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Gastro zeigt Küchen der Zukunft

Schmarl Gastro zeigt Küchen der Zukunft

Messe für Hotellerie und Gastronomie hat begonnen / Sonderthema ist die Digitalisierung

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Café-Betreiber Manuela Peissker und Christian Herm (M.) im Gespräch mit Gero Pürwitz von Aussteller Gastronovi. Fotos (3): André Wornowski

Schmarl. Heißluftdämpfer mit Gedächtnis, Essen im Restaurant via Smartphone bestellen und auch online bezahlen: Die Digitalisierung ist das Sonderthema der gestern gestarteten 27. Gastro, der Fach- und Erlebnisausstellung für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und Catering in der Hansemesse in Schmarl. Mehr als 250 regionale und nationale Produzenten und Zulieferer sind hier vertreten. „Die Gastro ist unsere Leitmesse und hat eine Reichweite bis nach Erfurt“, sagt Matthias Dettmann, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes in Mecklenburg-Vorpommern (Dehoga MV).

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Messe für Hotellerie und Gastronomie hat begonnen / Sonderthema ist die Digitalisierung

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„Der Trend geht bei uns ganz klar in Richtung Digitalisierung“, betont Dettmann. Doch die Branche scheint gespalten zu sein – und zwar in Jung und Alt. Das jedenfalls beobachtet Klaus Hause (58) aus Berlin. Er präsentiert in der neuen Start-Up Area der Gastro seine mobile Bestell-App „Order Goo“. „Um eine Tomate zu bestellen, musste das Wort früher bis zu sieben Mal von Käufer und Verkäufer aufgeschrieben werden auf Zetteln, wie Bestellung, Lieferschein oder Rechnung.“ Mit „Order Goo“ funktioniere das nun mit wenigen Klicks. „Der Koch kann schon in der U-Bahn via Smartphone seine Bestellungen aufgeben.“ Allerdings werde das Angebot nicht von jedem angenommen. „Köche in meinem Alter sagen, dass sie das nie anrühren werden“, sagt der 58-Jährige mit einem Lachen. Ganz anders reagierten die jungen, 30 Jahre alten Küchenchefs. „Die sind begeistert davon.“

Dass die Digitalisierung vieles vereinfache, davon ist auch Ike Fast vom Aussteller Gastronovi aus Bremen überzeugt. „Die Gastronomie der Zukunft“ ist an der Wand seines Standes zu lesen. Und das funktioniere so: Der Kunde bestelle per Internet, zahle per Paypal und hole die Pizza zum gewünschten Zeitpunkt ab. Der Vorteil für die Gastronomen: Bestellungen, Tischreservierungen, Kasse, Einkauf, Lieferung – alle Vorgänge ihres Geschäfts können miteinander vernetzt werden und laufen über ein Programm, das zudem offline-fähig sei. „Der Gastronom muss nur noch in der Küche stehen“, sagt Fast. Beispiel neues Rezept: Gibt der Koch es ins System ein, werden die Zutaten automatisch erfasst und bei Bedarf geordert. Gleichzeitig wird die Menükarte auf der Internetseite aktualisiert.

Die Gastro-Besucher Manuela Peissker und Christian Herm sind eigens aus Dresden angereist, um die digitalen Kassensysteme auszuprobieren. Sie besitzen ein Eiscafé. „Bald kommt ein neues Gesetz, das eine Nachweispflicht dafür verlangt, ob die eingekauften Zutaten auch tatsächlich für den Verkauf genutzt wurden“, erklärt Peissker. Und um sich dabei nicht im wahrsten Sinne zu „verzetteln“, soll ein modernes Kassensystem her. „Hier ist alles erfasst und die Verwendung kann lückenlos nachverfolgt werden“, ist Christian Herm überzeugt.

Doch die Digitalisierung hält den Gastronomen nicht nur die Bürokratie vom Hals. Die Technik kann sie, überspitzt formuliert, sogar überflüssig werden lassen. Der Heißluftdämpfer „Touch’n’Steam“ von Aussteller Palux könne zum Beispiel bis zu 400 Gäste in nur zwanzig Minuten versorgen, sagt Verkäufer Markus Demski. Das Großgerät verfüge über eine automatische Reinigung und habe sogar ein „Gedächtnis“ – es merkt sich die Einstellungen bei der Zubereitung von Gerichten.

Trotz der Entwicklung glaubt Dehoga-Geschäftsführer Matthias Dettmann, dass Hotellerie und Gastronomie eine personalintensive Branche bleiben. „Da, wo es besonders schnell gehen soll, wird es eher Automaten geben.“ Beim Kaffee zum Beispiel. „Da, wo es ums Wohlfühlen geht, werden wir hingegen weiter Menschen brauchen“, betont Dettmann und denkt dabei an den Service-Bereich.

Einen Schritt in die Vergangenheit wagen sozusagen die Gastro- Besucher Elke und Rainer Brandt vom Kur- und Landhotel Borstel-Treff in Dabel (Ludwigslust-Parchim). Sie kaufen bei Aussteller Tobias Zschäbitz aus Graal-Müritz eine Kaffee-Siebträger-Maschine. Bisher hatten sie einen Vollautomaten. Doch das traditionelle italienische Kaffeegefühl liege wieder im Trend und dazu brauche es einen Siebträger, der bereits in den siebziger Jahren verbreitet war, so Elke Brandt.

Heute und morgen werden sogenannte Food-Trucks Essen für jedermann anbieten und über das Geschäftsmodell informieren. Der letzte Messetag am Mittwoch widmet sich der „Next Generation“.

Vorteil OZ-Abo-Card

250 Produzenten und Zulieferer sind auf der 27. Gastro vertreten. Die Fach- und Erlebnisausstellung für Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung informiert und beköstigt Fachpublikum und Gäste noch bis zum 16. November, 10 bis 18 Uhr, in der Hansemesse Schmarl.

Neu ist die „Start-Up Area“. Hier präsentieren Gründer und Newcomer ihre Ideen, neue Produkte und Dienstleistungen.

Tickets kosten für Besitzer der OZ- Abo-Card zehn Euro, sonst zwölf Euro.

André Wornowski

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