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Gartenfreunde fordern Mitsprache bei Planungen

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Gartenfreunde fordern Mitsprache bei Planungen

1000 Parzellen sollen in den nächsten Jahren bebaut werden / Verband fordert Stadt auf, Anlagen stärker zu integrieren in Wohnquartieren / Nur ein Prozent Leerstand

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Kleingärtner Fritz Borgwardt (70) aus Evershagen bewirtschaftet seinen Garten im Dwarsweg. Die lange Ungewissheit über die Zukunft des Gartens belastet ihn.

Quelle: Ove Arscholl

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Mit 153 Mitgliedsvereinen und mehr als 40000 Rostockern, die die mehr als 15000 Parzellen in grüne Oasen verwandeln, ist der Verband der Gartenfreunde ein wichtiger Teil der Rostocker Stadtgesellschaft. Und als solcher will der Verband, der sich im vergangenen Jahr neu aufgestellt und deutlich verjüngt hat, künftig auch besser wahr- und ernst genommen werden. Rund 1000 Parzellen stehen in den nächsten Jahren für Bauprojekte der Stadt zur Disposition. „Wir würden bei den Planungen gern mitreden. Warum können Gärten nicht in Wohnquartiere, zum Beispiel für Studenten, integriert werden?“, fragt Verbandsvorsitzender Christian Seifert.

„Unsere Mitglieder bewirtschaften 649 Hektar Gartenland“ verdeutlicht Seifert. Die Kleingartenanlagen seien „direkte Naherholungsgebiete“, die das Stadtklima verbessern und neben wichtigen Naturaufgaben auch soziale Bedeutung haben. „Wir haben sie alle“, sagt Seifert, „vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Großunternehmer und Politiker.“ Mehrere Generationen träfen in den Kleingartenanlagen zusammen, lernen und profitieren voneinander. Entgegen aller Prognosen stünden unter einem Prozent aller Gärten leer. Es gebe Wartelisten. Der Run aufs eigene Beet sei in Rostock ungebrochen. „Unser Verband nimmt viele soziale Spannungen raus“, ergänzt Verbands-Vize Matthias Schreiter, „weil Menschen in den Gärten Aufgaben haben, hier Familie vorfinden.“ Auch deshalb sollte die Stadtpolitik „mal über den Gartenzaun schauen“.

Der Verbandsvorstand betont, er freue sich darüber, dass „Rostock wächst und neue Wohngebiete errichtet werden“. „Aber es dürfen dort, wo Neubau entsteht, nicht die Entspannungsangebote für die Bewohner vernachlässigt werden“, erklärt Seifert. Gärten sollten auch da genutzt werden können, wo gewohnt wird.

Deshalb wollen sich die Gartenfreunde stärker einbringen. Für die Projekte in der Südstadt „Studieren und Wohnen am Pulverturm“ und das „Wohn- und Sondergebiet“ am Groten Pohl sollen jetzt die Bebauungspläne aufgestellt werden. Uni-Gebäude und studentisches Wohnen sollen entstehen, Gartenanlagen dafür platt gemacht werden.

Die Kleingärtner wissen seit Jahren um ihre Vertreibung und richten ihre Beetbepflanzung Jahr für Jahr auf den möglichen Bau-Startschuss aus. Dieses lange Hinhalten kritisiert der Verband und regt an, Kleingärten in die B-Pläne zu integrieren. Das ginge sowohl am Pulverturm als auch am Groten Pohl, findet Seifert, der sich gut vorstellen kann, dass Rostock mit solchen Quartieren auch „Paradebeispiele“ liefern könnte. „Studenten, die dort wohnen, würden vielleicht auch gern einen Garten übernehmen.“ Außerdem müssten mit jedem großen Bauvorhaben Ausgleichsmaßnahmen geschaffen werden. „Warum sollten damit nicht Kleingartenanlagen gefördert werden?“, stellt Seifert zur Diskussion.

Kritik übt der Verband auch an „Überplanungen“ der Stadt, „gegen jede Absprache“. So wurden nachträglich die 46 Gärten der Anlage „An‘n schewen Barg“ in der Südstadt für die geplante Wohnbebauung einverleibt. Auch wenn dies vom Bauausschuss der Bürgerschaft Anfang der Woche gestoppt wurde, „das verunsichert“, stellt Seifert klar.

Der Verband der Gartenfreunde tritt mit verschiedenen Aktionen in Erscheinung. Ein Projekt heißt „Rostock summt“. „In möglichst jeder Anlage soll ein Garten für einen Imker zur Verfügung stehen“, kündigt Schreiter an. Um bienenfreundliches Gärtnern geht es am 4. März, 17 Uhr, in einem Vortrag in der Christophorusschule.

1. Rostocker Gartenmesse

Am 16. März veranstaltet der Verband der Gartenfreunde im Christophorus-Gymnasium die erste Rostocker Gartenmesse. 20 Vereine stellen sich mit ihren Gartenanlagen vor, präsentieren freie Parzellen. 15 Partner zeigen ihre Produkte bei Live-Musik und Catering. Die Gartenfreunde beteiligen sich zudem im Juni an der Messe „Flair am Meer“. Vom 22. März bis 5. April wirbt der Gartenverband mit City-Lights an 88 Flächen der Stadt. Auch City-Cards werden ab 24. März an 120 Standorten in Rostock verteilt. Ab März ist die neue Website im Internet abrufbar und auch bei Facebook sind die Gartenfreunde aktiv.



Doris Kesselring

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