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Haftstrafe nach Ausraster beim Blitzgerät

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Haftstrafe nach Ausraster beim Blitzgerät

Student G. provoziert und verhöhnt Polizisten und verletzt einen von ihnen

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Staatsanwalt und Richterin finden klare Worte und ein deutliches Strafmaß: Gestern ist der 32-jährige Angeklagte G. wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr zu zehn Monaten Haft, die zu zwei Jahren auf Bewährung ausgesetzt werden kann, verurteilt worden. Sein Fahrzeug und sein Führerschein werden eingezogen. Nach einer Sperrfrist von 18 Monaten darf er sich für einen neuen Fahrschulkurs anmelden – und sich ein neues Auto kaufen.

 

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Fast fünf Stunden lang wurde verhandelt.

Quelle: Bernd Wüstneck/dpa

Sie haben nicht nur die Platzverweise ignoriert, sondern mit Ihrem Verhalten die staatliche Autorität in Frage gestellt.“G. K., Richterin am

Amtsgericht Rostock

Der Pkw sei als Tatwaffe benutzt worden, so gestern die Richterin am Rostocker Amtsgericht. So gebe es für sie „überhaupt keinen Zweifel“, dass der Pkw eingezogen werde. Das hohe Strafmaß begründete sie damit, dass G. Polizisten auf sehr aggressive Weise provoziert, verhöhnt und beleidigt habe. Er habe zweimal ausgesprochene Platzverweise missachtet und sei schließlich losgefahren, als ein Polizist vor seinem Auto stand, und habe dessen Leben gefährdet.

Der Staatsanwalt, der die lebensgefährdende Handlung des Angeklagten herausarbeitete, wollte sogar eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Und alles eskalierte zu einem so in Rostock noch nicht vorgekommenen Blitzer-Desaster, weil der Warnemünder Student für Verkehrsbetrieb und Logistik sich am 10. April nicht mit einer Geschwindigkeitsmessung in der Hamburger Straße abfinden wollte.

Er wurde wegen einer leicht überhöhten Geschwindigkeit auf Höhe Bräsigplatz gegen 0.30 Uhr geblitzt. Daraufhin fuhr er zurück, störte den Messbetrieb, weil er sich vor das Gerät stellte. Nach Aufforderung fuhr er mit seinem Smart Roadster davon. Kehrte erneut um, um die Polizisten zu fotografieren und zu provozieren. Die führten dann eine Kontrolle durch. Weil sein Fahrzeugschein fehlte und er zuvor mit seinem Auto falsch die Hamburger Straße überfahren hatte, wurden zwei Ordnungswidrigkeiten aufgenommen. Doch der Student gab keine Ruhe, fuhr mit seinem Smart auf und ab, fotografierte, verhöhnte und beleidigte die beiden Beamten. Als die dann Klartext mit ihm reden wollten und einer sich vor das Auto stellte, fuhr G. los. Der Polizist landete auf der Motorhaube. Nach einer Fahrt über den Bräsigplatz und dem Einbiegen in die Hamburger Straße bremste G. dort schließlich. Der Polizist rutschte vom Auto und G. sauste davon.

„Ich war einfach nur stinksauer“, sagte er zur Rechtfertigung. Er erzählte vor Gericht, dass er durcheinander gewesen sei, weil sich gerade seine Freundin von ihm getrennt habe.

Im Gerichtssaal entschuldigte er sich bei den 55 und 60 Jahre alten Polizisten aus dem Dummerstorfer Revier. Doch die werden diese Nacht nie vergessen. Einer war anschließend mit Rücken- und Nierenprellungen 14 Tage lang krankgeschrieben. Er habe Todesangst gehabt, sagte er im Zeugenstand. So etwas sei ihm in den vielen Dienstjahren noch nie passiert.

„Das Strafmaß kann ich akzeptieren, die Beschlagnahme des Fahrzeugs nicht“, sagte Rechtsanwalt Matthias Öhler. Er werde jetzt gemeinsam mit seinem Mandanten überlegen, ob sie Widerspruch einlegen.

Dem, so war es deutlich zu sehen, ging der Verlust seines Liebhaberstückes besonders nahe.

Schwerpunkt ist die L 22

Sechs ständige Blitzer gibt es in Rostock, davon stehen allein vier an der Landesstraße 22. Dazu kommen Kontrolleinsätze mit mobilen Geräten.

Geschwindigkeits- und Rotlichtblitzer für zwei Richtungen stehen in der Lübecker Straße, an der Stadtautobahn bei Lichtenhagen und jetzt auch am Werftdreieck. Außerdem wurden gerade die alten Anlagen an der Petribrücke sowie am Ortsausgang Richtung Bentwisch erneuert.

Insgesamt sind in der Hansestadt im vergangenen Jahr 23 525 Autofahrer geblitzt worden.

Thomas Sternberg

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