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Gemeinde lässt Kinder nicht im Regen stehen

Buchholz Gemeinde lässt Kinder nicht im Regen stehen

Buchholz soll endlich einen Spielplatz bekommen / Gemeinde investiert rund 35 500 Euro / Eltern wollen mit anpacken

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Die Gemeinde packt an: Gemeinsam wollen die Buchholzer den Spielplatz aufbauen, noch liegt das Grundstück dafür brach.

Quelle: Fotos: Johanna Hegermann

Buchholz. Die dreijährige Fee-Fabienne Benthin planscht munter mit ihren pinken Gummistiefeln in einer Regenpfütze. Auch ihre Freundin Lotte Levold (3) nutzt die Gelegenheit, gemeinsam mit ihr draußen zu spielen. In Buchholz ist das nämlich nicht so einfach: Den Kindern fehlt ein Spielplatz. Das soll sich jedoch bald ändern.

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Buchholz soll endlich einen Spielplatz bekommen / Gemeinde investiert rund 35 500 Euro / Eltern wollen mit anpacken

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„Wir wollen noch in diesem Jahr einen Spielplatz in Buchholz bauen“, sagt Thomas Witt, Bürgermeister der Gemeinde Ziesendorf. Für rund 20000 Euro hat die Gemeinde dafür bereits im Vorjahr ein kleines Grundstück neben der Kirche erworben. Schon in Fahrenholz, das ebenfalls zur Gemeinde gehört, wurde im vergangenen Jahr ein Spielplatz gebaut. „Danach wollen wir vielleicht den kleinen Spielplatz in Zisendorf verbessern“, plant Witt.

Dass einige Ortsteile keinen Spielplatz hatten, sei durch die vorherige Gemeindevertretung nie als Problem erachtet worden. Dort sei man davon ausgegangen, dass ein Spielturm auf dem Grundstück der Eltern ausreiche. „Das ist ein absolutes Falschdenken“, betont Witt. „Ein Spielplatz ist ein Ort des Kennenlernens für Kinder, aber auch eine Begegnungsstätte für Eltern und Großeltern.“ Ein Spielplatz auf dem eigenen Grundstück würde nach und nach dazu führen, dass sich die Nachbarschaft anonymisiere. „Gemeinschaftsflächen sind absolut wichtig in Gemeinden.“ 25 Jahre hätten sich Eltern aus Buchholz für die Errichtung eines Spielplatzes eingesetzt. Nach dem sich die Gemeindevertretung nach den Wahlen vor drei Jahren neu zusammensetzte, soll dieser Traum nun endlich in die Tat umgesetzt werden.

„Rutschen mag ich am liebsten“, sagt Lotte. Ob sie sich über einen Spielplatz mit Rutsche freuen würde? Als Antwort grinst die Dreijährige und nickt energisch mit dem Kopf. Auch eine Doppelschaukel und eine Doppelwippe sollen auf dem Platz neben der Kirche aufgebaut werden. Außerdem werde über Bänke, Mülleimer und Radständer nachgedacht. Insgesamt sollen die rund 50 Kinder im Ort vom Spielplatz profitieren..

Sina Alst freut sich schon auf den neuen Treffpunkt. „Das ist ziemlich gut. Dann können wir uns hier mit Freunden treffen, wenn wir was wichtiges bereden wollen“, sagt die Achtjährige. Ihr Vater Daniel Alst organisiert den Aufbau des Spielplatzes in Buchholz. „Das Interesse im Dorf ist sehr groß, da derzeit die Kinder auf der Straße spielen müssen oder bei irgendjemanden zu Hause“, erzählt Alst. Momentan gebe es für Kinder keinen zentralen Punkt in Buchholz.

Die Gemeinde investiert rund 35500 Euro in das Vorhaben. Um Kosten zu sparen, übernehmen die Einwohner den Aufbau. „Die Eltern wollen viel in Eigeninitiative machen“, sagt Bürgermeister Witt.

Vorbild sei das Projekt im Ortsteil Fahrenholz, hier hatten die Einwohner im vergangenen Jahr ebenfalls den Spielplatz in Eigenleistung aufgebaut. „Am 17. Juni soll hier der Baustart sein, dann wird das Grundstück vorbereitet, geebnet und ausgebaggert“, erklärt Daniel Alst. In einem zweiten Bauabschnitt wird dann der Zaun aufgestellt, den die Gemeinde für 3500 Euro erworben hat. Der Kauf der ersten Spielgeräte wurde in dieser Woche in Auftrag gegeben. „Im dritten Schritt werden die Geräte aufgestellt, dafür werden wir sehr viel Hilfe benötigen“, erklärt der Buchholzer. Nach wie vor seien sie dabei auf Sach- oder Geldspenden angewiesen, um das Projekt zu verwirklichen. „Jeder Cent hilft.“ Im Oktober soll der Spielplatz fertig sein.

Dass die Eltern mit anpacken, beruhigt die Johanna Gratz. „Das ist schon sicherer. Manche Firmen fuschen ja und es wäre nicht schön, wenn dort etwas zusammenbrechen würde“, betont die Siebenjährige.

Ihr Freundin Sina kann ihr da nur zustimmen: „Wenn unsere Eltern es selbst machen, achten sie darauf, dass alles festsitzt.“

Ein Spielplatz für Buchholz

35 500 Euro investiert die Gemeinde Ziesendorf in den neuen Spielplatz im Ortsteil Buchholz. Rund 20000 Euro davon wurden für das Grundstück neben der Kirche gezahlt. 3500 Euro kostete etwa die Zaunanlage. Für die Spielgeräte wurden circa 12000 Euro ausgegeben.

50 Kinder leben in Buchholz. Auf ihrem Spielplatz soll es Rutschenturm, Schaukel und Wippe geben.

Die Eltern planen drei Bauabschnitte. Start ist voraussichtlich am 17. Juni. Die Bauarbeiten sollen im Oktober abgeschlossen sein.

Seit rund 25 Jahren engagieren sich die Eltern dafür, dass ein Spielplatz gebaut wird. Erst seit der Wahl der neuen Gemeindevertretung vor drei Jahren gibt es konkrete Pläne für das Projekt.

In Fahrenholz wurde der Spielplatz im vorigen Jahr gebaut. Als nächstes soll voraussichtlich der Spielplatz in Ziesendorf verbessert werden.

Johanna Hegermann

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