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Im Anbau sitzen vor allem Frauen

Im Anbau sitzen vor allem Frauen

Im linken Rathaus-Anbau am Neuen Markt haben die Fraktionen der Rostocker Bürgerschaft ihre Büros.

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Der Rostocker Ortschronist Helmut Aude (73) erklärt den Spitznamen des Rathausanbaus. Fotos (5): Ove Arscholl

Im linken Rathaus-Anbau am Neuen Markt haben die Fraktionen der Rostocker Bürgerschaft ihre Büros. Und weil da vor allem Frauen arbeiten, nennen die Hansestädter das Gebäude mit einem Augenzwinkern auch „Ziegenstall“, wie der Rostocker Ortschronist und Buchautor Helmut Aude (73) sagt. „Das ist nicht abfällig gemeint. Das ist mit Humor zu sehen.“ 1952 sei der Anbau vom Architekten Hermann Henselmann (1905-1995) entworfen worden. Vor wenigen Jahren wurde er modernisiert. Henselmanns bekanntester Auftrag war die Gestaltung der Stalinallee in Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg.

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Im linken Rathaus-Anbau am Neuen Markt haben die Fraktionen der Rostocker Bürgerschaft ihre Büros.

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Ziegenstall

Ernst-Röhm-Brunnen

Windmühle

Teepott

Grünes Ungeheuer

Pornobrunnen

aw

Natürliche Wasserspiele

Im Volksmund wird der „Brunnen der Lebensfreude“ am Universitätsplatz liebevoll „Pornobrunnen“ genannt — eine Bezeichnung, die Helmut Aude ärgert. „Es ist doch ganz natürlich, was dort zu sehen ist.“ Im Gegensatz zur Staatsführung sei die DDR-Bevölkerung nicht prüde gewesen, wie auch die kilometerlangen FKK-Strände zeigten. Die Bildhauer Jo Jastram (1928-2011) und Reinhard Dietrich (1932-2015) gestalteten den Brunnen, der 1980 eröffnet wurde.

Früher eine moderne Schule

Im Jahr 1927 erbaut, war das wuchtige Haus an der Parkstraße 6 zunächst eine moderne Gewerbeschule. Zu DDR-Zeiten zog dann die Sektion Sozialistische Betriebswirtschaftslehre ein. Aus der Studentenschaft kam der Name „Grünes Ungeheuer“, der längst in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen ist. Bis heute ist das Haus ein Uni-Gebäude. Die Kunststein-Plastiken auf dem Hof stammen von der Rostocker Bildhauerin Margarete Scheel (1881-1969). aw

Name aus der Nazi-Zeit

Früher besaß der Brunnen im Rosengarten Skulpturen (siehe Bild). „Er wurde im Jugendstil zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gebaut. Kennzeichen des Stils war die Erotik“, sagt Helmut Aude. Wenn sich die Rostocker zu Zeiten des Nationalsozialismus (1933-1945) dort verabredeten, hätten sie hinter vorgehaltener Hand vom „Röhm-Brunnen“ gesprochen. Ernst Röhm (1887-1934) war SA-Führer, homosexuell und wurde auf Hitlers Befehl ermordet. aw

Für zuverlässige Genossen

Der 23-Geschosser in der August-Bebel-Straße wird von den Rostockern häufig als „Windmühle“ bezeichnet — weil der Grundriss an eine solche erinnere, sagt Helmut Aude. Zu DDR-Zeiten erbaut, durften in dem Gebäude ab der fünften Etage auf der Ostseite nur „zuverlässige Genossen“ wohnen. „Von dort konnten sie schließlich in den Stasikomplex nebenan gucken“, sagt der Ortschronist. Neben der „Windmühle“ steht das „Stasi-Hochhaus“, das heute auch „Bebel-Tower“ oder „Philo-Tower“ genannt wird. aw

Tasse mit gewölbtem Deckel

Der Hyparschalenbau von Ulrich Müther (1934-2007) an der Warnemünder Seepromenade erinnert nicht gerade an eine Tasse Tee — und dennoch heißt die Sehenswürdigkeit Teepott. Grund:

Ursprünglich wurde hier in den Jahren 1925/1926 die Gaststätte „Teepavillon“ gebaut. „Sie sah wie eine Tasse mit einem leicht gewölbten Deckel drauf aus“, sagt Helmut Aude. Das Haus brannte 1945 nieder, Müthers Neubau kam 1968 — der Name Teepott blieb. aw

Von aw

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