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Hupverbot: Hunderte Rostocker wehren sich lautstark

Warnemünde Hupverbot: Hunderte Rostocker wehren sich lautstark

Bürger sind empört über die Anordnung, Fahrgastschiffen die Verabschiedung von Kreuzlinern zu untersagen / Ordnungssenator bestreitet indes, dass es ein Verbot gebe

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Sieghart Nagorski (65) bläst ins Horn und verabschiedete so die auslaufende „AIDAmar“. Fotos (4): Mathias Otto

Warnemünde. Ein Hupverbot in Warnemünde – oder doch nicht? Jedenfalls schlägt dieses Thema hohe Wellen. Hunderte verschafften sich am Sonnabend mit lautem Tröten und Hupen Luft. Ein Geräusch, das man sonst nur aus einem voll besetzten Stadion kennt. Viele Bürger sind empört über die Anordnung des Hafenamtes, Fahrgastschiffen die lautstarke Verabschiedung von Kreuzlinern zu untersagen (die OZ berichtete). Rostocks Ordnungssenator Chris Müller (SPD) bestritt allerdings am Freitag, dass es ein Verbot gebe.

OZ-Bild

Bürger sind empört über die Anordnung, Fahrgastschiffen die Verabschiedung von Kreuzlinern zu untersagen / Ordnungssenator bestreitet indes, dass es ein Verbot gebe

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500 Euro Geldbuße droht Fahrgastschiffern, wenn sie ihr Signalhorn, das Typhon, dazu benutzen, um ein- oder auslaufende Kreuzfahrtschiffe zu begrüßen oder zu verabschieden. Anlass sind laut Hafenamt zahlreiche Anwohner-Beschwerden über ausgedehnte Tut-Konzerte an Sommerabenden, teils bis 23 Uhr.

Chris Müller bestreitet allerdings, dass ein Verbot, große Kreuzfahrtschiffe mit ihren Horn zu begrüßen, erteilt wurde. „Es hat ein Schreiben des Hafenkapitäns gegeben, in dem die Fahrgastschiff-Reederein ermahnt wurden, das Signal nicht unnötig zu benutzen“, sagte er in einem Radio-Interview. Ein Hupverbot zu erteilen wäre aus seiner Sicht der falsche Weg: „Das gehört zu Warnemünde wie Möwengeschrei und Wellenrauschen, und das sollten wir uns bewahren.“

Diese unterschiedlichen Aussagen sorgten für Verwirrung in der Bevölkerung. Auf der Facebook-Seite „Rostock feiert“ wurde jedenfalls zum Widerstand aufgerufen: Die auslaufende „AIDAmar“ sollte mit möglichst vielen Signalhörnern verabschiedet werden. 380 Leute hatten auf der Facebook-Seite ihr Kommen zugesagt. Gekommen sind fast doppelt so viele, ein Großteil mit Tröten und Hupen bewaffnet.

„Ich konnte das gar nicht glauben, als ich vom Verbot gehört habe. Ich bin der Meinung, dass es nur eine Handvoll Leute gewesen sind, die sich aufgeregt haben. Ein Großteil der Rostocker Bürger möchte die Schiffshupen hören“, meint Sven Thiermann (44). Er hatte sich extra für die Aktion an der Warnemünder Kaikante eine Hupe besorgt.

„Ich sag es mit einem Wort: Schwachsinn. Sich über das Hupen aufzuregen wäre so, als wenn ich aufs Dorf ziehen würde und mich dann über Hühner beschwere“, so Jens Schröder (35). Extra aus der Südstadt sind Maria Wiegand (63) und Brigitte Riebe (65) gekommen. „Wir tröten so laut wir können. Wir wollen nicht, dass dieses maritime Flair verloren geht“, sagt Brigitte Riebe. Das Hupen der Fahrgastschiffe sei vergleichbar mit einem „Abschiednehmen von zu Hause“. „Die Kirche im Dorf lassen“, so reagierte Dieter Teuber (66) auf die Anordnung des Hafenamtes: „Schließlich ertönen die Hupen hauptsächlich im Sommer.“

13 Prozent für Hupverbot

Genau 1410 Menschen nahmen an einer Online-Umfrage der OSTSEE-ZEITUNG zum Hupverbot teil. Gefragt wurden die Leser, ob es sinnvoll sei, die Schiffssirene zu verbieten. 85 Prozent (1204 Befragte) antworteten mit Nein, lediglich 13 Prozent sprachen sich für ein Hupverbot aus. Hafenkapitän Gisbert Ruhnke beschwichtigt: Bevor er Strafen verhänge, wolle er mit den Leuten sprechen.

Kreuzfahrtschiffe und die Warnemünder Verkehrsleitzentrale seien von der Regelung ausgeschlossen, auch die Hanse Sail sei nicht betroffen.

Mathias Otto

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