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Geiz beim Bauen nicht mehr geil

Schmarl Geiz beim Bauen nicht mehr geil

16000 Besucher kamen am Wochenende zur Baumesse „Robau“ / Bauherren setzen auf Individualität

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Argon-Verkäufer Alexander Jalaß (l.) hilft Carsten Weda und Jill Jordan aus Rostock bei der Suche nach ihrem Traumhaus. Die beiden mögen den Landhaus-Stil.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Schmarl. Carsten Weda und seine Freundin Jill Jordan haben klare Vorstellungen davon, wie sie in Zukunft leben wollen: „Wir wollen ein Haus bauen“, sagt der Rostocker.

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16000 Besucher kamen am Wochenende zur Baumesse „Robau“ / Bauherren setzen auf Individualität

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Etwas anderes komme gar nicht in Frage. Und auch wie das Traumhaus aussehen soll, weiß das junge Paar bereits genau. Carsten und Jill sind anspruchsvoll – und das haben sie mit vielen der insgesamt rund 16 000 weiteren Besuchern der „Robau“ in Rostock gemein: Wenn es um die eigenen vier Wände – das Traumhaus – geht, ist Geiz nicht mehr geil. Das aber nur eine Erkenntnis der größten Baumesse des Landes in diesem Jahr.

„Der Wunsch, ein eigenes Haus zu bauen, ist bei vielen Menschen ungebrochen“, sagt auch Alexander Jalaß. Er ist Architekt bei der Rostocker Hausbau-Firma Argon, hat am langen Messe-Wochenende viele Besucher beraten: „Die Zinsen sind nach wie vor niedrig – und das nutzen die Bauherren.“ Häuser „von der Stange“ – damit können die Firmen bei den Kunden kaum noch punkten. „Die Häuslebauer von heute legen Wert auf Individualität. Das eigene Zuhause muss etwas Besonderes sein.“

Einziges Manko für Interessenten und Firmen: In Rostock gibt es nach wie vor kaum Bauland für Einfamilienhäuser. Trotz großer Ankündigungen komme die Hansestadt bei der Ausweisung neuer Baugebiete nicht wirklich voran. „Es fehlt Bauland“, sagt Jalaß. Das bestätigt auch sein Kollege Sören Bommhardt von der Firma Arge Massivhaus-Bau: „Wir haben viele Interessenten von außerhalb, die nach Rostock ziehen wollen, weil sie hier Arbeit gefunden haben.“ Angehörige der Marine seien dabei, Führungskräfte von Liebherr, Nordex und auch Aida. „Aber Bauland gibt es nur im Umland.“

Swenja Franz hat das Problem „Grundstück“ bereits gelöst: In Kritzkow bei Laage hat ihre Familie 15 000 Quadratmeter Land gekauft. „Dort bauen wir für drei Generationen“, sagt Franz. Ihre Eltern, ihr Bruder und sie selbst bauen sich auf dem Grundstück ihre Traumhäuser. Viel Platz für die Tiere und ihre kleine Tochter Emma (fünf Monate alt) bleiben trotzdem noch übrig. Auf der „Robau“ suchen sie nun die Firma, die den Traum umsetzen soll: „Wir wollten schon in diesem Jahr mit dem Bau starten. Aber die Firmen sind alle ausgebucht.“ Ein eigenes Haus – das bedeutet für die junge Mutter Freiheit: „Keiner stört mich – und ich störe keinen.“Einige Jahre habe sie in einer Wohnung in der Südstadt gelebt. „Aber das ist nichts für mich.“

Grundstück kaufen, Baufirma suchen, Genehmigung vom Amt einholen – Marcel Behrendt und Gabi Teschke (27) aus Greifswald haben das schon alles erledigt. Sie sind aus einem anderen Grund auf der Baumesse: „Wenn das Haus fertig ist, hört die Arbeit ja nicht auf“, sagt der 28-Jährige. Das Grundstück muss umzäunt, der Garten gestaltet werden: „Dafür wollen wir uns Anregungen holen.“ Gut, dass es in der Hansemesse am Wochenende nicht nur um Häuser, sondern bei der Schwestermesse „Wohnidee“ auch um das Drumherum ging. „Wir haben viele Besucher, die schon ein Eigenheim haben und nun aufrüsten wollen“, bestätigt auch Marco Hasse, Projektleiter der Messegesellschaft für die „Robau“. „Sicherheit steht dabei für viele Kunden an erster Stelle – Alarmanlagen, das vernetzte Zuhause mit SmartHome. Wir spüren deutlich, dass das Bedürfnis, sich zu schützen, steigt.“

In der Schmarler Messehalle ging es aber auch um das Schöne – um Badeteich und Whirlpools für den Garten, um schicke Bäder und traumhafte Gartenlauben.

Andreas Meyer

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