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Glatter Aal: Nachbarn drohen mit Klage gegen 100-Millionen-Projekt

Rostock Glatter Aal: Nachbarn drohen mit Klage gegen 100-Millionen-Projekt

Neuer Ärger um Rostocks Glatten Aal: Das „Rosengarten- Center“ des irischen Investors Patrick McGrath und seiner Firma Randalswood Germany droht noch vor Baustart zum Fall für die Gerichte zu werden.

Rostock. Neuer Ärger um Rostocks Glatten Aal: Das „Rosengarten- Center“ des irischen Investors Patrick McGrath und seiner Firma Randalswood Germany droht noch vor Baustart zum Fall für die Gerichte zu werden. Denn obwohl alle politischen Gremien der Hansestadt „Nein“ zu McGraths Planungen auf der Brache im Stadtzentrum gesagt haben, will Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) „Ja“ sagen. Spätestens in der kommenden Woche will das Rathaus die Baugenehmigung für das 100-Millionen-Euro-Projekt erteilen. Nicht nur die Politik fühlt sich übergangen:

Erste Nachbarn drohen der Stadt bereits mit Klagen.

Hintergrund: McGraths plant auf dem bisherigen Parkplatz zwei große Neubauten. Das eine Haus soll ein Hotel beherbergen — mit 258 Gästebetten und 100 Plätzen in einem Restaurant. In Haus zwei soll ein neues Einkaufszentrum einziehen — mit mehr als 5000 Quadratmetern Verkaufsfläche und rund 500 Parkplätzen. Doch gegen das Vorhaben regt sich seit Monaten Widerstand — aus dem Bauausschuss, aber auch aus dem Ortsbeirat: Vor allem die Gestaltung der Neubauten gefällt den Volksvertretern nicht. Auch das Landesamt für Denkmalpflege hat nach OZ-Informationen Bedenken angemeldet.

Das Rathaus will trotzdem „grünes Licht“ für den Bau geben: „Das Vorhaben ist in der beantragten Form genehmigungsfähig“, sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Heißt: McGrath habe alle rechtlichen Vorgaben eingehalten. „Der Oberbürgermeister ist deshalb verpflichtet, die Genehmigung zu erteilen.“ Die Optik und auch der Wille der Stadtpolitiker spiele dabei keine Rolle: Das Rathaus handle als „Untere Bauaufsicht“ fürs Land und habe sich an Bundesrecht zu halten, so Bauamtsleiter Ines Gründel. Und das stehe nun mal über politischen Interessen.

Die Politik fühlt sich dennoch übergangen: „Wozu gibt es Gremien, wenn über sie hinweg entschieden wird? Jetzt wird schlimmstenfalls etwas gebaut, das eine Narbe in der Innenstadt werden könnte“, so Helge Bothur (Linke), stellvertretender Chef des Bauausschusses. McGraths Planer, Dennis Madden, hatte noch im Herbst zugesagt, einen Gestaltungswettbewerb für das Center zu starten. Davon ist jetzt keine Rede mehr. Mehr will Madden erst wieder sagen, wenn die Genehmigung schriftlich vorliegt.

Und noch etwas regt Politik und Nachbarn auf: Die 500 geplanten Parkplätze sollen laut Bauantrag überirdisch entstehen. So jedenfalls interpretieren CDU-Chef Daniel Peters und Unternehmerin Ines Kagerer die Pläne. „Es war immer die Rede von einem neuen Einkaufszentrum. Jetzt wird es ein großes Parkhaus“, sagt Kagerer. Ihre Firma PMC baut in direkter Nachbarschaft zum Glatten Aal ein neues Wohnhaus. Kagerer fühlt sich von der Stadt getäuscht und sorgt sich um Lärm-, Licht- und Abgas-Belastungen für ihre Mieter und Käufer. „Wir werden umgehend mit unseren Anwälten und Gutachtern prüfen, ob sich ein Parkhaus in dieser Dimension mit unserer bereits 2015 genehmigten Wohnbebauung verträgt.“ Wenn nicht, ziehe sie vor Gericht. CDU-Chef Peters sagt dazu: „Ein nahezu reines Parkhaus an diesem Standort wäre sehr unglücklich. Das haben wir nicht gewollt.“

Von Andreas Meyer

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