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Gesucht: Gönner mit Herz und Möbeln

Schmarl Gesucht: Gönner mit Herz und Möbeln

Um denen zu helfen, die nichts haben, ist das Sozialkaufhaus „Schmarler Lichtblick“ auf Spenden angewiesen

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Sie geben alles für die, die so gut wie nichts haben: Maik Biemann, Karsten Girod, Peter Klinger, Lars Söllner, Rüdiger Eibicht, Torsten Krüger, Silvio Buske und Steffi Franke (v.l.) – das Team vom Sozialkaufhaus „Schmarler Lichtblick“.

Quelle: Antje Bernstein

Schmarl. In der Küchenabteilung steht nur noch ein einziges Spülbecken, sonst nichts. Die gerade eben aufgebaute Schrankwand ist schon verkauft. Die Mitarbeiter des Sozialkaufhauses „Schmarler Lichtblick“ können den Ausstellungsraum kaum so schnell mit Möbeln bestücken, wie ihn die Kunden leerkaufen. „So einen enormen Warenumschlag hatten wir noch nie“, sagt Kaufhausleiter Maik Biemann. Bett, Geschirr, Kleidung oder Waschmaschine – kaum ein Artikel, den ihm seine Kunden nicht förmlich aus den Händen reißen. Zu Beginn der Sommerferien war der „Lichtblick“

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Um denen zu helfen, die nichts haben, ist das Sozialkaufhaus „Schmarler Lichtblick“ auf Spenden angewiesen

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Hilfe willkommen

Das Sozialkaufhaus am Schmarler Bach 2 ist montags bis freitags jeweils von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Der Abholservice für Sachspenden kann unter ☎ 0381 / 12184

08 angefordert

werden.

Geldspenden an: Charisma,

IBAN: DE3413 0500 0002 0007 8925

BIC: NOLADE21ROS

sogar nahezu ausverkauft. Allmählich füllt sich die Halle wieder.

Doch es reicht bei Weitem nicht. Denn die Zahl derjenigen, die auf Schnäppchen angewiesen sind, steigt und steigt. Die der Gönner leider nicht. Zumindest nicht genug. Für gute Möbelspenden müssen die Mitarbeiter immer weitere Wege fahren. Ausrangierte Sofas und Kommoden holen sie sogar vom Darß, aus Kühlungsborn oder Bad Doberan nach Rostock. „Dabei landet hier bei uns viel auf dem Sperrmüll, was aussieht, als käme es gerade erst aus dem Möbelhaus“, bedauert Biemann.

Gebraucht, aber noch gut und günstig: Bis zu 700 Menschen suchen jede Woche im Sozialkaufhaus nach Haushaltsartikeln und Mode zum kleinen Preis. Etwa 400 von ihnen werden fündig. Jeder noch so kleine Einkauf will gut überlegt sein. Im „Lichtblick“ shoppt, wer kaum genug zum Leben hat: Langzeitarbeitslose, Geringverdiener, Ältere mit Mini-Rente. Viele kommen schon seit Jahren. Etliche sind Neukunden. „Es kommen immer mehr Flüchtlinge zu uns, die sich ihre erste Wohnung einrichten wollen“, sagt Kaufhausmitarbeiterin Steffi Franke. Das stellt sie und ihre Kollegen vor Herausforderungen.

„Die Sprachbarriere ist oft ein Problem. Aber wir wissen uns zu helfen. Notfalls verständigen wir uns mit Händen und Füßen.“ Jung, alt, deutsch oder zugewandert – für jeden nimmt sich das achtköpfige „Lichtblick“- Team Zeit. „Wir sind mit viel Herzblut dabei und glühen für unseren Job“, sagt Maik Biemann. Um Menschen in Not zu helfen, stecken seine Mitarbeiter zurück. „Ein Lagerarbeiter hat bei uns eine 27-Stunden-Woche und verdient 1000 Euro brutto. Nicht gerade die Erfüllung, vor allem, wenn derjenige davon eine Familie versorgen muss“, sagt Biemann. Mehr ist aber nicht drin, denn die Gehälter zahlt das Kaufhaus größtenteils mit Geldern aus verschiedenen Fördertöpfen. Ob und in welchem Maße die fließen, entscheidet sich jedes Jahr aufs Neue. Deshalb müssen sich die „Lichtblick“-Mitarbeiter mit Jahresverträgen begnügen. Ihr Einsatz wird belohnt: Was sie an Geld nicht geben können, zahlen ihnen viele Kunden mit herzlichen Gesten. Vor allem die Kleinsten bescheren dem Team „Gänsehautmomente“, sagt Biemann. „Strahlende Kinderaugen sind der schönste Dank für uns.“

Die meisten, die regelmäßig ins Kaufhaus kommen, haben im Alltag selten Grund zum Lachen, weiß Biemann. Kein Geld, keine Arbeit, keine Familie, kaum Hoffnung darauf, dass sich etwas bessert – solche Sorgen wiegen schwer. Zumindest für einen Tag will das Kaufhaus-Team alle Last vergessen machen: Am 2. Dezember feiert der „Lichtblick“ sein zehnjähriges Bestehen mit einem großen Fest. Und bei dem spielen einige Kunden buchstäblich eine tragende Rolle: Als Models will Biemann sie auf den Laufsteg schicken. Die Vorbereitungen laufen schon. „Wenigstens einmal sollen alle Augen auf sie gerichtet sein“, sagt er. Denn das liegt ihm am Herzen: Im „Lichtblick“ soll jeder spüren, dass er etwas wert ist – egal, wie viel er besitzt.

Antje Bernstein

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