Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Jetzt kann die EM-Party starten

Stadtmitte Jetzt kann die EM-Party starten

Gastronomen, Veranstalter und Fans erwarten mehr Stimmung, wenn die K.o.-Spiele beginnen

Stadtmitte. Späte Anstoßzeiten, schlechtes Wetter, schwache Spiele: So richtig Stimmung ist in Rostock noch nicht aufgekommen zur Fußball-Europameisterschaft in Frankreich. Der große Andrang zum gemeinsamen Fußball gucken blieb in Biergärten, Kneipen, Clubs oder Hallen bei den ersten beiden Vorrundenspielen der deutschen Nationalmannschaft aus. Doch mit Beginn der K.o.-Phase am heutigen Sonnabend soll die EM-Party nun endlich losgehen, hoffen Rostocker Gastronomen, Veranstalter und Fans. Deutschland spielt morgen um 18 Uhr im Achtelfinale gegen die Slowakei.

„Wir laden seit 14 Jahren zum ,Public Viewing’, so leer wie dieses Mal war es noch nie. Und das, obwohl Eishalle, Moya und Iga-Park in diesem Jahr nichts anbieten“, sagt Andreas Häse, Chef der Konzert- und Werbeagentur Nordstar, die in diesem Jahr in die Ospa-Arena zum gemeinsamen Mitfiebern vor der Leinwand einlädt. Gerade einmal 450 bis 650 Zuschauer seien hier zu den ersten beiden Partien der Deutschen gekommen. Zum Vergleich: Bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren waren Eishalle (2000 Zuschauer) und Ospa-Arena (1500 Zuschauer) stets voll besetzt, sagt Häse. „Wir mussten immer viele Leute wegschicken. Davon sind wir in diesem Jahr weit entfernt.“ Auch die Fanmeilen in Großstädten wie Berlin blieben bislang leer: In der Hauptstadt kamen zum ersten Spiel 10000 statt 100000 Besucher.

„Ich habe die ersten beiden Deutschland-Spiele zuhause geguckt. Es herrscht noch nicht so die EM-Stimmung, was auch mit den Hooligan-Geschichten zu tun haben könnte“, erzählt Maria Methling aus Toitenwinkel. Den WM-Sieg der deutschen Nationalmannschaft vor zwei Jahren hatte sie mit Tausenden im Iga-Park gefeiert. „Das war eine geile Stimmung“, erinnert sich die 26-Jährige.

Ein zentrales „Public viewing“ hätte es in Rostock in diesem Jahr jedoch ohnehin nicht gegeben. Die Kosten dafür seien zu hoch, sagen potenzielle Veranstalter. Gema-Gebühren, Security, Technik oder Lizenzen – all das müsse bezahlt werden. Fußball- Fan Carolin Bergfeld (20) aus der Südstadt könnte sich ein Fanfest am Strand in Warnemünde gut vorstellen. „Da wäre der Zulauf sicher groß“, sagt sie. Doch Andreas Häse von der Nordstar-Agentur winkt ab. „Viel zu teuer.“ Die Kosten würden bei insgesamt 250000 Euro liegen, schätzt er.

Das Gemeinschaftserlebnis „Fußball“ bietet sich dafür nun in zahlreichen Kneipen und Clubs, zum Teil auch in Biergärten. Als Geheimtipp gilt das Cinestar-Kino „Capitol“ im Stadtzentrum. Hunderte Besucher zählte Theaterleiter Thomas Henselin hier bereits – deutschlandweit sei das Capitol damit das zweitbeste Haus unter 43 teilnehmenden Cinestar-Kinos. „Das ist ein hervorragendes Ergebnis bei der großen Konkurrenz in der Innenstadt“, sagt Henselin. Vor allem beim Polen-Spiel, als es stark regnete, kamen viele. „Ein großes Plus für uns ist das Wetter“, so der Theaterleiter.

Bei anderen Anbietern hat das dritte Gruppenspiel gegen Nordirland die Hoffnung auf mehr Stimmung geweckt. Auf dem Innenhof des Studentenkellers tummelten sich am Dienstag Hunderte Besucher vor der Leinwand. „Das gute Wetter hat sich sofort bemerkbar gemacht“, sagt Ralf Bogdan, Vorstandsmitglied im „Keller“. In der Ospa-Arena zählte Andreas Häse knapp 1000 Fans. „Wir hoffen jetzt am Sonntag auf ein volles Haus. Der Spieltermin ist gut, das fetzt.“

Mit vielen Besuchern rechnet auch die Rostocker Veranstaltungsagentur Goliath beim „Public view- ing“ vor der Musikmuschel in Graal-Müritz. Der Platz sei hier bereits beim Deutschland-Spiel am Dienstag voll gewesen; rund 400 Zuschauer fieberten gemeinsam mit. Auf einen Schub hofft Goliath-Geschäftsführer Frank Holle auch durch den Ferienbeginn in Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Für Carolin Bergfeld ist klar: „Wenn Deutschland über das Achtelfinale hinauskommt, kommen mehr Zuschauer und die Stimmung wird euphorischer.“ Davon ist auch Tom Poppe (30) aus Toitenwinkel überzeugt: „Jetzt wird’s besser.“

André Wornowski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Paris

Die Weltmeister fühlen sich bereit für das Gruppenfinale gegen Nordirland. Bedenken werden strikt zur Seite geschoben. Mit einem Sieg soll auch die EM-Stimmung in der Heimat angeheizt werden. Doch einen Automatismus für Erfolge gibt es nicht, warnt Stürmer Müller.

mehr
Mehr aus Rostock
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

DCX-Bild
Das sind sie: Unsere neuen Schulkinder (Teil 3)

Die OSTSEE-ZEITUNG hat, wie in jedem Jahr, alle Schulstarter in Rostock und dem Landkreis in ihren Schulen besucht.