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Geschäft mit Pfand: Jede Flasche zählt

KAVELSTORF Geschäft mit Pfand: Jede Flasche zählt

Kavelstorfer Unternehmen wächst / Logistikzentrum entsteht / Automat zählt Millionen Einwegflaschen pro Jahr

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Gudrun Kitzerow schüttet die Einwegflaschen in die vollautomatische Zählanlage. Fotos (3): Doris Kesselring

Kavelstorf. Säckeweise landen Einwegflaschen auf dem Hof der Kavelstorfer Dienstleistungs- und Service GmbH (KaDiSe). Sie müssen gezählt und entwertet werden. „Etwa 22 Millionen Flaschen zählen und pressen wir pro Jahr“, sagt Firmenchef Fred Grohs, der KaDiSe 2005 als Großhandel für die Firma Getränkeland gegründet hatte.

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Kavelstorfer Unternehmen wächst / Logistikzentrum entsteht / Automat zählt Millionen Einwegflaschen pro Jahr

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Längst werden nicht mehr nur Märkte mit Getränken beliefert. „Wir veredeln die Ware, packen Flaschen in Holzkisten, Kartons und 6er-Träger um, sortieren, zählen und entsorgen die Plastikgebinde“, erklärt der 53-Jährige. Das Konsumverhalten bei Bier ändere sich gerade, bemerkt Grohs. Craft Beer, handwerklich gebrautes Bier aus kleinen Brauereien, erobere den Markt und darauf müsse sich auch sein Unternehmen einstellen. „Wir haben mehr als 250 verschiedene Artikel im Sortiment.“ Diese aus ganz Deutschland und dem Ausland importierte Ware wird in kleinere Einheiten umgepackt.

Dafür wird nun ein neues Logistikzentrum gebaut, für das die Bagger derzeit gleich neben der KaDiSe den Boden bereiten. Die Kavelstorfer Logistik GmbH (KaLo) wurde gegründet, die auf den dazugekauften 30000 Quadratmetern Land im Gewerbepark eine 6000 Quadratmeter große Logistikhalle errichtet. „Dort werden dann spezielle Arbeiten verrichtet, wie das Packen der Displays und die Zusammenstellung der Touren“, erläutert Grohs. „Neu ist, dass es neben dem Staplerverkehr auch Rampen zum Be- und Entladen geben wird, was die Arbeit erleichtert.“ Der Unternehmer rechnet damit, dass die Halle im Frühjahr nächsten Jahres fertiggestellt ist.

Das Geschäft mit Flaschen, vollen wie leeren, wächst. Mit sechs Mitarbeitern ist Grohs vor elf Jahren gestartet, heute zählt KaDiSe 50 Kollegen. Gudrun Kitzerow ist eine von ihnen. Sie steht an der vollautomatischen Hochleistungszählanlage, der einzigen in Mecklenburg-Vorpommern, und schüttet die Säcke mit Einwegflaschen aufs Band. Zuvor wurden die Säcke gescannt, um das Leergut den Einzelhändlern auch zuordnen zu können. Dann wandern die Kunststoffgebinde auf dem Band einzeln in den Zählautomaten.

„Hier sind etwa 40 Kameras drin“, erklärt Grohs die Technik. Damit würden die EAN-Barcodes (European Article Number) erfasst und die Sicherheitskennzeichen auf den Lables. Die Daten werden ins System gespeist und jeden Abend an eine Clearingstelle in Köln übermittelt, die wiederum die Flaschen den Produzenten zuordnet, so dass das Pfandgeld zurückfließen kann an die einzelnen Getränkemärkte. Die Kavelstorfer Anlage erspart Händlern und Gastronomen zwischen Hamburg und Berlin teure Transportkosten. „Früher mussten sie nach Wolfen in Sachsen-Anhalt“, erzählt Grohs.

Nach dem Zählvorgang kommen die Flaschen zur Entwertung in eine Hochdruckpresse. „Hier werden sie in geschlossene Container gedrückt“, erklärt Grohs, der seit 26 Jahren in der Getränkebranche arbeitet. Der Kunststoff wird anschließend bei der Verwertungsgesellschaft Veolia im Osthafen aufbereitet. 250000 Einwegflaschen würden etwa sieben Tonnen Rohstoff ergeben.

„Pro Tag gehen bei uns in zwei Schichten etwa 100000 Einwegflaschen übers Band, in der Saison doppelt so viele“, berichtet der KaDiSe-Chef. Bei 25 Cent Pfand je Flasche werde da viel Geld bewegt.

Deshalb seien hohe Sicherheitsvorkehrungen nötig. Außer den Kameras im Automaten sind auch Überwachungskameras im Raum installiert. Damit es keine Manipulationen gibt, wird die Zählanlage regelmäßig zertifiziert. Immer wieder werden plattgedrückte Flaschen ausgeworfen. „Da ist der Strichcode nicht zu lesen“, sagt Gudrun Kitzerow. Sie entfaltet die Flaschen per Hand und gibt sie wieder in die Maschine. Jede Flasche zählt. Und ihr Automat zeigt an, dass er seit Bestehen schon mehr als 147 Millionen Exemplare geschluckt hat.

Einweg auf Vormarsch

97 Prozent der pfandpflichtigen PET-Flaschen werden recycelt und häufig für die Produktion neuer Flaschen verwendet.

Einwegverpackungen mit Pfand sind in Deutschland immer an dem Logo der DPG (Flasche und Dose mit einem Pfeil unterstrichen) zu erkennen. 25 Cent beträgt das Pfand einheitlich für die Einwegflasche. Vor allem Discounter bieten zunehmend Getränke in Einwegverpackungen an. Vor allem Mineralwasser ist inzwischen zu 70 Prozent in Einwegflaschen zu haben.

Doris Kesselring

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