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Großer Dank nach hartem Türkei-Einsatz

SANITZ Großer Dank nach hartem Türkei-Einsatz

Beim feierlichen Appell in der Siebenbuche-Kaserne fordern Militär und Politik mehr Personal und Material

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Mit dem Einmarsch der Truppenfahnen begann der feierliche Appell in der Siebenbuche-Kaserne in Sanitz. Fotos (4): Jens Wagner

Sanitz. Bei einem feierlichen Appell in der Siebenbuche-Kaserne haben gestern der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und sein schleswig-holsteinischer Amtskollege Torsten Albig (SPD) den Soldaten des Flugabwehrraketengeschwaders 1 für ihren Einsatz in der Türkei gedankt. Dort schützten die Soldaten den türkischen Bündnispartner vor Raketen aus Syrien. Dieser Einsatz hatte drei Jahre gedauert, er endete am 30. Dezember.

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Es hat sich gezeigt, dass die Per- sonaldecke stellenweise zu dünn ist.“Hans-Peter Bartels, Wehrbeauftragter

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Müllner unterstrich in seiner Rede, dass innerhalb von sechs Wochen die Einsatzbereitschaft hergestellt worden sei, obgleich die Soldaten „weder personell noch materiell“ für einen solchen Auftrag ausgestattet gewesen seien. Die Soldaten hätten jedoch Vertrauen in sich selbst und ihre Ausrüstung gesetzt. „Das verdient unser aller Respekt und Anerkennung“, sagte der Generalleutnant.

Die Last des Einsatzes habe auf den Schultern von 2500 Soldaten gelegen, von denen nun 500 an dem feierlichen Appell teilnahmen. Müllner erwähnte aber auch, dass Soldaten anderer Waffengattungen an dem Einsatz im türkischen Kahramanmaras beteiligt gewesen seien. Das Zusammenspiel der Streitkräfte habe funktioniert, „darauf dürfen wir mit Stolz blicken, ohne uns aber auf unseren Lorbeeren auszuruhen.“ Müllner freute sich, „dass alle wieder gesund zu Hause sind“. Gleichzeitig erinnerte er daran, „dass wir Zeugen einer humanitären Katastrophe“ seien, die von Syrien in die Hauptstädte getragen wird.

Hans-Peter Bartels, Wehrbeauftragter der Bundeswehr, sagte, beim Einsatz in der Türkei habe sich gezeigt, dass die Personaldecke der Bundeswehr an einigen Stellen eindeutig zu dünn sei. Die deutschen Flugabwehrraketen würden gebraucht — „mehr als man vor Jahren noch glaubte.“ Mit der Türkei-Mission hätten die Soldaten einen Beitrag mit Bravour geleistet. Nun seien aber auch politische Entscheidungen notwendig, um Defizite und hohle Strukturen zu beseitigen. Dies bedeute den Ersatz von 14 neuen Abwehrsystemen. Beim Personal wolle man den Übergang zu „robusten, redundanten Strukturen“ schaffen.

Ministerpräsident Sellering betonte in seinem Grußwort, dass die Politik in der Pflicht stehe, „klare verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen“. Die Welt sei nicht friedlicher, aber die Lage unübersichtlicher geworden.

„Wir brauchen eine Bundeswehr, die materiell und personell auf der Höhe ist“, sagt der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig, in dessen Land, ebenso wie in Mecklenburg-Vorpommern, Teile des Geschwaders stationiert sind. Nun sei der Einsatz in der Türkei beendet, aber es sei noch ein weiter Weg bis der Nahe Osten zur Ruhe komme.

Zum feierlichen Appell waren zahlreiche Kommunalpolitiker aus der Region erschienen. Dies wertete Generalleutnant Karl Müllner als Zeichen des Rückhalts an den Standorten.

Einsatz in Zahlen

An ihren Fahrzeugen hatten die Soldaten des Flugabwehrraketengeschwaders die Bilanzzahlen ihres Einsatzes präsentiert. Demnach waren sie 990 Tage im Einsatz — das entspricht etwa 1425 600 Minuten oder 23760 Stunden. Aber es wurde nicht nur die Zeit bilanziert, bei dem Aufenthalt in der Türkei wurden 275 Reifen defekt und 4273 641 Liter Diesel verbraucht. Im Durchschnitt waren 350 Soldaten im Einsatz, anfangs etwas mehr, zum Ende hin weniger.



Michael Schißler

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Sanitz
Einen feierlichen Appell gab es gestern in der Sanitzer Sieben-Buche-Kaserne für die Soldaten die am dreinjährigen Türkei-Einsatz teilgenommen hatten.

Kritische Worte zur Ausrüstung der Bundeswehr bei feierlichem Appell in der Sieben-Buche-Kaserne.

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