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Hospiz-Arbeit: Die letzten Schritte gemeinsam gehen

Südstadt Hospiz-Arbeit: Die letzten Schritte gemeinsam gehen

Zum Welt-Hospiztag veranstaltet das Klinikum Südstadt einen Aktionstag am 7. Oktober / Thema Tod soll als Teil des Lebens mehr in den Mittelpunkt gerückt werden

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Für Ivonne Fischer ist die Arbeit im Hospiz der schönste Pflegeberuf der Welt. Hier geht es nicht nur um die Sterbebegleitung, sondern darum, die letzten Tage lebenswert zu machen.

Quelle: Fotos: Johanna Hegermann, Ina Schwarz

Südstadt. Der Tod ist ein Teil des Lebens, auch wenn viele darüber nicht nachdenken möchten. Am Welt-Hospiztag dreht sich alles um die Arbeit der Menschen, die schwer kranke Patienten auf ihrem letzten Weg begleiten – Ärzte, Pflegekräfte, Psychologen, Therapeuten, Freiwillige. „Rostock ist sehr gut aufgestellt. Patienten können auf ein breites Netzwerk zugreifen“, sagt Birger Birkholz vom Klinikum Südstadt. Hier soll das Thema am 7. Oktober eine Rolle spielen – beim Patiententag.

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Zum Welt-Hospiztag veranstaltet das Klinikum Südstadt einen Aktionstag am 7. Oktober / Thema Tod soll als Teil des Lebens mehr in den Mittelpunkt gerückt werden

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Neben Vorträgen über Ethik oder Patientenverfügung sollen zusätzliche Möglichkeiten zur Schulmedizin präsentiert werden, wie unter anderem Heilpraktik. „Der Tag richtet sich an alle, die sich mit dem Thema befassen möchten oder müssen“, sagt der stellvertretende Verwaltungsdirektor im Klinikum, der auch das Hospiz leitet.

Sterben und Tod hätten lange Zeit keine Beachtung in der Gesellschaft gefunden. Weder Sterbende selbst noch Angehörige haben wirklich darüber gesprochen. „Mit solchen Aktionstagen musste man dieses Thema als einen Teil des Lebens wieder in den Mittelpunkt rücken.“ Anscheinend mit Erfolg. Birkholz ist sich sicher, dass die Thematik nicht mehr nur in „der Ecke stehe“. In den vergangenen Jahren hätte man viel in der Hansestadt erreicht. Das sehe man auch an den Versorgungsmöglichkeiten, die Sterbenden und ihren Angehörigen zur Verfügung stehen. Wie unter anderem der Hospiz- und Kinderhospizdienst Oskar.

Die Südstadtklinik betreibt neben dem stationären Hospiz noch eine Palliativstation und seit vergangenem Jahr auch einen ambulanten Dienst. „In der Palliativstation beginnt der Übergang von der heilenden Therapie zur Stärkung und Vorbereitung des Patienten auf das Kommende“, erklärt die Chefärztin des onkologischen Zentrums, Dr. Beate Krammer-Steiner. Die Station in Rostock gebe es bereits seit Mitte der 1990er Jahre. „Es war damit die erste dieser Art in MV.“

Es gehe bei all den Angeboten darum, die Leiden des Patienten zu mindern. „Es ist ein Wechsel zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, den man medizinisch, pflegerisch und sozial begleiten muss“, sagt Birkholz. Vor allem Patienten mit chronischen Erkrankungen oder Krebs landen später im Hospiz. „90 bis 95 Prozent haben eine onkologische Erkrankung“. In den zehn Einzelzimmern beträgt die Liegezeit etwa 20 Tage im Durchschnitt. Von einer Nacht bis zu einem Jahr sei eigentlich alles möglich. 350 Patienten werden hier im Jahr aufgenommen. „Unser Wunsch ist es, dass man sich – so schwer es auch ist – früher für das Hospiz entscheidet“, so Birkholz. Damit die Möglichkeiten für den Betroffenen ausgeschöpft werden können.

Ivonne Fischer arbeitet hier als leitende Pflegefachkraft. Für sie ist es der schönste Job der Welt, etwas anderes komme nicht infrage. „Wir kümmern uns hier nicht nur um die Betreuung, sondern um die Lebensbewältigung unserer Bewohner“, sagt die 37-Jährige. Es sei eine Erfüllung, die letzten Schritte mit den Patienten gemeinsam zu gehen und ihnen eine gute und lebenswerte Zeit zu bereiten.

„Die Patienten und ihre Wünsche rücken in den Vordergrund“, fügt Birkholz hinzu. Die Pfleger oder auch die rund 45 ehrenamtlichen, ausgebildeten Helfer sind dafür da, mit den Sterbenden zu reden, ihnen vorzulesen, gemeinsam die Zeit zu verbringen oder Wünsche zu erfüllen. „Meist sind es Kleinigkeiten, wie ein Lieblingsgericht aus der Jugend. Aber auch Frühstück um 14 Uhr ist kein Problem“, betont der Hospiz-Leiter.

Patiententag am 7. Oktober im Klinikum Südstadt

Programm am 7. Oktober:

15 Uhr Begrüßung, Hörsaal

15.15 Uhr Vortrag über „Beste“ medizinische Versorgung von Patienten, Hörsaal 15.45 Uhr „Umgang mit Trauer und Abschied“, Seminarraum 4 15.45 Uhr „Was kann Hospiz“, Seminarraum 3 15.45 Uhr „Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“, Hörsaal 16.30 Uhr Vorstellung der Charta zur Betreuung von Schwerstkranken 17.30 Uhr Besichtigung Palliativstation oder Hospiz

Im Foyer werden von 14.30 bis 16.30 Uhr zusätzliche Möglichkeiten vorgestellt – unter anderem Komplementärmedizin und Naturheilkunde. Außerdem präsentieren sich der Förderverein Hozpizinitiative, der Verein „Gemeinsam mehr Mut“ und die Ergotherapie am Klinikum.

Johanna Hegermann

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