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Inmitten einer Festwoche

Inmitten einer Festwoche

Das Schreiben dieser Kolumne fällt in die Zeit eines der beliebtesten jüdischen Feste überhaupt.

Das Schreiben dieser Kolumne fällt in die Zeit eines der beliebtesten jüdischen Feste überhaupt. Purim, der lustige jüdische Karneval, wird mit großer Freude und Kreativität in jeder jüdischen Gemeinde weltweit gefeiert. Ein kleiner Junge hat mal in einem Schulaufsatz sinngemäß über jüdische Feste geschrieben: „Erst wird uns immer erklärt, wie uns unsere Feinde vernichten wollten und am Ende wird viel gegessen und getanzt.“ Als allgemeine schematische Beschreibung trifft das für das Purimfest genau zu. Aber natürlich bedeutet das Fest für uns weitaus mehr als die Erinnerung an ein historisches Ereignis. Die Erzählung von der unglaublichen Rettung des jüdischen Volkes in einer entfernten persischen Provinz vor fast zweieinhalb tausend Jahren weckt geschichtliche und religiöse Illusionen. Ob diese Begebenheit den Beginn markierte für den ewigen, fast unerklärlichen Antisemitismus und unbegründeten Hass gegen Juden? Ob diese Begebenheit der erste vereitelte Pogrom in der Geschichte unseres Volkes war, dem allerdings unsäglich viele folgten, die es nicht zu verhindern gelang?

DENKANSTOSS

Juri Rosov ist Vorsitzender

der jüdischen Gemeinde

in Rostock.

Aber das Purimfest lässt uns nicht viel Zeit für traurige Gedanken. Es ist ein Gebot der Stunde zu feiern, zu lachen, zu tanzen und, was gerade unsere deutschen Gäste regelmäßig schmunzeln lässt, sich so zu betrinken, bis man Feind und Freund nicht mehr unterscheiden kann. Zum Fest gehören traditionelle Purimspiele. Gerade für Kinder ist es eines der schönsten Feste im Jahr: Sie verkleiden sich und dürfen mit speziellen Ratschen Krach machen.

Bei allem Feiern möchte ich nicht vergessen, meinen christlichen und muslimischen Freunden zu gratulieren, den einen zum Osterfest und den anderen zum Nouruz (Frühlingsfest). Und uns allen dazu, dass unsere Welt vielseitig und schön ist.

OZ

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