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In nur acht Monaten zur leidenschaftlichen Lehrerin

Hansaviertel In nur acht Monaten zur leidenschaftlichen Lehrerin

Dorothea Ehlers lebt seit 87 Jahren in Rostock. Nach Kriegsende unterrichtete sie bis zu ihrem Ruhestand in der Unterstufe. Am Sonntag feiert sie ihren 90. Geburtstag.

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Am Sonntag feiert die Rostockerin Dorothea Ehlers gemeinsam mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln ihren 90. Geburtstag.

Quelle: Diana Süss

Hansaviertel. Einmal im Monat Rommé spielen, Vorträge im Begegnungszentrum anhören und jeden Tag Rätsel lösen — Dorothea Ehlers genießt ihren Ruhestand. An diesem Wochenende wird es bei der ehemaligen Lehrerin aber turbulent zugehen: Die Wellensittich-Liebhaberin wird 90 Jahre alt. Zum feierlichen Anlass gibt es mit Sohn Gerhard und dessen Frau sowie den Enkeln und Urenkeln ein Dinner im Hotel Neptun. „Einige Tage später werde ich noch im kleinen Freundeskreis feiern“, blickt Dorothea Ehlers voraus.

Die gebürtige Boizenburgerin kam als Dreijährige mit ihren Eltern nach Rostock. „Wir haben damals in der Kröpeliner Straße gewohnt und einen schönen Blick auf die Klosterkirche gehabt“, erinnert sich die 89-Jährige. Nachdem sie 1939 ihren Abschluss an der Oberschule am Goetheplatz gemacht hatte, begann sie ein Studium der Zahnmedizin. „Ich habe drei Semester lang studiert“, erzählt Dorothea Ehlers. Während des Krieges wurden jedoch alle Universitäten geschlossen, und die junge Frau arbeitete in einem Büro in Kühlungsborn. „Dort mussten wir die Flüge und Bombenabwürfe der Armee dokumentieren“, sagt sie. Mit dem Einmarsch der Roten Armee wurde sie entlassen.

Nach Kriegsende herrschte akuter Lehrermangel und Dorothea Ehlers entschloss sich zu einer Ausbildung. „Innerhalb von acht Monaten war ich Lehrerin der Unterstufe“, so die Rentnerin. Heute könne man sich das gar nicht mehr vorstellen. „Wenn ich an meine Enkelin denke, wie lange es dauerte, bis sie Lehrerin wurde.“

Rund 40 Jahre lang war Dorothea Ehlers mit Leib und Seele Lehrerin. „Ich habe sehr viel Zeit in meinen Beruf investiert“, erzählt die Jubilarin. Dies blieb nicht unbelohnt: Zu DDR-Zeiten wurde sie drei Mal ausgezeichnet. „Ich habe alle Pestalozzi-Medaillen erhalten“, erinnert sie sich. Die freie Zeit in den Sommerferien genoss sie mit ihrem Sohn Gerhard immer am Kühlungsborner Strand. An insgesamt vier Schulen in Rostock und Warnemünde hat Dorothea Ehlers unterrichtet. „Meine Schüler mochten mich“, erzählt sie mit strahlenden Augen. Und holt einen Stapel Gruß- und Einladungskarten aus ihrem Schrank, mit Aufschriften wie „Für die beste Lehrerin“. „Ich habe heute noch Kontakt zu einigen Schülern“, sagt Dorothea Ehlers nicht ohne Stolz.

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Diana Süss

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