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Glücklicher Wahlsieger: Peter Stein

Stadtmitte Glücklicher Wahlsieger: Peter Stein

CDU-Mann holt wieder das Direktmandat für den Bundestag. Stimmung bei Wahlpartys getrübt.

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Peter Stein (CDU) mit Ehefrau Heike (l.), Sohn Thorben (r.) und dessen Freundin Peggy.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Stadtmitte. So richtig Stimmung wollte bei den Wahlpartys der Parteien gestern Abend nicht aufkommen. Neben den deutlichen Verlusten, die CDU und SPD zu beklagen haben, sorgt vor allem das Abschneiden der AfD, die als dritte Kraft in den Bundestag einzieht, für großen Missmut. Die Kreisvorsitzende der Linken, Eva-Maria Kröger, spricht von einem „Rechtsruck im Bundestag“. „Das Gesamtbild ist beängstigend“, sagt die Landtagsabgeordnete der Linken.

Über 2200000 Wahlberechtigte waren im Wahlkreis 14 Rostock - Landkreis Rostock II zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 73,0 Prozent. Wahlsieger mit 30,5 Prozent wurde in Rostock und den umliegenden Gemeinden die CDU. Zweitstärkste Kraft ist die Linke mit 20,7 Prozent. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich bis kurz vor Ende der Auszählung SPD (15,8 Prozent) und AfD (15,6 Prozent).

Das Direktmandat im Wahlkreis 14 holt sich wieder CDU-Mann Peter Stein. Allerdings fällt Stein unter die erhoffte 30-Prozent-Marke. Er konnte 29,6 Prozent der Erststimmen auf sich vereinen, 2013 waren es noch 35,1 Prozent. „Aber ich habe weniger verloren als andere Größen“, ist er glücklich und zufrieden. „Dies ist das Ergebnis von vier Jahren wirklich intensiver Wahlkreis-Arbeit“, sagt Stein am Abend bei der CDU-Party. Die Anspannung fällt bei Bier und Grillwurst allmählich ab. „Es war ein sehr emotionaler und kraftraubender Wahlkampf“, räumt Stein ein, in dem er „immer nahe an den Menschen dran war“. Begleitet habe ihn dabei als Talismann ein Bernstein – „als Symbol des Nordens, der Küste, der Hoffnung“. Für ihn sei es eine Ehre, „weiter vier Jahre für Rostock aktiv zu sein“.

Die Rostocker Sozialdemokraten beobachten mit ihrem Direktkandidaten Christian Reinke in der Pumpe in der Südstadt die Wahlergebnisse. Zum dicken Einsatz im Bundestag wird es nicht kommen, „aber ich werde auf alle Fälle bis 2019 meinen Bürgerauftrag in der Rostocker Bürgerschaft erfüllen“, sagt Reinke, der sich mit 17,9 Prozent mit Platz drei unter zehn Direktkandidaten begnügen muss. „Aber zwei Prozent über dem Zweitstimmenergebnis der SPD“, versucht er dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen. „Man kann nicht viel gegen den Bundestrend machen“, klingt Reinke dann doch etwas resigniert.

Die Linke trifft sich im Restaurant „Burwitz“. Ihr Direktkandidat Dietmar Bartsch ist in Berlin, gratuliert aber von dort Peter Stein. Bartsch freut sich über sein eigenes Ergebnis: 24,8 Prozent.

„Deutlich mehr Erst- als Zweitstimmen im Wahlkreis, das ist ein Erfolg. Am Ende ist es leider Platz zwei.“ Doch er werde seine Aufgabe als Abgeordneter in Rostock mit Engagement annehmen. „Unser Kreisverband hat das beste Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern eingefahren“, ist Senator Steffen Bockhahn zufrieden. „Aber der hellblaue Balken gefällt nicht, der Einzug der AfD in den Bundestag ist besorgniserregend.“ Zustimmung von den Grünen, deren Direktkandidat Uwe Flachsmeyer bei der Linken vorbeischaut. Sein eigenes Abschneiden (5,1 Prozent) sei „keine Enttäuschung“. Er sei als Außenseiter gestartet. „Es ging darum ein gutes Zweitstimmenergebnis zu erzielen, und das ist auf Bundesebene gelungen“, erklärt Flachsmeyer. Auf Landesebene und auch in Rostock (6,1 Prozent) sei das Ergebnis eher enttäuschend. Ökologische Themen hätten hier weniger Bedeutung. „Hier geht es um existenzielle Probleme wie Job, Arbeitsmarkt und auch Wohnen“, sagt Flachsmeyer und kündigt an, hier künftig aktiver zu werden.

Die Liberalen jubeln über den Wiedereinzug der FDP in den Bundestag. „Und unser Hagen Reinhold ist dabei“, freut sich Kreischef Christoph Eisfeld. Als Direktkandidat hat Reinhold nur 4,5 Prozent geholt, doch über die Landesliste reist er nach Berlin. Auch Eisfeld äußert sich erschrocken über das Wahlergebnis der AfD. „Das muss für uns alle nun Auftrag sein, uns um die Menschen zu bemühen, die ihr Kreuz falsch gesetzt haben“, sagt er. In Gnewitz, Hinrichshagen, Wiethagen, Torfbrücke, Dierkow, Toitenwinkel wurde die AfD stärkste Kraft. In einigen Wahlbezirken im Nordwesten, in der Südstadt und KTV macht die Linke das Rennen, ansonsten liegt die CDU vorn.

Doris Deutsch

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