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Internet-Pionier wird 25: Rostock surft immer schneller

Stadtmitte Internet-Pionier wird 25: Rostock surft immer schneller

Aus dem TV-Anbieter Urbana Teleunion ist eine der größten Web-Firmen des Landes geworden / Unternehmen investiert Millionen ins Netz

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Schnelle Netze für Rostocks Internet-Nutzer: Allein in diesem Jahr will die Urbana Teleunion fast eine Million Euro in neue Kabel investieren.

Quelle: Fotos: Lea-Marie Kenzler (4), Jan Woitas/dpa

Stadtmitte. In Sachen „schnelles Internet“ setzt die Hansestadt seit Jahren Maßstäbe: Rostock ist die einzige Großstadt in Deutschland, in der nahezu jeder Einwohner mit Hochgeschwindigkeit – mit bis zu 400 Megabit pro Sekunden – auf das weltweite Netz zugreifen kann. Möglich macht das eine regionale Erfolgsgeschichte: 1992 gründeten Hamburger Investoren und die sieben größten Vermieter Rostocks den Kabelnetz-Betreiber Urbana Teleunion. Aus dem TV- Versorger ist heute einer der größten Internet-Anbieter des Landes geworden. Das nächste Ziel: Die Urbana Teleunion will das schnelle Netz in noch mehr Haushalte bringen – auch im Umland, in Bad Doberan zum Beispiel.

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Aus dem TV-Anbieter Urbana Teleunion ist eine der größten Web-Firmen des Landes geworden / Unternehmen investiert Millionen ins Netz

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Wenn Geschäftsführer Bernd Huse über „sein“ Unternehmen spricht, über Vergangenheit und auch Zukunft, dann schwingt eine Portion Stolz mit – kein Wunder: „Wir in Rostock waren der Vorreiter für Internet über den Kabel-Anschluss“, sagt er. Bereits 1993 hatte die Urbana Teleunion gemeinsam mit den Stadtwerken getestet, ob sich Daten über die Leitungen senden lassen. „Das klappt hervorragend.“

Sieben Jahre später – im Jahr 2000 – ging das Angebot dann auch für „Privatkunden“ an den Markt: „Damals waren wir der erste Anbieter in ganz Deutschland.“ Und der Erfolg gab den Machern in Rostock recht: Nach fünf Jahren hatte die Teleunion bereits knapp 4000 Kunden gewinnen können. Heute sind es rund 50000. „Knapp die Hälfte aller Internet-Nutzer in der Hansestadt geht mit uns ins Netz“, ergänzt Jörg Pillath, ebenfalls Geschäftsführer des Unternehmens.

Dabei hat der Anbieter aus der Südstadt bewegte Zeiten hinter sich: „Die großen Vermieter sind seit Anfang an dabei“, sagt Huse. Doch der zweite Gesellschafter wechselte in den 25 Jahren häufig.

Anfangs waren Hamburger Investoren mit an Bord, zwischenzeitlich Tele Columbus, die Deutsche Bank oder auch der Veba-Konzern. Seit 2009 ist nun Kabel Deutschland an dem Rostocker Anbieter beteiligt.

Der Kabel-Riese wiederum gehört zum Vodafone-Konzern. „Rostock hat im Konzern eine Ausnahme- Stellung“, sagt Pillath. Denn die Tochter in der Hansestadt darf weiterhin weitestgehend autark arbeiten:

„Wir vertreiben die Angebote von Vodafone und Kabel Deutschland, aber wir haben nach wie vor eigene Techniker und einen eigenen Service vor Ort. Und wir entscheiden selbst, wo wir das Netz ausbauen.“

Rund eine Million Euro pro Jahr investiert die Urbana Teleunion in neue Leitungen. Huse: „Es geht nicht nur darum, noch mehr Kunden anzuschließen: Wir machen das Netz immer engmaschiger, damit wir allen Kunden stets die volle Bandbreite bieten können.“ Für die Zukunft sei das entscheidend: Die Internet-Nutzung nimmt zu, schon jetzt plant auch der Anbieter aus der Hansestadt mit neuen Angeboten: „Ein Thema ist beispielsweise die Betreuung von älteren Menschen.“ Eine Idee: Über ihren Fernseher sollen ältere Menschen künftig mit Verwandten, Ärzten und Freunden kommunizieren. Das Gerät erinnert an Tabletten, bietet Gesundheitstipps und vieles mehr. Auch die sogenannten „Smart Home“-Anwendungen sind ein Wachstumssegment: „Über das Internet lassen sich auch aus der Ferne schon heute Alarm- Anlagen, Heizung, Licht, Jalousien und sogar Küchengeräte steuern. Das ist die Zukunft“, sagt Huse. Schon jetzt plane die Urbana Teleunion daher den Ausbau des Netzes auf Bandbreiten bis zu zehn Gigabit pro Sekunde – damit ließen sich komplette Spielfilme in nur einer Sekunde runterladen. „Noch brauchen aber nur die wenigsten solche Bandbreiten“, so Huse.

Priorität für das Unternehmen hat ein anderes Thema: „Wir wollen auch die ganzen Neubau-Gebiete in der Stadt erschließen.“ Und Huse schaut auch ins Umland: „Bad Doberan ist für uns seit Jahren ein attraktiver Markt.“

Andreas Meyer

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