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Großfeuer gefährdet Spitzenforschung

GROSS LÜSEWITZ Großfeuer gefährdet Spitzenforschung

Nach Brand im Kühn-Institut: Spezialmaschinen vernichtet / Gefahrgutzug im Einsatz / Schaden zwei Millionen

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Flammen und Hitze haben die Mehrzweckhalle völlig zerstört.

Quelle: Julius Kühn-Institut

Groß Lüsewitz. Nach dem Brand gestern in einer Mehrzweck- und Wirtschaftshalle des Julius-Kühn-Institutes in Groß Lüsewitz (die OZ berichtete) haben die Brandermittler ihre Arbeit aufgenommen und suchen nach der Ursache des Feuers. Unterdessen befassen sich die Mitarbeiter des Institutes mit den Folgen des Brandes, der die Arbeits- und Forschungsmöglichkeiten nun teilweise erheblich einschränkt, weil vor allem eine Spezialmaschine von den Flammen vernichtet wurde. Die Höhe des Schadens liegt im siebenstelligen Bereich.

„Wir arbeiten auf unseren Versuchsfeldern auf sehr kleinen Parzellen“, sagt Stefanie Hahn, Sprecherin des Bundesforschungsinstitutes für Kulturpflanzen in Braunschweig. „Dazu brauchen wir auch entsprechend kleinere Maschinen, beispielsweise fürs Säen, Spritzen und Ernten.“ Dafür habe man einen kleineren Mähdrescher, der hinter einen Traktor gehängt werde. Verbrannt sind bei dem Feuer nach ihren Angaben auch „sechs Traktoren verschiedener Größe“. Sie wieder zu beschaffen „ist vermutlich nicht so schwer, weil andere Zuchtbetriebe sie auch nutzen“, allerdings müsse man mit Wartezeiten rechnen.

„Das Gebäude, das wir Kartoffelhalle nennen, umfasst auch ein Kartoffelkühllager, eine Arbeitshalle mit Werkstatt und ein Schleppdach mit Waschplatte für unsere Geräte und einen Ölabscheider, vor allem aber die Sortieranlage“, erläutert Stefanie Hahn. Um ihren Ersatz sorgt sie sich gestern am meisten. „Diese Anlage ist für uns wichtig, wenn jetzt die Ernte beginnt und wir unsere Zuchtergebnisse auswerten müssen.“ Sie hofft gleichzeitig, dass in der Lagerhalle nicht allzu viele Zuchtkartoffeln verloren gegangen seien. Beim Brand sei es gelungen, eine mobile Tankanlage aus der Halle zu bergen, bevor sie von den Flammen in der Halle erfasst werden konnte, sagte die Institutsmitarbeiterin.

Kreisbrandmeister Mayk Tessin zog gestern eine Bilanz der Arbeit seiner Leute. „Ingesamt waren 84 Feuerwehrleute in Groß Lüsewitz im Einsatz“, so der Kreisfeuerwehrchef. „Zu den Arbeiten wurde auch der Gefahrgutzug Nord herangezogen, weil wir am Donnerstag nicht ausschließen konnten, dass in der Halle Pflanzenschutzmittel lagerten. Das hat sich – abgesehen von Kleinstmengen – nicht bestätigt.“

Gleichwohl hat das Julius-Kühn-Institut nach dem Brand dafür gesorgt, dass der Regenwasserkanal geschlossen wird, erläuterte Stefanie Hahn.

Die Feuerwehr habe die Belastung der Luft gemessen, „dabei konnten wir aber keine erhöhten Werte feststellen“, so Tessin, der die Zusammenarbeit mit den Institutsmitarbeitern lobt: „Sie konnten uns über alles, was in der Halle war, informieren.“ Die starke Rauchentwicklung während des Brandes konnte Tessin erklären: „Die Halle, die völlig ausgebrannt ist, bestand aus sogenannten Sandwich-Platten“, sagt der Kreisbrandmeister. „Die Hohlräume zwischen diesen Metallplatten sind mit Schaumstoff gefüllt, durch das Feuer verbrannte er nicht nur, es lösten sich auch Partikel.“ Die Knallgeräusche, die beim Brand zu hören gewesen waren, führt Tessin auf die in der Hitze platzenden Reifen der Geräte zurück.

Die Schadenssumme ist noch nicht genau absehbar. „Die Halle ist erst vor sechs Jahr eingeweiht worden“, sagte Stefanie Hahn, sie hat damals eine Million Euro gekostet. Um die Maschinen zu ersetzen, so schätzt sie, wird noch eine Million Euro nötig sein.

Julius-Kühn-Institut

Kartoffel, Lupinen und Getreide –

daran forschen die Mitarbeiter des Julius Kühn-Institut in Groß Lüsewitz. In dem Sanitzer Ortsteil sind die Züchtungsforschung an landwirtschaftlichen Kulturen und das Institut für Resistenzforschung und Stresstoleranz untergebracht. Insgesamt hat das Institut 16 Standorte in der Bundesrepublik. Die Einrichtung ist eine Bundesoberbehörde und gehört zum Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Ihre Aufgabe ist der Schutz der Kulturpflanzen.

Michael Schißler

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