Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Gelassen und mutig sein

Gelassen und mutig sein

Vielleicht ist es immer so, dass die Lauten mehr gehört, dass die Extremen interessanter gefunden werden.

Vielleicht ist es immer so, dass die Lauten mehr gehört, dass die Extremen interessanter gefunden werden. Und dass diejenigen, die unterschiedliche Aspekte abwägen, die etwas vorsichtiger urteilen oder gar auch öffentlich Zweifel hegen, kaum wahrgenommen werden. Ja, mir kommt es manchmal so vor, als wenn alle Welt überreizt ist. Da wird ein polemisches Entweder-Oder aufgemacht oder es wird auch die abwegigste Äußerung noch bis ins Letzte ausdiskutiert, wen interessiert eigentlich, wen Herr Gauland gern als Nachbarn hätte? – Da täte etwas mehr Unterscheidung not.

DENKANSTOSS

Marcus Antonioli ist Pastor

in der evang.-luther. Heiligen

Geist-Gemeinde in Rostock.

Vielleicht geben wir uns nicht genug Zeit und überfordern uns. Ich nehme wahr, dass sich die öffentliche Reizschwelle unmerklich verschiebt. Und ich befürchte, dass die Antworten und Lösungen, die wir miteinander in so einem nervösen Klima finden, nicht tragen. Die Erfahrung lehrt mich, dass es manchmal die Leisen oder die Unsicheren sind, die ein Gespür für das haben, was tatsächlich dran wäre.

Fakt ist, dass wir in einer komplexen Welt, die stets widersprüchliche Entwicklungen parat hält, eher nicht mit immer einfacheren Lösungen auskommen. Ich kann es denjenigen kaum verdenken, die sich angewidert oder gelangweilt abwenden und sich damit gar nicht mehr an den Diskussionen und dem Streit in unserer Gesellschaft beteiligen. Doch, so verständlich mir dies erscheint, so wenig verantwortbar ist es zugleich. Und weil das Leben kein Ponyhof ist, müssen wir wohl oder übel nach dem gemeinsamen Nenner, vielleicht auch nach dem kleineren Übel suchen.

Es ist Zeit, dass wir uns wieder mehr Zeit für die Zwischentöne nehmen und genauer hinhören, bevor wir uns zwischen Scheinalternativen entscheiden, die weder uns noch den Problemen angemessen sind.

Ich jedenfalls möchte verstehen, was viele von uns bewegt, ich möchte auch streiten, wo es Not tut, aber ich empfinde eine große Unlust, jeden Unsinn zu bedenken. Und so halte ich es mit einem Wort, das übrigens viele Urheber hat: Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,  den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

OZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Brüssel

Europas unbequemer Partner Erdogan droht und wettert. Doch in der Flüchtlingskrise gibt nicht nur Ankara Anlass zur Sorge. Aus Nordafrika brechen Migranten weiter in klapprigen Kähnen nach Europa auf.

mehr
Mehr aus Rostock
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Jetzt kommt die Saison der Bagger

Bauarbeiten Am Leuchtturm haben begonnen / Händler warten auf neue Fußgängerzone