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Groß Biestow: Wie viel verdient die Wiro am neuen Stadtteil?

Biestow/Südstadt Groß Biestow: Wie viel verdient die Wiro am neuen Stadtteil?

Teile des geplanten Großbaugebietes gehören der Stadttochter / Einwohnerversammlung am Montag / In der Bürgerschaft zeichnet sich eine Mehrheit für die Pläne ab

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Biestow/Südstadt. Fünf Tage noch, dann will das Rathaus endlich Fakten auf den Tisch legen: Nachdem die Verantwortlichen um Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) wochenlang zum größten Städtebau-Projekt seit Jahrzehnten geschwiegen haben, wird die Verwaltung am kommenden Montag ihre Pläne für Groß Biestow nun offiziell vorstellen. Bekannt ist bisher nur, dass die Stadtplaner im Süden Rostocks einen komplett neuen Stadtteil für bis zu 13000 Menschen aus dem Boden stampfen wollen. Viele Fragen sind jedoch noch offen – zum Beispiel, wie sich das Rathaus das neue Viertel genau vorstellt, was aus Tausenden Kleingärten wird und welche Rolle die Wiro bei all dem spielt.

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Teile des geplanten Großbaugebietes gehören der Stadttochter / Einwohnerversammlung am Montag / In der Bürgerschaft zeichnet sich eine Mehrheit für die Pläne ab

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Vor allem die Frage, wer von dem Großprojekt profitieren könnte, ist derzeit das große Thema hinter den Kulissen. Ein möglicher Gewinner steht schon fest – und das wäre die stadteigene Wohnungsgesellschaft Wiro. Dem Unternehmen gehören schon jetzt große Teile des Gebiets, das das Rathaus für Wohnungsbau nutzen will. Im Grundbuch für den Bereich ist die Wiro als Eigentümer von insgesamt 16 Flurstücken vermerkt. Das größte misst fast 300 000 Quadratmeter. Bisher kann die Wiro mit diesem Land nicht viel anfangen. Alle Flurstücke sind als „Landwirtschaftsflächen“ vermerkt.

Wird daraus nun Bauland, steigt der Wert jedoch um ein Vielfaches. Denn Ackerland rund um Rostock war laut Zahlen des Statistischen Landesamtes zuletzt gerade mal zwei Euro je Quadratmeter wert. Für Bauland legen Käufer schnell einige Hundert Euro auf den Tisch.

Prompt kursieren Gerüchte, wonach die Wiro von der Stadt vorab über die Planungen informiert worden sei. Stimmt nicht, sagt die Wiro: „Die letzten Käufe in dem Bereich wurden um das Jahr 2004 herum vollzogen“, sagte Wiro-Sprecher Carsten Klehn schon nach Bekanntwerden der Pläne für Biestow. Das Unternehmen habe die Grundstücke damals gekauft, um dort Bauland für Ein- und Zweifamilienhäuser zu erschließen. „Daraus ist aber nie etwas geworden.“ Mit den aktuellen Planungen habe die Wiro nichts zu tun: „Weder stammen die aus unserer Feder, noch kannten wir die Pläne vorher.“

Der größte Teil der Flächen im Süden der Stadt ist in Privatbesitz. Auch die Hansestadt, das Land und der Bund sowie die Kirchengemeinde Biestow gehören zu den Eigentümern. Der Kirche etwa gehören zwischen dem Klein Stover Weg und der Groß Stover Straße ebenfalls fast 300 000 Quadratmeter.

In der Bürgerschaft scheint Oberbürgermeister Methling schon im Vorfeld eine Mehrheit für die Idee vom neuen Stadtteil so gut wie sicher: „Die Pläne für Groß Biestow sind alternativlos“, sagt SPD-Fraktionschef Steffen Wandschneider. „Wer glaubt, Rostock könne seine Wohnungsnot lösen, in dem hier und da ein paar Lücken bebaut werden, der schadet der Hansestadt und ihrer Entwicklung.“ Wenn Rostock wie prognostiziert wirklich bis 2035 um 20000 Einwohner wächst, muss Wohnraum her: „Sonst steigen die Mieten in der ganzen Stadt noch weiter. Und davon profitieren nur die Vermieter.“

Auch CDU- Kreischef Daniel Peters stellt sich hinter die Planungen: „Wir brauchen die große Lösung“, sagt er. Dass schon Kritik laut wird, hält er für überzogen: „Es wird eine große Bürgerbeteiligung geben. Ein Stadtteil entsteht nicht über Nacht.“

Grüne und Linke sind zurückhaltender. „Klar ist, wenn das Gebiet bebaut wird, dann muss es ein grüner Musterstadtteil werden“, sagt Grünen-Faktionschef Uwe Flachsmeyer. Die Planer müssten so viele Grünflächen und Kleingärten wie möglich erhalten. „Auch die Anbindung an den Nahverkehr muss stimmen.“ Außerdem: Wenn die große Lösung bei Biestow kommt, sollte die Stadt auf andere Baugebiete – etwa in Diedrichshagen – verzichten. Linken-Chefin Eva-Maria Kröger sieht in den Planungen hingegen keine Lösung für Rostocks Probleme am Wohnungsmarkt: „Es gibt viele Familien, die wünschen sich ein Eigenheim. Befriedigt Rostock diesen Bedarf nicht, ziehen die Leute in den Landkreis und der Stadt gehen wichtige Steuereinnahmen verloren.“ Doch: „Wir brauchen ein gesundes Gleichgewicht zwischen Eigenheimen und günstigem Wohnraum. Häuser zu bauen, das schafft keine günstigen Mieten.“ Bei den Planungen für einen neuen Stadtteil erwarte sie, dass nicht nur die Masse an neuen Wohnungen zählt – „sondern auch die Lebensqualität für die Bürger“: „Die Leute wollen in der Nähe ihrer Wohnung auch Treffpunkte, kleine Geschäfte und Cafés sowie Grünflächen. Es geht schließlich um Lebensräume.“

Andreas Meyer

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