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Gestank im Klassenzimmer: Grundschüler müssen umziehen

Gehlsdorf Gestank im Klassenzimmer: Grundschüler müssen umziehen

Nach der Sanierung der Grundschule Gehlsdorf klagen Schüler über starke Gerüche und Kopfschmerzen / KOE-Sprecher: „Mängel in der Bauausführung“

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Die Grundschule Gehlsdorf bleibt vorerst leer. Für 1,2 Millionen Euro ist sie saniert worden.

Quelle: Philip Schülermann

Gehlsdorf. Nur rund zwei Jahre nach der Sanierung der Grundschule Gehlsdorf müssen die Grundschüler und Hortkinder vorerst wieder ausziehen – voraussichtlich für das gesamte kommende Schuljahr. In den Räumen herrscht ein strenger Gestank, Kinder klagen über Kopfschmerzen. Vermutlich geht der Geruch von dem Fußboden aus, der bei der Sanierung verlegt wurde. Die Grenzwerte für 2-Ethylalkohol sind erhöht. Nun soll geprüft werden, woher die Gase kommen, dann könnte der Boden wieder saniert werden.

Die derzeitigen Probleme hängen vermutlich mit Mängeln in der Bauausführung beim Tausch der Fußböden zusammen.“Nico Seefeldt, Sprecher kommunaler Eigenbetrieb KOE

2-Ethylhexanol findet sich in fast allen Innenräumen

Neue Computer oder Bodenbelege , Farben oder Kleber können 2-Ethylhexanol (EH) freisetzen. Darüber, wie viel EH der Mensch aufnimmt, wenn er ihm ausgesetzt ist, gibt es keine quantitative Erhebung.

Beim Einatmen können Husten, Schwindel, Kopfschmerzen, Mattigkeit oder Halsbeschwerden auftreten. In besonders hoher Konzentration können auch Augen und die Haut gereizt werden.

Die Stadt spricht von einer Entscheidung der „Sorgfalt und Vorsorge“, das Schul- und Gesundheitsamt, die Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) sowie Hort- und Schulleitung getroffen hätten. „Aufgrund der angezeigten Geruchsbelästigungen in den Schulräumen der Gehlsdorfer Grundschule wurden zur Ursachenermittlung entsprechende Prüfverfahren eingeleitet“, teilte das Schulamt den Eltern Ende vergangener Woche in einem Schreiben mit, das der OSTSEE- ZEITUNG vorliegt. Mit Bedauern hätte man feststellen müssen, dass eine mögliche Ursache der Fußbodenaufbau sei, der im Zuge der energetischen Sanierung der Schule neu verlegt worden war, heißt es weiter.

In zwei Räumen seien Proben genommen worden. Messungen haben dann ergeben, dass der erste Richtwert überschritten wurde. „Die 2-Ethylhexanol-Werte waren leicht erhöht“, sagt eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes. Zwischen erstem und zweitem Richtwert sollte gehandelt werden, von einem „Muss“ spreche man aber erst ab dem zweiten.

Erst 2013 und 2014 hatte die zuständige KOE unter anderem die Flure und Fußböden sanieren lassen. Möglich sei, dass dabei gepfuscht wurde. „Die derzeitigen Probleme durch eine Geruchsbelästigung hängen vermutlich mit Mängeln in der Bauausführung beim Tausch der Fußböden zusammen“, sagt Nico Seefeldt, Sprecher des KOE. Nach ersten Bodenproben „wurden Untersuchungen in allen Klassen- und Aufenthaltsräumen veranlasst“. Die Ergebnisse erwartet er in drei Wochen.

Mehrere Kinder zeigten Symptome, die man – in hoher Konzentration – 2-Ethylhexanol zuschreiben könnte: Kopfschmerzen, Husten, Konzentrationsschwierigkeiten, berichtet Anja Ritter, Vorsitzende des Stadtelternrats. „Eltern haben sich beschwert.“ KOE-Sprecher Seefeldt betont jedoch: Das Raumluftgutachten, das Anfang des Jahres in Auftrag gegeben worden sei, weise ausdrücklich keine Gefährdungen für die Gesundheit aus.

„Geruchsbelästigung ist schon lange ein Thema“, sagt Ritter.Weil das intensive Lüften der Räume keine Besserung brachte, nahmen Gesundheitsamt und KOE schließlich Proben – auch vom Boden. Für Ritter stand gleich fest: „Wir müssen was machen. Die Eltern sorgen sich um die Gesundheit ihrer Kinder.“

Während des kommenden Schulhalbjahres 2016/17 ziehen die Grundschüler und Hortkinder der Kindervilla Cords nun in Räume der Grundschule Toitenwinkel in der Pablo-Picasso-Straße. Die erforderlichen Bedingungen für Unterricht und Hortbetreuung seien dort gegeben, teilte die Stadt den Eltern mit. Die Schule liegt etwas mehr als drei Kilometer entfernt. Ein Chaos erwarte Ritter aber nicht.

Philip Schülermann

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