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Hängepartie um Flüchtlingsunterkunft

BARGESHAGEN Hängepartie um Flüchtlingsunterkunft

Umbau des Bauernhauses nicht vor 2017 / Kinder und Jugendliche weiter im Internat untergebracht

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Der Umbau des alten Bauernhauses verzögert sich weiter. Zunächst muss die Nutzung der benachbarten Kulturscheune vertraglich eingeschränkt werden.

Quelle: Lennart Plottke

Bargeshagen. Eigentlich sollte in das alte Bauernhaus an Bargeshagens Hauptstraße längst wieder Leben eingezogen sein. Denn die Gemeinde wollte das Gebäude umbauen und hier spätestens zum Jahresende eine Unterkunft für unbegleitete Kinder und Jugendliche schaffen – aktuell sind die neun jungen Asylbewerber noch provisorisch im Internat der Förderschule am Doberaner Kellerswald untergebracht. Doch seit Monaten tut sich im und am Haus nichts.

Dabei hatte die Gemeindevertretung bereits Mitte des Jahres einen entsprechenden Bauantrag beim Landkreis gestellt. Und genau hier liegt das Problem: „Das Bauamt hat Unterlagen zum Lärmschutz nachgefordert“, erklärt Landkreis-Sprecher Michael Fengler. „Denn das Bauernhaus kann wegen der benachbarten Kulturscheune nur eingeschränkt zum Wohnen genutzt werden.“ Dies gehe aus einem Gutachten zur Lärmimmission der Kulturscheune hervor, das mit dem Bauantrag vorgelegt wurde, so Fengler.

Deshalb sei im Bauernhaus höchstens eine Hausmeisterwohnung zulässig, deren Aufenthaltsräume auf der nordöstlichen Seite liegen müssten. „Dieser rechtliche Zustand hat Folgen für die beantragte Baugenehmigung“, macht Fengler deutlich. „Eine Unterkunft für minderjährige Asylsuchende ist aus immissionsschutzrechtlicher Sicht in dem Haus nicht möglich.“ Es sei denn, die Nutzung der Kulturscheune würde eingeschränkt: „Eine solche Einschränkung kann aber nur erfolgen, wenn ein Nachtrag zur ursprünglichen Baugenehmigung eingereicht wird.“ Entsprechende Unterlagen seien beim Bauamt des Landkreises bislang nicht vorgelegt worden.

„Wir sind da dran“, sagt Bargeshagens Bürgermeister Eduardo Catalán (FDP). „Aber das ist vor allem mit Blick auf notwendige Messungen sehr umfänglich – wir wollen das ja auch ganz genau machen.“ Dazu solle ein Schallmessgerät zum Einsatz kommen, so Catalán: „Dieses Gerät haben wir in den vergangenen Wochen schon auf unserem Sportplatz eingesetzt – um so zu überprüfen, ob die Nachbarschaft vom Lärm beeinträchtigt wird.“ Im Ergebnis habe man keine zu hohen Dezibelzahlen feststellen können, stellt Catalán klar: „Selbst 30 spielende Kinder haben die oberen Messwerte nicht überschritten – da kann man mal sehen, was gefühlter und realer Lärm ist.“

Mit Blick auf den Bauantrag für die Kulturscheune habe man möglicherweise vor einigen Jahren Fehler gemacht, räumt Catalán ein: „Wir haben hier die erlaubten Richtwerte sehr hoch angelegt – da könnte man fast von einer Ramba-Zamba-Scheune sprechen.“ Dies wolle man jetzt beim Nachtrag zur ursprünglichen Baugenehmigung anpassen. Aktuelle Lärm-Beschwerden von Nachbarn könne er nicht wirklich nachvollziehen, erklärt der Bürgermeister: „Auffällig ist auch, dass sich die Leute vor allem über ausländische Hochzeiten aufregen, die in der Kulturscheune gefeiert werden – das ist schon traurig.“

Aus seiner Sicht würden hier Menschen ohne Grund beschimpft: „Und wenn schon am Nachmittag damit gedroht wird, abends die Polizei zu rufen, lässt das doch tief blicken.“

Fakt ist: In diesem Jahr werden keine Kinder und Jugendlichen mehr ins alte Bauernhaus einziehen. „Die Betreuung wird zunächst weiter – und damit über das Jahresende hinaus – im Doberaner Internat gewährleistet“, sagt Landkreis-Sprecher Michael Fengler. Für Eduardo Catalán ist das Thema damit aber längst nicht vom Tisch. „Wir wollen im umgebauten Bauernhaus nach wie vor junge Flüchtlinge unterbringen – denn der Bedarf ist ja weiterhin da, das Problem existiert und darf nicht ausgeblendet werden.“ Darüber hinaus gebe es in Bargeshagen optimale Rahmenbedingungen, meint der Bürgermeister: „Jugendclub, Sportplatz, Kita und Ärzte sind quasi direkt vor der Tür – mehr geht ja gar nicht.“

Lennart Plottke

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