Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Für „Walli“ springen alle ins Becken

Hansaviertel Für „Walli“ springen alle ins Becken

Für Waltraud Kröger sind Tausende Kinder aus Rostock ins Wasser gesprungen. Die 79-Jährige gilt in der Neptun-Schwimmhalle als Institution, wenn es darum geht, den Lütten das Schwimmen beizubringen.

Voriger Artikel
Taschendiebe: Mit fiesen Tricks ans kleine Geld
Nächster Artikel
Autodiebe liefern sich Verfolgungsjagd mit Polizei

Tausenden Kindern hat sie das Schwimmen beigebracht: Waltraud Kröger, hier mit den Steppkes des St.-Martin-Kindergartens. Fotos (2): Claudia Tupeit

Hansaviertel. Für Waltraud Kröger sind Tausende Kinder aus Rostock ins Wasser gesprungen. Die 79-Jährige gilt in der Neptun-Schwimmhalle als Institution, wenn es darum geht, den Lütten das Schwimmen beizubringen. Gestern haben Steppkes des katholischen St.-Martin-Kindergartens ihr stellvertretend für die vielen anderen Schützlinge ein Ständchen gesungen. Denn „Walli“, wie sie von vielen gerufen wird, hat Grund zum Feiern. Vor 25 Jahren hat sie in der Hansestadt eine Schwimmschule gegründet, die nach kurzer Zeit mit dem damals neu gegründeten Verein SV Olympia verschmolz.

OZ-Bild

Für Waltraud Kröger sind Tausende Kinder aus Rostock ins Wasser gesprungen. Die 79-Jährige gilt in der Neptun-Schwimmhalle als Institution, wenn es darum geht, den Lütten das Schwimmen beizubringen.

Zur Bildergalerie

Die gebürtige Thüringerin hat schon in ihrer Heimat das Schwimmfieber gepackt. Als echte Wasserratte kam sie als Jugendliche jeden Sommer nach Wustrow oder Graal-Müritz — um vom Rettungsturm aus für Sicherheit zu sorgen. An der Ostsee lernte sie auch ihren späteren Mann kennen. „Und dann habe ich hier noch geheiratet“, sagt die rüstige Dame. Vom Ehemann und Vater ihrer Kinder ist sie längst geschieden, doch die Liebe zur Region blieb. Sie hat sich zu DDR-Zeiten vor allem als Schwimmtrainerin einen Namen gemacht. Unter ihren Fittichen stand auch Sarina Hülsenbeck (heute Fischer). Kröger erzählt, wie sie das Schwimmtalent vor Jahrzehnten trainiert hat und schiebt noch stolz hinterher: „Die Sarina hat ja in Moskau auch die Goldmedaille bei Olympia geholt.“ Das war 1980 für die DDR in der Freistilstaffel.

Ehrgeiz erwartet sie als Lehrerin zwar immer noch von ihren Schülern, aber die Minis werden behutsam und ohne Druck an den Beckenrand herangeführt. Wer Angst habe, werde von ihr niemals ins kalte Wasser geschubst nach dem Motto ,Und nun schwimm!‘. „Das kann man ja nicht machen. Ich rede mit den Kleinen dann ganz viel und versuche, sie zu ermutigen.“ Am Ende eines Kurses soll kein Kind ohne das berühmte Seepferdchen nach Hause gehen.

Allein aus dem Kindergarten St. Martin habe sie ab 1993 — da begann die Partnerschaft mit der Einrichtung — etwa 30 Kinder pro Jahr den Sprung ins Becken und dann 25 Meter Schwimmen gelehrt. Eine alte Verbundenheit also. „Deshalb haben wir auch diese Kleinen ausgesucht, um Waltraud zu würdigen“, sagt SV-Olympia-Vorsitzender Andreas Blümel. „Sie kann wirklich gut mit Kindern und ist in ihrem hohen Alter noch so locker“, sagt er schwärmend. Außerdem verstehe sie, die anderen Übungsleiter anzulernen. Es gebe für „Walli“ nur das „Wir-schaffen-das-gemeinsam“-Motto, eine Egomanin sei sie nie gewesen. Sonst hätte man es mit ihr auch nicht so lange ausgehalten, scherzt Blümel.

So viel Trubel ist Waltraud Kröger aber gar nicht geheuer. Zwischen Geschenkübergaben und Plausch beim Käffchen weist sie ganz in Ruhe eine neue Kindergartengruppe ein. „Die müssen doch wissen, wo sie sich umziehen können und welche Gänge sie gehen müssen“, sagt Kröger.

Die vielen Wege in der Rostocker Neptun-Schwimmhalle kennt sie natürlich aus dem Effeff. „Das ist hier ihr zweites Zuhause“, sagt Blümel, und Waltraud Kröger nickt bescheiden. „Na ja, das stimmt schon.“ Ans Wasser treibt es Kröger, die Ende des Jahres 80 Lenze zählen wird, auch in der Freizeit. An der Warnow sitzt sie dann in ihrem Wohnmobil, liest, hört Musik oder geht mit ihrem Rauhaardackel spazieren. Eben irgendwie immer in Bewegung.

Und so ganz kann sie vom Schwimmunterricht auch nicht lassen, obwohl sie vergangenes Jahr als Aktive aufgehört hat. „Wenn Not am Mann ist, spring ich ein.“

Das Seepferdchen

Die Frühschwimmer bekommen nach erfolgreich absolviertem Schwimmkurs das Seepferdchen verliehen. Dafür müssen sie zeigen, dass sie ins Schwimmbecken springen und anschließend eine 25-Meter-Bahn bewältigen können. Um das Seepferdchen zu erlangen, gehört es ebenso dazu, mit den Händen in schulterhohem Wasser einen Gegenstand vom Boden heraufzuholen. Ab vier Jahren können Kinder für das Seepferdchen schwimmen lernen. Anschließend gibt es Aufbaukurse, die etwa mit dem Jugendschwimmabzeichen enden können.

OZ

Von Claudia Tupeit

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel

2. Bundesliga
SC Paderborn - RB Leipzig 0:1
Tor: 0:1 Compper (63.).

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rostock
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Parkplatznot: Hansaviertel stellt sich gegen Biomedicum

Neues Forschungszentrum hat zu wenig Stellflächen, kritisiert Ortsbeirat