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Hilfe auf Augenhöhe

Hilfe auf Augenhöhe

Mir ist es unangenehm, darüber zu reden“, sagte sie, als sie in der Schlange vor der „Rostocker Tafel“ gesehen worden war.

Mir ist es unangenehm, darüber zu reden“, sagte sie, als sie in der Schlange vor der „Rostocker Tafel“ gesehen worden war. Für manche ist die „Tafel“ inzwischen so selbstverständlich, dass sie meinen, ein Recht auf diese Waren zu haben. Andere sind sehr dankbar und froh über solche Zugaben zu ihrem spärlichen Lebensunterhalt. Aber einigen ist es auch peinlich, dort zu stehen — öffentlich als arm erkannt zu werden.

Man kann darüber klagen, dass eine solche Einrichtung überhaupt nötig ist in einem reichen Land wie dem unseren. Auf der anderen Seite aber steht das Engagement derer, die diese Hilfe möglich machen, Woche für Woche. Sie diskutieren nicht lange, sie helfen einfach, weil es nötig und möglich ist. „Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben“, hat Jesus einmal gesagt. (Matthäus 25,35) Ich bewundere diese Ehrenamtlichen, wie sie in den einzelnen Ausgabestellen alles für einen reibungslosen Ablauf vorbereiten, begleiten und nachbereiten.

Sie stehen vor der Aufgabe, die gelieferten Waren gerecht unter den Empfangsberechtigten zu verteilen und manchmal neidischen Streit unter ihnen zu vermeiden oder zu schlichten. Am Ende des Nachmittags, wenn alles an die oft mehr als 100 Leute ausgegeben ist, wird aufgeräumt. Die Räume werden sauber hinterlassen — als wäre gar nichts gewesen.

Aber es ist etwas passiert in diesen vier Stunden. Man ist sich auf Augenhöhe begegnet, obwohl manche sich kaum traute, den Blick zu heben. Dass solche Hilfsprojekte nötig sind, ist nicht toll. Aber dass sie möglich sind, dank menschlicher Bereitschaft, ist ein gutes Zeichen. Ich freue mich, dass auch unsere Kirche seit Oktober Ausgabeort für die „Rostocker Tafel“ ist.

OZ

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