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„Ginilotte“ – Stoffparadies auf dem Land

Mönchhagen „Ginilotte“ – Stoffparadies auf dem Land

In Mönchhagen betreibt Ginette Perschall das größte Nähfachgeschäft der Region

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Filialleiterin Katharina Meier berät Margrit Bollwich aus Stralsund und Margitta Petzel aus Kavelstorf bei der Stoffauswahl. Die Kundinnen sind begeistert vom riesigen Sortiment im Nähfachgeschäft an der B 105 in Mönchhagen. FOTOS (3): DORIS DEUTSCH

Mönchhagen. Eine rote Bank vor dem Schaufenster macht neugierig und lockt in den Laden. „Ginilotte – flotte Stoffe & mehr“ – das größte Nähfachgeschäft in Rostock und Umgebung befindet sich mitten im Dorf, direkt an der vielbefahrenen B 105, in Mönchhagen. Zu abgelegen? „Keinesfalls“, winkt Inhaberin Ginette Perschall ab. Obwohl es die Baustelle vor der Tür den Kunden derzeit schwer macht, kommen an normalen Tagen 30 bis 60 Hobbyschneiderinnen zu „Ginilotte“. „Viele Touristen“, erzählt Perschall, „schauen bei jedem Abstecher an die Ostsee rein.“

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In Mönchhagen betreibt Ginette Perschall das größte Nähfachgeschäft der Region

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Hauptsächlich kommt die Kundschaft aus der Region zwischen Stralsund und Rostock.

Mehr als 5000 Stoffe, Bänder, Borten, mehr als 700 verschiedene Knöpfe, Nähzubehör und Kurzwaren sind in dem 400 Quadratmeter großen Laden übersichtlich einsortiert. Dazwischen gibt es gemütliche Sitzecken mit Lesestoff „für wartende Männer“ und Kinderspieloasen. Ein Treppenlift führt ins obere Ladengeschoss. „Es soll ein Wohlfühlort sein, der selbst Männer begeistert“, sagt die Inhaberin.

Sie selbst sei auf Umwegen „an der Nadel“ hängengeblieben. In der Elternzeit hat die Mutter von zwei Söhnen (6 und 7 Jahre) einen Nähkurs belegt, dann noch zwei „und das Feuer war entfacht“, erzählt die 34-Jährige. Von Haus aus im Rechnungswesen bewandert, habe sie 2012 ihren Traum vom eigenen Nähfachgeschäft umgesetzt. „Mit 5000 Euro Startkapital aus meiner gekündigten Versicherung habe ich Material eingekauft“, erinnert sich Perschall. In ihrem Eigenheim in Rövershagen hat sie peu a peu fast alle Räume für Stoffverkauf, Nähkurse und Lager in Beschlag genommen. „Als mein Sohn erzählte, sein Freund habe im Wohnzimmer gar keine Stoffe, habe ich die Reißleine gezogen.“ Sie habe in Rövershagen einen Bauantrag für ein Geschäft gestellt. Doch nach drei Jahren Wartezeit zog sie im November 2016 in die Transitstraße nach Mönchhagen.

Die Genehmigung für den Neubau habe sie inzwischen bekommen. Sie werde sich dort auch mit zwei weiteren Mietern Büros einrichten. Mit ihrem Stoffladen, in dem auch Nähkurse stattfinden, will sie jedoch in Mönchhagen bleiben. Die Nachfrage ist groß, deshalb wird die Unternehmerin ihre Geschäftsfläche im nächsten Jahr auf 800 Quadratmeter verdoppeln.

Die Kunden freut es. Margrit Bollwich (68) aus Stralsund hält auf jedem Rostock-Trip bei „Ginilotte“ an. Sie sucht Stoffe für ein neues Shirt und eine Tasche. „Es ist ein tolles Angebot hier“, schwärmt die Rentnerin. Margitta Petzel aus Kavelstorf schneidert von Kindesbeinen an und hat nun „Omas Gen“ auf die Enkelin übertragen. Zum Jahresende geht die 64-Jährige in Rente. „Und dann geht es richtig los mit dem Nähen“, freut sie sich und kauft schon mal einen Stoffvorrat für Sitzkissen.

Im Kursraum lässt sich Angela Jennart (60) eine Nähmaschine erklären. Sie habe ihre Arbeitszeit verkürzt und wolle sich nun mehr einem Hobby widmen. „Das Gästezimmer wird mein Hobbyraum. Ich will mir eine Nähmaschine kaufen und dann loslegen“, sagt die Rostockerin, die gerade von Helga Kentzler-Westland beraten wird. Die angestellte Schneiderin gibt bei „Ginilotte“ an drei Tagen pro Woche Nähkurse, auch abends und am Samstag. „Die sind sehr gut nachgefragt“, sagt Kentzler-Westland.

Doris Deutsch

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