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Jugendliche bewerfen Rettungskräfte mit Steinen

Lütten Klein Jugendliche bewerfen Rettungskräfte mit Steinen

Ärzte und Sanitäter des DRK eilen einem Mädchen zu Hilfe / Nach der Behandlung vor Ort greifen 20 Kinder und Jugendliche die Retter an

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Die Polizei war schnell in der Petersburger-Straße.

Quelle: Benjamin Vormeyer

Lütten Klein. Notfallhelfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sind in der Nacht zum Sonnabend zur Zielscheibe von gewalttätigen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen geworden. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) spricht von einem „Angriff auf den Rechtsstaat“. Er erneuerte umgehend seine Forderung, Übergriffe auf Einsatzkräfte mit härteren Strafen zu ahnden.

Es ist Freitagabend gegen 21.30 Uhr, als die Einsatzleitstelle des Rostocker Brandschutz- und Rettungsamtes einen Rettungswagen in den Nordwesten der Stadt nach Lütten Klein beordert. In der Nähe des „Sandparkplatzes“ in der St.-Petersburger-Straße braucht ein Mädchen, das dort mit Freunden und Bekannten unterwegs ist, dringende medizinische Hilfe.

Später ergibt sich aus den offiziellen Berichten der Polizei, des Innenministeriums und aus Angaben von Beteiligten: Es ist alles nur halb so schlimm, wie die Gruppe befürchtet hatte. Das Mädchen hyperventilierte. Wenige Notfall-Maßnahmen genügen, um es zu beruhigen, zu stabilisieren. Eine Einweisung ins Krankenhaus ist nicht nötig, entscheiden die Mediziner. Die Patientin habe Glück.

Die 20 Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen der Gruppe, mit der das Mädchen unterwegs ist, sehen das anders. Sie protestieren, beschimpfen die Rettungskräfte, beginnen zu randalieren. Als die Mediziner in ihren Rettungswagen steigen wollen, werfen die Minderjährigen und Jungerwachsenen mit Steinen, bedrohen die Lebensretter mit Glasflaschen. Per Funk setzen die DRK-Männer einen Notruf ab, die Polizei eilt herbei.

„Durch schnelles Handeln sind 14 Tatverdächtige ermittelt worden“, heißt es gestern in der Mitteilung des Schweriner Innenministeriums.

Die Polizei nahm 14 der 20 Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 18 Jahren fest. Bei drei Jugendlichen fanden die Beamten „betäubungsmittelähnliche Substanzen“. Außerdem sei bei einem der Jugendlichen eine sogenannte „Anscheinwaffe“ gefunden worden. Täuschend echt, wenn auch nur eine Softairwaffe zum Verschießen von Plastik-Kügelchen.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) verurteilt den Angriff auf Rettungskräfte scharf. „Wir müssen die Personen, die uns täglich schützen, selbst auch besser beschützen“, fordert er. „Der Schutz nach dem Strafgesetzbuch muss weiterentwickelt werden, um auch die Helfer in den Sanitätsdiensten, bei der Feuerwehr und dem Katastrophenschutz entsprechend einzubeziehen“, erklärt Caffier. Angriffe auf Rettungskräfte seien Angriffe auf den Rechtsstaat.

Inzwischen sind die Täter wieder auf freiem Fuß oder ihren Eltern übergeben worden. Es laufen Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs im besonders schweren Fall, der versuchten gefährlichen Körperverletzung, der Bedrohung sowie des Versuchs der Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel und der versuchten Sachbeschädigung.

OZ

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