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Gefahrgutzüge proben Zusammenarbeit

Poppendorf Gefahrgutzüge proben Zusammenarbeit

Am Wochenende haben 120 Feuerwehrleute im Düngemittelwerk in Poppendorf geübt / Chemie-Unfall stellte besondere Anforderungen

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In einer langen Schlange rückten die Feuerwehrwagen zum Übungsort aus. Fotos (4): Stefan Tretropp

Poppendorf. Großalarm am Sonnabend in Poppendorf: Auf dem Gelände des Düngemittelherstellers Yara ist es zu einem schweren Unfall gekommen, infolgedessen Gefahrstoffe freigesetzt wurden. Ein Lastwagen war auf dem Betriebsgelände mit einem Eisenbahn-Kesselwagen zusammengestoßen. Mitarbeiter und Anwohner befanden sich in Gefahr. Ein Horror-Szenario, das glücklicherweise nur erdacht und Inhalt einer groß angelegten Gefahrgutübung war.

OZ-Bild

Am Wochenende haben 120 Feuerwehrleute im Düngemittelwerk in Poppendorf geübt / Chemie-Unfall stellte besondere Anforderungen

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Schutz im Norden und im Süden

Zwei Gefahrgutzüge gibt es im Landkreis Rostock – Nord und Süd. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Bad Doberan, Neubukow, Nienhagen, Sanitz und Laage stellen den nördlichen Gefahrgutzug. Im Süden sorgen die Wehren Krakow am See, Langhagen, Güstrow, Bützow und Gnoien für Sicherheit.

Rund 120 Feuerwehrleute kamen am Sonnabendmorgen auf dem Yara-Werksgelände zusammen, um gemeinsam den Ernstfall zu proben. „Ziel dieser Übung ist, das Zusammenwirken unserer Feuerwehr-Gefahrgutzüge auf die Probe zu stellen, es zu optimieren und daraus Schlüsse für eine weitere Verbesserung zu ziehen. Damit wir im Ernstfall gewappnet sind“, sagte Übungsleiter und Kreisbrandmeister im Landkreis Rostock, Mayk Tessin. „Wir finden hier gute Bedingungen vor“, unterstrich Tessin. Auf der Tagesordnung stand das „operativ-taktische Vorgehen in einem Störfall-Objekt“. Denn mit einem eigenen Chemiehafen, dazugehörigem Ammoniak-Lager sowie zwei Salpetersäure- und zwei Nitratdüngemittelanlagen birgt Yara eine Gefahr. „Es ist glücklicherweise noch nie zu einem Ernstfall gekommen, dennoch müssen wir darauf vorbereitet sein“, ergänzte Mayk Tessin. So trafen sich kurz vor 8 Uhr Feuerwehrleute, Katastrophenschutz- und Landkreismitarbeiter sowie Sanitäter vor dem Werkstor. Nach einer kurzen Einweisung begann die Übung. Das Szenario sah vor, dass bei dem simulierten Zusammenstoß zwischen Lkw und Kesselwagen Gefahrstoffe austraten. „An oberster Stelle steht die Abarbeitung der GAMS-Regel“, sagte Tessin. Also: Gefahren erkennen (G), Absichern der Einsatzstelle (A), Menschenrettung unter Eigenschutz (M), Spezialkräfte nachfordern (S). So schlüpften die Feuerwehrleute in Chemiekalienschutzanzüge, retteten Personen aus dem Gefahrenbereich und erkundeten vorgefundene Stoffe und Substanzen. Ein wichtiger Bestandteil der Übung war, die jeweilige Konzentration der Gefahrenstoffe zu messen und entsprechende Protokolle anzufertigen. Die beiden Gefahrgutzüge Nord und Süd mussten jeweils das selbe Szenario abarbeiten. Dafür wurden sie in Abschnitte unterteilt. Das Abdichten von leckgeschlagenen Behältern, wie in diesem Fall der Kesselwagen, stand auf dem Programm, ebenso wie das fachgerechte Auffangen und Umfüllen ausgetretener Flüssigkeiten.

Nach rund fünf Stunden ging die Übung gegen 13.30 Uhr zu Ende - mit positivem Fazit: „Das Ziel, das Zusammenwirken der unterschiedlichen Einheiten, wurde erreicht. Die Übung ist gut gelaufen“, resümierte Mayk Tessin. Zwar habe das Wetter nicht mitgespielt – es regnete – dennoch hatte auch das seine Vorteile: „Auch unter schlechten Wetterbedingungen funktionieren wir gut.“ Tessin bedankte sich am Ende für die Möglichkeit, bei Yara üben zu dürfen: „Wann kommt man sonst mal an Eisenbahnwaggons?“

Stefan Tretropp

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