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Immer mehr Betroffene wenden sich an Opferambulanz

Stadtmitte Immer mehr Betroffene wenden sich an Opferambulanz

Rechtsmediziner der Universität Rostock dokumentieren auch anonym Befunde / Viele Vorfälle im Familienkreis / Einige versuchen, Angebot zu missbrauchen

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Die jungen Ärztinnen Anne Port und Verena Blaas (v.l.) sichern einen Befund (gestellte Szene).

Quelle: Universität/thomas Rahr

Stadtmitte. Immer mehr Opfer von Gewalt nutzen die Möglichkeit der Befunddokumentation und Beratung durch einen Rechtsmediziner der Universität Rostock. In diesem Jahr kamen bereits 110 Betroffene in die Opferambulanz des Instituts – so viele wie im gesamten letzten Jahr. Hier können Opfer von Gewalt kostenlos von sachkundigen Ärzten ihre Verletzungen dokumentieren lassen, falls sie nicht gleich Anzeige erstatten wollen.

„Die meisten Überfälle passieren im engen sozialen Umfeld, meist durch den Ehe- oder Lebenspartner. Aber auch das Jugendamt stellt Kinder vor, bei denen der Verdacht der Misshandlung oder Vernachlässigung besteht“, sagt Ärztin Verena Blaas. Ihre Kollegin Anne Port verweist auf Beteiligte bei Schlägereien und auf Personen nach Übergriffen sonstiger Art.

Oft besteht für Betroffene eine hohe Hemmschwelle, ihre Rechte unvermittelt wahrzunehmen und sofort zur Polizei zu gehen. Falls sie sich erst später zu diesem Schritt entscheiden, ist eine gerichtsverwertbare Beweissicherung notwendig. Die leistet die Opferambulanz. Hier werden beispielsweise Schürfungen, Rötungen, Verätzungen und Verbrennungen dokumentiert sowie sonstige Spuren anonym gesichert, falls gewünscht. Wer dann später den Rechtsweg beschreiten will, kann das zu einem beliebigen Zeitpunkt in Angriff nehmen.

„Es kommen aber auch Personen, die sich selbst verletzt haben und ihre ganz eigenen Ziele verfolgen, das Angebot also missbräuchlich nutzen“, schildert Anne Port. Sie und das Team der Rechtsmedizin haben für solche Fälle geschulte Augen. „Die Befundmuster für Selbst- oder Fremdbeibringung von Verletzungen sind charakteristisch“, sagt Port. Für sie ist das Projekt der Opferambulanz, das mit einer halben Stelle vom Land gefördert wird, sehr zeit- und arbeitsaufwändig, aber fachlich und menschlich sinnvoll.

Mit dem Dokumentieren allein ist es jedoch nicht getan. Allein im vergangenen Jahr haben die Spezialisten um Institutsleiter Professor Andreas Büttner mehr als 70 Fortbildungsveranstaltungen für Studenten, Jugendamtsmitarbeiter, Hebammen und Polizisten im Land bestritten. Die Themen sind breit gefächert. Neben dem Erkennen von Misshandlungen geht es auch um knifflige rechtliche Fragen und die Schweigepflicht.

Das Modellprojekt Opferambulanz am Rechtsmedizinischen Institut Rostock ist 2009 gestartet, zwischenzeitlich wurde es auch mit viel Engagement ehrenamtlich aufrechterhalten. Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) würdigt die „hervorragende Arbeit“ der Rechtsmediziner. „Auch die Jugendämter veranlassen inzwischen zunehmend Begutachtungen. Das ist zusätzlich Ausdruck der hohen Qualität und damit des Erfolgs der Einrichtung der Opferambulanzen“, so Hesse. Wolfgang Thiel

OZ

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