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Für ein sauberes Meer: Ostseetag mit Riesendorsch und Robbe

Stadthafen Für ein sauberes Meer: Ostseetag mit Riesendorsch und Robbe

Meeresforschung hautnah: Mehr als 1000 Gäste kommen mit Wissenschaftlern ins Gespräch / Drei Forschungsschiffe haben im Stadthafen zur Besichtigung angelegt

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Andrea Rau zeigt einen See- hasen.

Stadthafen. 89 Zentimeter misst der Dorsch. „Fast so groß wie du“, sagt Uwe Krumme vom Thünen-Institut für Ostseefischerei zum kleinen Lennox, „aber er ist älter.“ Der Sechsjährige schaut etwas skeptisch auf den Riesenfisch, der vor der Ostseeinsel Fehmarn ins Stellnetz gegangen ist und nach Auskunft des Wissenschaftlers etwa neun Jahre als sein soll.

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Meeresforschung hautnah: Mehr als 1000 Gäste kommen mit Wissenschaftlern ins Gespräch / Drei Forschungsschiffe haben im Stadthafen zur Besichtigung angelegt

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Klimawandel, Plastikmüll, Überfischung machen der Ost-

see zu schaffen.“ Prof. Ulrich Bathmann

Lennox und seine Freunde aus der Kita „Gänseblümchen“ beobachten Ostseekrebse – lebend und präpariert, streicheln eine ausgestopfte Kegelrobbe und stapfen über gleich drei Forschungsschiffe, die gestern im Stadthafen angelegt haben. Aus Anlass des zweiten Ostseetages, zu dem vier führende Forschungseinrichtungen geladen haben: Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), das Thünen-Institut für Ostseefischerei, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie Rostock und das Deutsche Meeresmuseum Stralsund haben sich mit Schiffen, Ostseetieren, ihren Wissenschaftlern und vielen Informationen im Stadthafen präsentiert.

„Wie geht es unserer Ostsee? Klimawandel, Überfischung, Plastikmüll machen dem Küstenmeer und seinen Bewohnern zu schaffen“, sagt IOW-Direktor Professor Ulrich Bathmann zum Auftakt des Ostseetages.

Weltweite Forschungen, an denen auch das IOW beteiligt ist, sollen zum Beispiel aufklären, wie schädlich die winzigen Plastikteilchen sein können. Erst am Dienstag habe die Bundesregierung ein gemeinsames Meeresforschungsprogramm verabschiedet. „Mare:N heißt das, und es kommt genau richtig, um wissenschaftliche Forschungsfragen mit entsprechenden Kapazitäten zu bearbeiten“, erklärt Bathmann.

Was und wie in den Instituten heute geforscht wird, darüber haben sich mehr als 1000 Besucher, darunter etwa 300 Schüler, gestern informiert. Auf dem Forschungsschiff „Solea“ empfängt Kapitän Stefan Meier die Interessierten. Mit 13 Mann Besatzung und sieben Wissenschaftlern sei das Schiff in Nord- und Ostsee unterwegs, um Fischbestände zu erforschen, Wasser- und Sedimentproben zu nehmen. Beim letzten Einsatz vor zwei Wochen in der Ostsee ist den Forschern vom Thünen-Institut ein seltener Ostseegast untergekommen. „Ein Knurrhahn“, zeigt Fahrtleiterin Andrea Rau das Exemplar hoch. Auch der „Seehase“ findet beim Schiffsrundgang viel Aufmerksamkeit.

Am Stand des Meeresmuseums Stralsund ist es die präparierte Kegelrobbe, an denen die Besucher nicht ohne Streicheleinheit vorbeikommen. „Anfang der 90er Jahre gab es nur noch etwa 2000 Kegelrobben in der Ostsee“, erläutert Dr. Michael Dähne, Kurator für Meeressäuger, „heute sind es wieder um die 30000.“ Die Umweltbelastung sei zurückgegangen, und die Kegelrobben werden nicht mehr bejagt, begründet er den Zuwachs. Einen größeren Liegeplatz mit etwa 100 Tieren gebe es heute im Greifswalder Bodden. Bei Sektionen der Robben zu Forschungszwecken entdecken die Wissenschaftler auch immer wieder Plastikrückstände in den Mägen, berichtet Dähne.

Ausbilder Uwe Lenk ist mit seinen Geomatik-Umschülern aus Stralsund zum Ostseetag gekommen. „Wir arbeiten mit Geodaten, schauen uns hier die verschiedenen Karten an und wollen Kontakte knüpfen“, sagt Lenk.

Mittags füllt sich die Bühne 602 im Stadthafen mit aufgeregten Mädchen und Jungen. Sie haben am Schülerwettbewerb „Kleines Ostseetier – ganz groß“ teilgenommen und Miesmuschel, Becherqualle oder Strandkrabbe nachgebaut, gemalt, musikalisch oder theatralisch in Szene gesetzt. Als Preise winken Erlebnistage in den Forschungseinrichtungen – u.a. für die 3a der Grundschule am Margaretenplatz und Rapper der 5M2 des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums.

Open Ship

Drei Forschungsschiffe haben gestern im Stadthafen festgemacht und zum „Open Ship“ geladen. Die „Deneb“ ist eines von drei Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH). Die „Elisabeth Mann Borgese“ ersetzt die im August 2010 aus dem wissenschaftlichen Dienst gestellte „Professor Albrecht Penck“ des Leibniz-Institutes. Die „Solea“ ist ein Fischereiforschungsschiff mit Heimathafen Cuxhaven.

Doris Kesselring

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