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Heinkel-Mauer soll ins Museum — Rostocker fordern Erhalt

Rostock Heinkel-Mauer soll ins Museum — Rostocker fordern Erhalt

Der Protest gegen den Abriss des Denkmals wächst. Eine Facebook-Initiative hat bereits mehr als 3000 Unterstützer, aber die Stadt hält das Bauwerk für nicht sanierungsfähig.

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Michaela Selling.

Quelle: Diana Süss

Rostock. Wendung in der Diskussion um die Heinkel-Mauer: Die Stadt Rostock plant, den Abriss am Werftdreieck zu genehmigen, Teile des Denkmals sollen später in einer stadtgeschichtlichen Ausstellung gezeigt werden. Unterdessen wächst der Protest. Die Facebook-Initiative „Nein zum Abriss der Heinkel-Mauer“ sammelte innerhalb kurzer Zeit mehr als 3000 Unterstützer, eine Künstler-Initiative machte mit einer nächtlichen Plakat-Aktion auf sich aufmerksam und in der Bürgerschaft mehren sich Stimmen für den Erhalt.

Für Michaela Selling, Leiterin des städtischen Denkmalpflegeamts, steht dagegen fest: Ein Gutachten von Inros Lackner habe gezeigt, dass die Mauer „nur sehr bedingt“ sanierungsfähig sei, und das wäre auch „wirtschaftlich nicht vertretbar“. Trotzdem behält die Heinkel-Mauer in den Plänen aus dem Rathaus einen Platz —Teile am Werftdreieck und im Museum. „Die künftige Präsentation in der stadtgeschichtlichen Ausstellung soll eine mahnende Erinnerung an ein zwiespältiges, dunkles Kapitel Rostocker Industriegeschichte und deren Opfer in Würde ermöglichen“, sagt Michaela Selling. Stehen sollen die Überreste dann im ehemaligen Schifffahrtsmuseum an der August-Bebel-Straße. Derzeit plant die Stadt die Sanierung des Gebäudes.

Eigentümer des etwa sieben Hektar großen Areals ist das Wohnungsunternehmen Wiro. Der Vorbesitzer Krieger GmbH (Möbel Kraft) hatte das Gutachten zur Heinkel-Mauer in Auftrag gegeben und den Abriss beantragt. Die Wiro betonte zuletzt stets, auf die Entscheidung der Stadt zu warten. Grundsätzlich wäre sie aber bereit, Teile der Mauer in eine Bebauung zu integrieren.

Das wünscht sich Markus Schulz, einer der Initiatoren von „Nein zum Abriss der Heinkel-Mauer“, immer noch. Unabhängig von der umstrittenen Rolle des Flugzeugbauer Ernst Heinkel in der Zeit des Nationalsozialismus sei die Mauer ein Stück Stadtgeschichte. „Jeder kennt sie.“ Wenn Wohnungen gebaut werden, sei Schallschutz notwendig, sagt Markus Schulz. „Warum nicht die Mauer nutzen.“ Ein ähnlicher Vorschlag kam bereits von der Rostocker CDU, die SPD hatte sich ebenfalls für die Rettung ausgesprochen.

Auch Uwe Flachsmeyer, Bürgerschaftsmitglied der Grünen, möchte die Mauer erhalten. „Ich hoffe, es geht nicht darum, ein schwieriges Baudenkmal zum Zwecke der Kostenersparnis bei der Grundstückserschließung beiseitezuräumen“, sagt er. Aus seiner Sicht müsste sich der Abrissantrag der Krieger GmbH mit dem Verkauf an die Wiro erledigt haben. Flachsmeyer regt an, einen weiteren Gutachter zu beauftragen — „für die Außenwirkung“ und um die Akzeptanz der Rostocker zu erhöhen. „Die Stadt sollte mit der Wiro noch einmal intensiv prüfen, ob und wie dieses Stück Stadtgeschichte zu bewahren und in die neue Bebauung zu integrieren ist.“ Lokales

Seit 1995 unter Denkmalschutz
Die etwa 80 Meter lange Heinkel- Mauer ist ein Relikt der 1922 in Warnemünde gegründeten und während des Zweiten Weltkrieges aufstrebenden Heinkel-Flugzeugwerke. Sie wurde 1995 unter Denkmalschutz gestellt und gilt als Zeitzeugnis der NS-Diktatur, in deren Rüstungsindustrie in Rostock Zwangsarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten.

 



Thomas Niebuhr

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