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Hilfskräfte sauer: Änderung im Gesetz kostet sie die Jobs

Stadtmitte Hilfskräfte sauer: Änderung im Gesetz kostet sie die Jobs

Neue Bedingungen des „Wissenschaftszeitvertragsgesetzes“ verbieten Beschäftigung wissenschaftlicher Mitarbeiter im Verwaltungsbereich / Betroffene gründen Initiative

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Die wissenschaftlichen Hilfskräfte Isabel Haberkorn (30) und Silke Schulz (35) verlieren durch die Novellierung ihre Arbeitsplätze.

Quelle: Pauline Rabe

Stadtmitte. Frust bei wissenschaftlichen Hilfskräften im Verwaltungsbereich der Universität Rostock: Seit Donnerstag gilt das neue Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG), das zukünftige Anstellungen an eine Weiterqualifizierung bindet. „In der Verwaltung sind jedoch keine Promotionen möglich, so dass dort Arbeitsplätze wegfallen werden“, sagt Isabel Haberkorn, eine der Betroffenen. Dass die Jobs in der Verwaltung wegfallen, trifft auch die Studenten: Die Hilfskräfte kümmern sich bisher beispielsweise um ausländische Gaststudenten.

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Neue Bedingungen des „Wissenschaftszeitvertragsgesetzes“ verbieten Beschäftigung wissenschaftlicher Mitarbeiter im Verwaltungsbereich / Betroffene gründen Initiative

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Die 30-Jährige Haberkorn ist mit zwölf weiteren Hilfskräften ab dem 31. März arbeitslos. „Rund 70 Personen sind insgesamt im Verwaltungsbereich betroffen.“ Die anderen gehen mit dem Ende ihrer Verträge. „Niemand hat uns oder unsere Leiter über die Nichtverlängerungen informiert“, sagt Haberkorn. Nur durch einen Zufall hätten die Betroffenen Ende Februar davon mitbekommen. Es sei unbegreiflich, warum alle Anträge geblockt worden seien, obwohl die Rechtsgrundlage bis zum vergangenen Donnerstag eine Verlängerung nach altem Gesetz ermöglicht hätte.

„Einige Kollegen sind aufgrund der unerwartet nahenden Arbeitslosigkeit zusammengebrochen“, berichtet Haberkorn. Ihre Existenzen seien bedroht. „Rechtzeitige Informationen und Übergangslösungen hätten dies verhindern können.“ Utopisch sei die Vorstellung, innerhalb von vier Wochen einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Nun habe sich eine Hilfskraftinitiative gegründet.

Problematisch sei zudem, dass keine Konzepte zum Ausgleich des zu erwartenden Personalmangels vorliegen. Die Arbeit werde einfach auf die übrig bleibenden Festangestellten und die studentischen Hilfskräfte abgewälzt. Das stelle ein erhebliches logistisches Problem dar. „Zu Semesterbeginn werden viele neue internationale Studierende vor der Tür stehen“, erzählt Petra Schmidtke. Sie kümmert sich bald alleine um die ankommenden Studierenden im Akademischen Ausländeramt. „Ich bin wütend.“ Wichtig wäre ein Personalkonzept, welches das Wachsen der Aufgaben in ihrem Bereich berücksichtigt.

„Wir werden den Qualitätsstandard sonst nicht halten können.“ Dabei sei die Arbeit des Amtes ein wichtiges Aushängeschild der Universität. Ein Imageschaden sei kaum vermeidbar. „In der Weiterbildung fallen mit den wissenschaftlichen Hilfskräften konkrete Bildungsangebote weg, für die ausreichend Teilnehmeranmeldungen zur Verfügung gestanden hätten“, erzählt Silke Schulz. Die 35-Jährige ist wie Isabel Haberkorn ab April arbeitssuchend. Beide sind in der Initiative aktiv.

„Wir verrichten essenzielle Arbeit“, so Haberkorn. Zudem gäbe es ausreichend Projektmittel für die Beschäftigung. „Mittlerweile sind wir jeden rechtlichen Weg gegangen.“ Das ging so weit, dass die Initiative einen offenen Brief an den Bildungsminister verfasst hat. Universitätsrektor Wolfgang Schareck habe sich zwar für die Betroffenen eingesetzt. „Jedoch wurden nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft.“ Die Universität sieht das anders. „Die Hochschulleitung hat mit dem Personaldezernat in den vergangenen Wochen sämtliche juristische Möglichkeiten ausgelotet und Optionen einer Weiterbeschäftigung überprüft“, teilt Unisprecherin Jana Powilleit mit. Dabei habe die Leitung auch beim Bildungsministerium um Hilfe gebeten. „Die eindeutige Gesetzgebung lässt allerdings keine alternativen Handlungsoptionen zu.“

Hilfskraftinitiative vertritt sich selbst

Wissenschaftliche Hilfskräfte besitzen anders als Studierende keine eigene Vertretung. Deswegen gründeten die Betroffenen eine eigene Initiative.

1200 Hilfskräfte werden derzeit an der Universität in Rostock beschäftigt. Die Novellierung betrifft sowohl studentische, als auch wissenschaftliche.

13 Angestellte können aktuell nicht weiter beschäftigt werden, da sie keine Arbeitsaufgaben zur Förderung der eigenen wissenschaftlichen Qualifizierung vollziehen.

Von Pauline Rabe

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