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Großer Trubel um drei kleine Ladys

Südstadt Großer Trubel um drei kleine Ladys

Die Drillinge Valery, Tammy und Ruby verzücken die Frühchenstation und die Familienministerin

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Die Drillinge Ruby (v.l.), Tammy und Valery wurden am 9. Mai geboren. Schwester Polly (3) und die Eltern Markus und Susann sind stolz.

Quelle: Ove Arscholl

Südstadt. Sie wiegt gerade mal so viel wie zwei Päckchen Zucker, ist aber mindestens doppelt so süß: Ruby ist das Nesthäkchen im wohl niedlichsten Dreiergespann in Rostocks Südstadtklinikum. Das knapp eine Woche alte Mädchen und seine Schwestern Tammy und Valery sind die ersten Drillinge, die dieses Jahr in Mecklenburg-Vorpommern zur Welt gekommen sind (die OZ berichtete). Ihr Babyglück im Dreierpack kann Mama Susann Schröder noch immer kaum in Worte fassen. „Ich bin so erleichtert, dass bei der Geburt alles glatt gegangen ist und die drei gesund sind.“

Liebevoll streichelt die 34-Jährige über den blonden Flaum, der sich auf Rubys Köpfchen kringelt. „Meine Kleinste kämpft sich am dollsten durch“, erzählt die Drillingsmama stolz. Doch auch Tammy und Valery entwickeln sich trotz Frühstart ins Leben bestens. Letztere kann sogar schon ausschließlich mit dem Fläschchen gefüttert werden.

Bei Ruby und Tammy reicht die Kraft dafür noch nicht ganz aus. Sie werden zusätzlich über eine Sonde ernährt, erklärt Chefarzt Dirk Manfred Olbertz. Tammy bekommt außerdem einen Kick verpasst, um den sie mancher Kaffeetrinker beneiden dürfte: Der Kleinen wird regelmäßig Koffein verabreicht. Die Substanz soll den Säugling vor gefährlichen Atemaussetzern bewahren. Eine Extraportion vom Wachmacher könnten auch ihre Eltern Susann und Markus Schröder bald nötig haben. Noch helfen ihnen die Schwestern auf der Frühchenstation dabei, die Drillinge zu umsorgen. Wenn es in zwei bis drei Wochen nach Hause geht, wollen es Mama und Papa allein schaffen. Drillingswagen, Wickeltisch und Babybettchen – an der Ausstattung wird es im Haus der Familie bei Teterow nicht scheitern. „Aber das erste Jahr wird bestimmt aufregend. Wir wissen noch gar nicht, was da auf uns zukommt“, sagt Susann Schröder. Um in den ersten zwölf Monaten rund um die Uhr für ihr Trio da zu sein, legen die Physiotherapeutin und ihr Mann, ein Dachdeckergehilfe, eine Jobpause ein. Und wenn auch vier Hände nicht ausreichen, bespaßt die dreijährige Polly die Drillinge. Als große Schwester Ehrensache.

Dass die Mädchen zusammen im Hause Schröder künftig den Ton angeben, scheint vorherbestimmt. Immerhin wurden alle vier nach berühmten Songs benannt. Papa Markus ahnt aber auch so, dass es für ihn kein Kinderspiel sein wird, sich zu behaupten. „Bei fünf Frauen hab’ ich nicht mehr viel zu melden“, scherzt der 37-Jährige. Auf männliche Verstärkung muss er verzichten. „Jetzt reicht’s mit Kindern“, stellt Susann Schröder klar.

Der dreifache Babyboom kam für das Paar überraschend. „Beim ersten Ultraschall im Oktober hatte mein Frauenarzt nur ein Baby gesehen. Beim zweiten Mal waren es dann plötzlich drei. Da waren wir geschockt“, erinnert sich Susann Schröder und lacht. Dass sie die drei tatsächlich gesund zur Welt bringen würde, daran hatte sie zunächst gezweifelt. „Mein Arzt hat gesagt, das ist nicht machbar.“

Doch die Schwangerschaft verlief bestens. „Ich hab’ mich rundum wohlgefühlt. Nur die letzten beiden Wochen fielen mir schwer.“ Am 9. Mai kamen – pünktlich zur Mittagszeit – Valery, Tammy und schließlich Ruby per Kaiserschnitt zur Welt. Alle drei klein und zart, aber putzmunter. Und vor allem tiefenentspannt, berichtet Mama Susann. Stress und Babygeschrei? Fehlanzeige. „Mal sehen, ob das so bleibt.“

Zumindest seinen ersten großen Auftritt vor Publikum hat das Trio gestern ganz gelassen hingelegt: Ein Dutzend Leute – Landesfamilienministerin Birgit Hesse, Senator Chris Müller (beide SPD) und eine Schar an Klinikmitarbeitern und Medienvertretern – drängelten sich um die Kinderbettchen, um die Mädchen zu bestaunen. Den kleinen Ladys aber war der große Trubel schnuppe. Valery, Tammy und Ruby rieben sich die Äuglein und schlummerten trotzdem ein.

Immer häufiger Drillinge und Vierlinge

3 Drillingsgeburten gab es im vergangenen Jahr im Südstadt-Klinikum. Dabei sind Mehrlingsgeburten eigentlich sehr selten.

Drillinge treten bundesweit etwa bei jeder 7200. und Vierlinge bei jeder 614000. Geburt auf.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war 2014 bereits jedes 27. Neugeborene ein Mehrlingskind. Damit war der Anteil der Mehrlinge unter allen Neugeborenen doppelt so hoch wie 1977. 2014 kamen 846 Drillinge sowie 44 Vierlinge zur Welt.

Antje Bernstein

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