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Glocken gegen Abschiebungen

Glocken gegen Abschiebungen

Am gestrigen Donnerstag läuteten die Glocken der Marienkirche, der Nikolaikirche und der Petrikirche zehn Minuten lang bis um 12 Uhr. Sie sollten denen eine Stimme geben, die keine Stimmen haben.

Am gestrigen Donnerstag läuteten die Glocken der Marienkirche, der Nikolaikirche und der Petrikirche zehn Minuten lang bis um 12 Uhr. Sie sollten denen eine Stimme geben, die keine Stimmen haben. Denn zum dritten Mal innerhalb dreier Tage geschah gestern eine Sammelabschiebung von abgelehnten Flüchtlingen über den Flughafen Rostock- Laage.

Streng abgeschirmt mussten wieder Menschen aus vermeintlich sicheren Balkanländern über Nacht unser Land verlassen, die alle nicht ohne Grund aus ihrer Heimat geflohen sind. Die meisten von ihnen leben seit Jahren in Deutschland, sind gut integriert, haben die erforderlichen Deutschkenntnisse, viele eine Arbeitsstelle; zahlreiche Kinder und Jugendliche sind darunter; besonders empörend ist, dass sogar Familien auseinander gerissen werden. All dies geschieht wegen eines Verhängnisses: Ihre Herkunftsländer, Serbien, Mazedonien, Albanien und Kosovo, gelten als sicher.

Dem Trauma ihrer Flucht folgt nun das Trauma der Rückkehr in ein Land, das sie einst aus hoher Not verlassen haben. Die plötzliche Abschiebung geschieht dabei ohne psychologische oder seelsorgerliche Hilfe und ohne den nötigen Rechtsschutz am Flughafen.

So haben wir gestern Mittag das in der Marienkirche getan, was uns als Christinnen und Christen bleibt: Wir haben gebetet für Diejenigen, die zwangsweise aus unserem Land ausgewiesen wurden.

Der sonore Glockenklang sollte als Mahnung dienen, dass wir in politisch aufgeheizter Zeit nicht unsere Humanität aufgeben, unsere Solidarität mit Menschen in Not.

OZ

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