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In historischen Lokschuppen ziehen bald Familien ein

Steintor-Vorstadt In historischen Lokschuppen ziehen bald Familien ein

Baugenehmigung liegt vor / Denkmalpflege sieht alle Auflagen erfüllt / 21 Wohneinheiten mit Balkonen und Terrassen entstehen / Anwohner beklagen aktuelle Verwahrlosung

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Achim Schüler (45) mit Sohn Niko (6). Er wünscht sich, dass der Lokschuppen erhalten wird.

Quelle: Jens Wagner

Steintor-Vorstadt. Es wird ganz eng, denn der historische Lokschuppen von 1853 auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs scheint akut gefährdet zu sein. „Es ist in der Tat fünf Minuten vor 12“, sagt die Leiterin des Amtes für Kultur und Denkmalpflege, Michaela Selling. Doch die Rettung in letzter Minute kann durchaus gelingen.

 

OZ-Bild

Es war ein langer Prozess, am Ende sind alle Auflagen erfüllt worden.“Michaela Selling, Leiterin Denkmalpflege

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Für die Anwohner rund um das denkmalgeschützte Gebäude ist allerdings die Schmerzgrenze längst überschritten. „Es sieht aus wie in der Wüste, kein Winterdienst und keine Straßenreinigung“, sagt Henning Maaß, der direkt am Lokschuppen wohnt. Alle Versuche, mit dem Eigentümer ins Gespräch zu kommen, seien erfolglos geblieben. Hinzu käme, dass viele Menschen, die entlang der Blücherstraße arbeiteten, dort ihre Autos abstellten. „Geschwindigkeitsübertretungen in der Spielzone sind an der Tagesordnung“, so Henning Maaß, der sich endlich geordnete Verhältnisse am und um den Lokschuppen wünscht Das sieht auch Achim Schüler so, der ein paar Schritte entfernt vom Lokschuppen wohnt. „Wir wünschen uns, dass die Bauweise erhalten bleibt, der alte Lokschuppen hat doch Charme“, sagt der Anwohner.

Er geht davon aus, dass rund um einen neugestalteten Komplex auch wieder Ordnung einzieht.

Vor zwei Jahren hat die Wohnpark-Gesellschaft der Rostocker Reinhard Köster und Jan-Peter Nissen, sie sind die Investoren des gesamten Areals, den Lokschuppen verkauft. Ihre eigenen Pläne, dort vier geräumige Lofts mit einer Wohnfläche bis zu 350 Quadratmetern zu bauen, sind nicht aufgegangen. Sie wollten in die historische Hülle des Hauses ein vollständig neues Haus bauen. Als das nicht klappte, wollten sie den Lokschuppen von der Denkmalliste nehmen lassen und abreißen. Die Rostocker Denkmalpflege ließ es nicht zu.

Jetzt gehört die Immobilie der „Südstadt Wohnprojekt und Erschließungsträger“ GmbH, Gesellschafter ist ein mittelständisches Unternehmen aus dem Landkreis. Die Wohnprojekt-Firma setzt gerade die Sanierung mit Um- und Neubau des früheren Kleinen Hauses in der Eselföterstraße um. Sie will auch den Lokschuppen umbauen.

Vom Rostocker Architekten Thomas Jäntsch ist der Plan, den historischen Komplex zu einem Mehrfamilienhaus mit insgesamt 21 Wohnungen mit Terrassen oder Balkonen, Carports, Stellflächen sowie einem Kinderspielplatz umzugestalten. Und die gute Nachricht ist: Es darf sofort gebaut werden.

„Für den Standort Beim Lokschuppen 20-23 wurde mit Datum vom 2. Februar 2016 eine Baugenehmigung für das Vorhaben Umbau Lokschuppen zum Mehrfamilienhaus mit Carports erteilt“, erklärt Stadtsprecherin Kerstin Kanaa, dass alle Genehmigungen zum Umbau vorliegen.

„Dem Bauantrag des Bauherren wurde aus denkmalpflegerischer Sicht zugestimmt“, sagt Uta Jahnke von der Rostocker Denkmalpflege. Die Zielstellung für eine denkmalgerechte Sanierung des Lokschuppens, erklärt sie, sei vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege genehmigt worden.

„Das war ein langer Prozess, am Ende sind alle Auflagen erfüllt worden“, bestätigt die Amtsleiterin Michaela Selling. Aus ihrer Sicht könne es nun losgehen. „Jetzt liegt der Ball beim Eigentümer“, so Michaela Selling.

Die Stadt hat vor, das gesamte Gebiet zwischen Blücherstraße und Warnowarm am Mühlendamm aufzuwerten. Die Rostocker Gesellschaft für Stadtentwicklung (RGS) und die Stadtplaner haben gerade den Entwurf eines städtebaulichen Rahmenplans — einschließlich eines Uferkonzeptes — öffentlich vorgestellt. Dazu gehört auch, die frühere Fußgängerbrücke über den Wasserlauf zum Mühlendamm wieder aufzubauen.

Der Ortsbeirat Stadtmitte setzt sich seit Jahren dafür ein, das Verkehrsnetz in dem gesamten Bereich übersichtlicher zu gestalten. Vor allem ist es sein Wunsch, Fuß- und Radwege von der Blücherstraße bis zum Mühlendamm und entlang dem Wasserlauf zu schaffen.

Nur wenige Gebäude erinnern an Bahnhofsanlage

1850 wurde der Friedrich-Franz-Bahnhof gebaut. Mit dem Bau des heutigen Hauptbahnhofs wurde dort 1905 der Personen- und 1996 der Güterverkehr eingestellt. Das alte Bahnhofsgebäude ist heute eine Seniorenresidenz.

1998 kaufte die Wohnpark-Gesellschaft das Areal. Fast alle Bahnanlagen sind inzwischen verschwunden. Es stehen nur noch Stellwerk und Ringlokschuppen. Die früheren Güterabfertigungshallen wurden zu Wohnraum umgebaut.

Von Thomas Sternberg

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