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Genproben gehen auf die Reise: Centogene zieht um

Stadthafen Genproben gehen auf die Reise: Centogene zieht um

Die Medizinfirma verlegt ihren Betrieb in Rekordzeit auf die Silohalbinsel

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Silke Forkmann, leitende technische Angestellte bei Centogene, packt am neuen Firmensitz Proben aus. Die alten Räumen seien sehr eng gewesen, in den neuen gefällt es ihr viel besser. FOTOS (3): OVE ARSCHOLL

Stadthafen. Bei Andreas Wilhelm läuft noch nicht alles optimal. Es ist zu warm im Labor, „22 Grad wären ideal“, und dann springt auch noch das Notstromaggregat an. Die Rostocker Medizinfirma Centogene zieht um, vom Biomedizinischen Zentrum in der Schillingallee in ein neues großes Domizil auf der Silohalbinsel. Wilhelm betreut beim Umzug das Herz des Unternehmens:

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Die Medizinfirma verlegt ihren Betrieb in Rekordzeit auf die Silohalbinsel

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sieben Gensequenzierer, jeder eine Million Euro teuer. Die Maschinen sehen unscheinbar aus, ungefähr wie zu groß geratene Bürokopierer. Sie entschlüsseln aus den Blutproben, die nach Rostock geschickt werden, den genetischen Code – mit dem Zweck, dort Hinweise auf seltene, erblich bedingte Krankheit aufzuspüren.

„Nach einem Umzug muss alles neu eingestellt werden, die Geräte sind sehr empfindlich“, sagt Wilhelm. Der Ingenieur aus Berlin ist Mitarbeiter der Firma aus Kalifornien, die die Maschinen gebaut hat.

Draußen auf den vielen Gängen des großen Gebäudes herrscht währenddessen Hochbetrieb. Bauarbeiter laufen über die mit Pappe ausgelegten Flure, Elektriker schrauben Lampen an, Umzugshelfer tragen Kartons. Es sieht noch ziemlich nach Baustelle aus. „Das sind nur noch die Feinarbeiten“, sagt Firmensprecherin Doreen Niemann. Service-Techniker Wilhelm stört das Gewusel vor der Tür bei seiner filigranen Arbeit nicht. „In dem Job muss man flexibel sein.“

„Jeder weiß genau, was er machen muss, bei jedem Gegenstand ist klar, wo er hin kommt“, erklärt Sabrina Eichler. Alles ist bis in jedes kleine Detail geplant. Die 37 Jahre alte Laborleiterin hat den Umzug organisiert. Die Vorbereitungen dafür begannen bereits vor einem Jahr, als von dem neu gebauten Gebäude mit den großen hellen Laborräumen noch nicht viel zu sehen war. „Bis jetzt hat alles gut geklappt“, sagt Eichler. Die Biochemikerin fing vor sechseinhalb Jahren bei Centogene an, als eine von 30 Beschäftigten. Inzwischen sind es 250 Mitarbeiter, rund 200 davon in Rostock.

Der Umzug soll nur zwei Tage dauern. Am Vortag haben die Mitarbeiter in der Schillingallee die Geräte abgeschaltet und eingepackt. Nun wird am neuen Standort alles wieder hochgefahren. Schon gestern Abend sollte in den ersten Laboren wieder gearbeitet werden. Umzugsmanagerin Eichler wirkt trotz der großen Aufgabe erstaunlich gelassen. „Heute morgen war das noch anders“, sagt sie und lacht.

34 Millionen Euro kostet der Neubau mit 12000 Quadratmeter Fläche. Vorstandschef und Firmengründer Arndt Rolfs beschloss, in Rostock zu bleiben. Vorher hatte es Überlegungen gegeben, nach Berlin zu ziehen, wo die Firma bereits ein Büro hatte. Rolfs, Medizinprofessor an der Uni Rostock, gründete Centogene 2007. Laut Sprecherin Niemann ist es das einzige Unternehmer weltweit, das Gentests in dieser Breite anbietet. 750 bis 1000 Proben durchlaufen pro Woche die Labore. Laut Bundesanzeiger machte das Unternehmen 2015 21,4 Millionen Euro Umsatz, für 2018 plant die Aktiengesellschaft den Gang an die Börse.

„Die neuen Räume gefallen mir sehr gut“, sagt Silke Forkmann, leitende technische Angestellte, während sie Schachteln mit Proben in einen der vielen Kühlschränke einsortiert, die in jedem Labor stehen. In den alten Büros im Biomedizinischen Zentrum – eine Art Gründerzentrum für Medizinfirmen, das der Stadt gehört – war es extrem eng. „Es herrscht Aufbruchstimmung bei den Mitarbeitern“, sagt Firmensprecherin Niemann. Es gebe große Vorfreude bei den Beschäftigten, manche seien aufgeregt „wie kleine Kinder“. Für die Identifikation mit dem Unternehmen sei der Umzug in ein eigenes Gebäude sehr wichtig.

Gerald Kleine Wördemann

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