer pro Tag würden sich im Schnitt hier ins Internet einwählen – Tendenz leicht steigend. Drei weitere Knotenpunkte würden von der Tourismuszentrale und der Stadtbibliothek betrieben. „Wir wissen, dass das nicht ausreichend ist.“ Bis Mitte 2017 will das Amt für Stadtplanung nun ein Konzept vorlegen, wo weitere Hotspots eingerichtet werden sollen – und was das Ganze kosten wird. Der Wlan-Knoten am Neuen Markt habe einmalig rund 1500 Euro gekostet. „Hinzu kommen monatliche Kosten von rund 60 bis 80 Euro“, erklärt Kunze.

50 neue Standorte geplant

Bislang plane die Stadt mit zusätzlichen Internet-Sendern an rund 50 Standorten entlang der Kröpeliner Straße, aber auch am Stadthafen, am Hauptbahnhof und am Alten Strom in Warnemünde. „Wir wollen das Netz an allen Orten aufbauen, an denen sich viele Besucher aufhalten“, sagt Kunze. Das würde geschätzte 65 000 Euro kosten. „Wir verstehen das Angebot des kostenfreien Internets auch als Geste der Gastfreundschaft.“ Die große Anzahl an Sende-Anlagen sei notwendig, da die Wlan-Technik immer nur in Sichtreichweite funktioniere. „Allein für die Kröpeliner Straße bräuchten wir um die zehn Anlagen.“

Firmen sollen sich beteiligen

Um die Kosten für den Stadthaushalt zu minimieren, prüft die Stadt derzeit Kooperationen mit Unternehmen. „Und natürlich reden wir auch intensiv mit der Opennet-Initiative in Rostock“, so Kunze.

Der gemeinnützige Verein mit rund 200 Mitgliedern hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst allen Rostockern den Zugang zu den Informationen und zum Wissen im weltweiten Computer-Netz zu ermöglichen.

„Sobald der Ausbau-Plan steht, lässt sich der Aufbau des Netzes auch sehr schnell umsetzen“, kündigt Kunze an.

Die Linke um Eva-Maria Kröger hört das mit Interesse: „Mein Mann und ich machen selbst gern Städtereisen. Kostenfreies Internet ist da sehr hilfreich – zum Beispiel, wenn man auf dem Handy nach der nächsten Sehenswürdigkeit oder einem guten Restaurant, nach Einkaufstipps oder Informationen über die Geschichte der Stadt sucht.“ Von einem flächendeckenden kostenfreien Wlan-Netz würden, so Kröger, auch die Gastronomen und die Händler profitieren. „Und nicht zuletzt ist es auch ein Beitrag zur Chancengleichheit: Wir ermöglichen Menschen den Zugang zu Informationen – unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten und dem Datentarif, den sie sich für ihr Handy oder zu Hause leisten können.“ So habe Wlan auch eine soziale Komponente.

EU soll zahlen

Was die Kosten angeht, könnte Europa helfen: Ende 2016 habe, so die Linke, die Europäische Union ein Programm namens „WiFi 4 EU“ aufgelegt. Die EU stellt darin 120 Millionen Euro für den Aufbau kostenfreier Internet-Netze auf Plätzen, in Parks sowie in Bibliotheken und öffentlichen Gebäuden zur Verfügung. Bedingung: die Anträge müssen bis zum Sommer in Brüssel vorliegen. „Wir können daher nicht bis Juni auf eine Antwort aus dem Rathaus warten, brauchen den Plan für mehr Internet in Rostock schneller“, so Kröger.

UMFRAGE: Braucht Rostock mehr

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Andreas Meyer

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