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Großmotoren-Tagung in Rostock

Stadtmitte Großmotoren-Tagung in Rostock

150 Experten aus aller Welt diskutieren über Schadstoffsenkungen

Stadtmitte. Über innovative Technologien zur Schadstoffsenkung von Großmotoren haben bis gestern 150 Experten aus Deutschland und der ganzen Welt beraten. Selbst aus Japan sind sechs Spezialisten zur vierten Rostocker Großmotoren-Tagung angereist. Diese Tagung hat sich in der internationalen Fachwelt fest etabliert. Die Zukunft der Großmotoren wird im Spannungsfeld von Emissionen, Kraftstoffen und Kosten diskutiert. Ausrichter ist der Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren der Universität Rostock unter Leitung von Professor Horst Harndorf. Er hat die Großmotoren-Tagung vor sechs Jahren ins Leben gerufen.

Die Universität hat sich als unabhängiges Kompetenzzentrum für Forschung im Großmotorenbau weit über Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Auf dem Prüfstand der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik steht der größte Ein-Zylinder Forschungsmotor einer europäischen Universität. Das Senken der Methan -, Stickoxid- und Kohlendioxidemissionen bei gleichzeitiger Steigerung der Leistungsdichte gegenüber den bisherigen Dual-Fuel Schiffsdieselmotoren lautet das Ziel des Forschungsprojektes. „Wir wollen erreichen, dass die Umweltbelastungen durch Großmotoren auf den Weltmeeren und die verschärften Abgasnormen im Schiffsverkehr künftig eingehalten werden können“, sagt Harndorf.

Dass die Universität zwei Tage Gastgeber für Forscher und Entwickler von Motorenherstellern, Zulieferern, Reeder, Vertreter der Mineralölwirtschaft und Klassifikationsgesellschaften ist, „ist ein Ritterschlag“, sagt Dr. Christian Fink, Teamleiter am Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren. Bereits seit 1955 forscht die Uni Rostock an Verbrennungsmotoren.

Schon in diesem Jahr soll die Stickoxid-Emission bei Großdieselmotoren drastisch reduziert werden. Das gilt vorerst aber nur für Emissions-Kontrollgebiete, zu denen aktuell nur die Küstengewässer um Nordamerika zählen. Hingegen gilt für die Ostsee, Nordsee und dem Ärmelkanal bereits seit 2015 ein stark reduzierter Schwefeldioxidausstoß, der einem Kraftstoffschwefelanteil von 0,1 Prozent entspricht.

An der Universität Rostock werden deshalb Brennverfahren für zukünftige Dual-Fuel-Motoren untersucht und weiter entwickelt. Dual-Fuel-Motoren können sowohl mit Diesel als auch mit Gas betrieben werden. Der neue Ein-Zylinder-Forschungsmotor basiert auf dem Können der Motorenbauer von Caterpillar, die Erfahrungen mit Gas-und Dual-Fuel-Motoren für Schiffs-und Landanwendungen haben. „Im Gasbetrieb wäre ein Dual Fuel Motor für aktuelle Emissionsanforderungen gewappnet“, sagt Fink. Sein Team hat Computermodelle für den neuen Forschungsmotor entwickelt, die einen Einblick in die ablaufenden Prozesse ermöglichen und damit Optimierungen im Brennverfahren aufzeigen.

Wolfgang Thiel

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