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Im Törtchenlokal geht’s um den Geschmack

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Im Törtchenlokal geht’s um den Geschmack

Konditor erfüllt sich Traum von eigenem Café in der KTV / Hier will er Rostockern ihren Lieblingskuchen servieren

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Timm Berger hat das „Waldenberger“ eröffnet. Unterstützt wird er von „Christinchen“ (Christin Ohland) in der offenen Backstube.

Quelle: Foto: Johanna Hegermann

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Fast vier Monate hat es in der Waldemarstraße gerumpelt. Jetzt ist es so weit: Das Törtchenlokal „Waldenberger“ ist in den ehemaligen Blumenladen gezogen. Inhaber des kleinen Cafés ist Timm Berger. „Die Idee dafür hatte ich schon lange. Aber ich musste noch herausfinden, ob die Gastronomie das Richtige für mich ist“, sagt er.

Der gelernte Konditor ist einen Umweg gegangen. „Nach dem ich in Lübeck und Den Haag in Konditoreien war, habe ich unter anderem als Florist, als Postbote in München oder bei Pesto Peter im Rosengarten gearbeitet“, zählt Berger auf. Schließlich wollte er sich dann doch seinen Traum erfüllen. Vier Wochen habe die Planung gedauert. In wenigen Monaten war dann auch der Umbau des Geschäfts abgeschlossen. „Ich konnte es nur schaffen mit der tollen Unterstützung vieler Freunde.“

Mit der Einrichtung des Lokals wollte Berger eine Wald- und Garten-Atmosphäre schaffen. „Ich bin jemand, der gern im Garten sitzt, deswegen gibt es Fenster und Türen als Wandschmuck. Es soll an eine Gartenlaube erinnern“, sagt der Unternehmer. Neu ist von den Möbelstücken jedoch kaum eines. „Wir haben mit dem Vorhandenen gearbeitet, deswegen hat jedes Stück so seine Geschichte.“ Zum Beispiel der Tresen. Dieser ist der ehemalige Küchenschrank seiner Uroma. „Er wurde von befreundeten Bildhauern entkernt und umgebaut.“ Zusätzlich habe das gute Stück einen Satz Reifen bekommen. „Dann kann ich in Frühling und Sommer auch draußen Kaffee kochen“, sagt Berger schmunzelnd. Wenn die Sonne herauskommt, soll es dort Platz für zehn Gäste geben.

Im Geschäft kommen 15 bis 20 Besucher unter. Hier haben sie auch einen direkten Blick auf die offene Backstube. Ein Grund für diese Idee sei, dass man sich als Konditor in einer herkömmlichen Backstube schnell einsam fühle. Hier könne das nicht passieren. „Vor allem will ich aber transparent arbeiten“, erzählt der Rostocker.

Er arbeite zum Teil auch mit Bio- und regionalen Produkten und sein Nuss-Strudel sei von Haus aus vegan. „Aber das ist nicht extra ausgeschildert.“ Ihm gehe es nicht um Etiketten, sondern um Geschmack. Das fange schon beim Mehl an. „Ich arbeite mit einem Windmühlen-Müller aus Altkalen zusammen“, erklärt der Konditor. Wie bei Kaffee mache es seiner Meinung nach geschmacklich einen großen Unterschied, ob die Bohne – oder in diesem Fall das Korn – frisch gemahlen sei.

Diesen Sinn für Geschmack will er auch weitergeben. „Im Frühjahr möchte ich voraussichtlich mit Backseminaren beginnen“, sagt Timm Berger. Bis dahin will er jedoch zunächst eine gewisse Routine aufbauen. „Wir haben das Schwierigste hinter uns, jetzt müssen wir erst einmal gucken, was den Besuchern gefällt.“

Um darüber einen Überblick zu gewinnen, hat sich der 36-Jährige auch eine besondere Aktion ausgedacht. „Jede Woche gibt es den Lieblingskuchen eines Gastes“, erzählt Berger. Dafür spricht er seine Kunden einfach direkt an. „Ich frage sie, welchen Kuchen sie am liebsten essen und ob sie mir das Rezept geben.“ Für die kommende Woche weiß er jedoch noch nicht, wessen Lieblingskuchen an der Reihe sei. jh

OZ

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