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Integration im Drachenboot: Rostock setzt sportliches Zeichen

Hansaviertel Integration im Drachenboot: Rostock setzt sportliches Zeichen

Rund 1200 Besucher kamen zum Tag gegen Rassismus in die Neptun-Schwimmhalle nach Rostock / 25 Paddel-Mannschaften traten gegeneinander an

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Drachenboot im Schwimmbecken: Die Fortbildungsakademie Wirtschaft paddelt gegen den Awo Jugend-Migrationsdienst.

Quelle: Fotos: Johanna Hegermann

Hansaviertel. Einen Tag nach den Anschlägen in Brüssel macht sich Rostock stark gegen Rassismus, gegen Gewalt und für Vielfalt. Mit einem sportlichen und fröhlichen Fest in der Neptun-Schwimmhalle. Geplant war die Veranstaltung schon lange. In der Hansestadt bildet sie den Abschluss für die internationalen Wochen gegen Rassismus, die vom 10. bis zum 23. März stattfanden. Doch vor dem aktuellen Hintergrund habe der Tag noch an Bedeutung gewonnen.

 

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Rostock als Hansestadt pflegt seine Tradition, weltoffen zu sein.“Anke Diettrich, Agentur für Arbeit

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„Gerade jetzt ist es wichtig, ein Zeichen dafür zu setzen, dass Rostock eine bunte Stadt ist“, betont Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). Eigentlich habe er in seiner Rede über den Ursprung des Tags sprechen wollen, der in den 1960er Jahren ins Leben gerufen wurde, nachdem sich in Südafrika die Apartheid massiv verschärfte. Doch Bockhahn war es nun wichtiger, die Attentate in Brüssel nicht unkommentiert zu lassen. „Wir stehen für ein starkes Miteinander und lassen uns nicht auseinanderbringen.“ Um das zu verdeutlichen, gebe es kaum bessere Mittel als Sport und Spaß.

Es wurde gemeinsam gegessen, Tischtennis gespielt und ein Rollstuhl-Parcours ausprobiert. Für Unterhaltung sorgten unter anderem ein russischer Chor und ein Kinderballett. Rund 1200 Menschen kamen zu dem Fest in der Schwimmhalle — darunter viele Flüchtlinge.

Auch Hassan Icharbootti und seine Frau Iamis Al-Obaid sitzen auf den Rängen. Seit drei Monaten sind sie in Rostock und leben in einer Flüchtlingsunterkunft in der Möllner Straße. „Wir sind vor dem Krieg geflohen und hatten eine schwere Reise“, sagt Icharbootti, der in Damaskus Englisch studiert hat. Das syrische Ehepaar hat im Deutschunterricht von dem Sportfest erfahren. „Wir hoffen, ein Zeichen für mehr Toleranz zu setzen. Deswegen wollten wir ein Teil davon sein“, so der 35-Jährige. Man habe sie in Rostock freundlich empfangen und mit Respekt behandelt. „Es ist eine sehr liebenswürdige Stadt“, fügt seine 26 Jahre alte Frau hinzu. Drachenboote kannten sie nicht, doch anfeuern wollten sie die Mannschaften trotzdem.

Die Hallen-Version des Wettkampfsportes gleicht einem Tauziehen im Wasser. Je zwei gegnerische Mannschaften sitzen sich pro Runde in einem Boot gegenüber. Sobald der Startpfiff ertönt, wird kräftig in See gestochen. Die stärkste Mannschaft, die das Boot in ihre Sitz-Richtung zum Beckenrand paddelt, gewinnt. 25 Mannschaften traten gestern in 34 Rennen gegeneinander an. „Sieg oder Niederlage stehen nicht an erster Stelle“, sagt Oliver Schubert, Moderator der Veranstaltung. Es gehe vor allem um den Spaß.

Aus diesem Grund ist auch eine Kurdin aus Bad Doberan angereist. Ihren Namen möchte sie nicht nennen. Vor 20 Jahren kam sie aus der Ost-Türkei nach Deutschland. „Schon damals herrschte Krieg zwischen Kurden und Türken“, sagt die 36-Jährige. Die Idee für die Veranstaltung findet sie stark. „Rassismus ist Unsinn. Es gibt keine Rassen. Es gibt nur Menschen, egal woher sie kommen“, hält die gläubige Muslimin fest. Sie habe vor allen Religionen Respekt. „So bin ich aufgewachsen.“ Probleme in ihrer neuen Heimat hat sie keine. Doch mit dem Besuch des Sportfests will sie sich für mehr Offenheit einsetzen.

„Rostock als Hansestadt hat eine lange Tradition darin, weltoffen zu sein und Gäste zu empfangen“, betont Anke Diettrich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rostock. Das Hansejobcenter hat gemeinsam mit der Agentur die Idee für die Veranstaltung vorangetrieben. Soziale Integration funktioniere auch über Integration in der Arbeit. „Unsere Aufgabe ist es, Menschen und Arbeit zusammenzubringen. Dabei sind Einheimische und Zugewanderte gleichberechtigt“, sagt Diettrich. Bereits jetzt seien mehr als 3600 ausländische Arbeitnehmer in Unternehmen der Region tätig.

Von Johanna Hegermann

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