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Hier lernen Frauen bohren und beizen

Schutow Hier lernen Frauen bohren und beizen

Bei Workshops im Baumarkt erlernen die Teilnehmerinnen das Einmaleins des Handwerks. Die Kurse sind kostenlos und stets ausgebucht.

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Beim Workshop „Aus Alt mach Neu – Lackieren und Beizen“: Freda Prüger (v. l.) aus Reutershagen, Svenja Gaukel aus Rostocks Innenstadt und Yvonne Ulke aus Laage suchen sich verschiedene Farben aus.

Schutow. Ines Michatz bohrt ein Loch in den Beton. „Sie müssen gar nicht so doll drücken“, sagt Trainer Hartmut Golon. Er kippt an dem Schlagbohrer einen Schalter zur Seite. „Was haben Sie gemacht?“, fragt die 40-Jährige. „Wenn Sie in Stein bohren, gehen Sie mit dem Schalter rüber auf den Hammer“, antwortet der Trainer. Dann gibt er ihr eine andere Maschine in die Hand – einen Bohrhammer. Die Frau bohrt erneut. Und staunt. „Wow, das ist ja leicht.“

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Bei Workshops im Baumarkt erlernen die Teilnehmerinnen das Einmaleins des Handwerks. Die Kurse sind kostenlos und stets ausgebucht.

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Ines Michatz ist begeistert. Die Rostockerin ist schon zum dritten Mal bei der Women’s Night im Bauhaus-Baumarkt in Schutow dabei. Insgesamt sind am vergangenen Freitag 130 Frauen hierher gekommen, um in fünf Handwerkerkursen unter anderem auch lackieren, beizen oder sägen zu üben. „Es ist spannend. Gerade als Frau hat man oft das Problem, dass man sich nicht traut“, sagt Michatz. Sie habe großen Respekt vorm Bohren gehabt. Da sie aber nicht länger immer ihren Mann damit behelligen wollte, habe sie es nun selbst ausprobiert. „Mein Mann findet das gut, er ist in der Woche immer viel dienstlich unterwegs.“ Zudem habe er durch ihre vorherigen Workshops ebenfalls schon etwas gelernt: „Dass wir Fliesen überstreichen können, wussten wir vorher nicht. Das ist eine super Variante. So müssen wir keine neuen verlegen“, sagt Michatz.

Der stellvertretende Baumarkt- Leiter, Heiko Fischer, freut sich über das Interesse. „Wir haben das jetzt schon ein paar Mal gemacht und sind immer ausgebucht gewesen.“ Der Trend gehe immer mehr zum Selbermachen. „Die Frauen sind hier völlig frei und können mit Profis üben. Sie genießen, dass ihre Männer mal nicht dabei sind“, sagt Fischer.

In der Pause gibt’s ein Catering mit Sekt und Hugo. In kleinen Runden schnattern und lachen die Frauen. „Wir werkeln selbst viel zuhause rum“, sagt Svenja Gaukel aus Stadtmitte. Sie ist mit ihrer Freundin Freda Prüger beim Workschop „Aus Alt mach Neu – Lackieren und Beizen“ dabei. Hier wird der sogenannte „Shabby Chic“-Look geübt, auf deutsch: „schäbiger Schick“. Charakteristisch für diesen Stil sind natürliche oder künstlich herbeigeführte Gebrauchsspuren, wie abgeplatzter Lack, scheinbar unbearbeitetes, grobes Holz und Textilien mit Mustern. „Ich will einen alten Bilderrahmen bei mir zuhause in diesem Stil gestalten“, sagt Svenja Gaukel. Freundin Freda Prüger möchte einen Buffetschrank umgestalten. „Deshalb müssen wir uns hier ein paar Tipps holen und üben“, sagt die Reutershägerin. Ein bisschen unwohl ist ihr aber noch: „Alleine das Abschleifen wird schon schwierig“, sagt Prüger.

Dass die Frauen bei den Workshops gleich alles lernen, könne auch nicht erwartet werden, sagt Trainer Hartmut Golon. „Hier soll das Eis gebrochen werden. Für mehr ist der Kurs zu kurz.“ Die Frauen würden sich danach aber anders im Baumarkt beraten lassen. „Sie sind selbstbewusster“, so die Erfahrung des 53-Jährigen.

Antje Hofmann aus der Kröpeliner-Tor-Vorstadt bestätigt das. Früher kannte sie zum Beispiel den Unterschied zwischen Schlagbohrer und Bohrhammer nicht. Jetzt weiß sie: „Der Bohrhammer ist für Beton, der Schlagbohrer für alles andere.“ Die 44-Jährige kann nun sogar mit beiden umgehen. „Ein Bohrhammer ist gut zu händeln, sogar für eine zierliche Person wie mich“, sagt Hofmann. Sie lacht. „Jetzt kann ich meinen Spiegel auch selbst anbringen.“

Die Trainer bei den Workshops sind Mitarbeiter von Hersteller-Firmen. Sie haben Spaß mit den Frauen. Harry Piechaczek, Leiter des Kurses „Kreative Wandgestaltung mit Trendfarben“, sagt: „Wir sind immer wieder überrascht von der Kreativität und den Ideen der Teilnehmerinnen. Da kann keine Marketingabteilung mithalten.“

André Wornowski

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