Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Kein Badespaß im Hansaviertel: Altes Freibad wird abgerissen

Hansaviertel Kein Badespaß im Hansaviertel: Altes Freibad wird abgerissen

Eine Sanierung des Außenbeckens am Neptun-Bad ist vom Tisch / Die Stadt kann sich die Kosten von 13,7 Millionen Euro nicht leisten / Leidtragende sind auch die Rostocker Spitzensportler

Voriger Artikel
Äpfel, Sanddorn, Indianerbanane - was gedeiht an der Küste?
Nächster Artikel
Unbekannter belästigt Kinder in Treppenhaus

Das wir so handeln müssen, ist bedauerlich. Aber wir haben nicht das Geld für die Sanierung.“Roland Methling, Rostocks OB

Hansaviertel. 24 Grad, wenig Wind und Sonnenschein: Seit Tagen herrscht in Rostock perfektes Badewetter. Doch für alle, die nicht in Ostsee-Nähe leben, ist es gar nicht so leicht Abkühlung zu finden. Das Flussbad an der Warnow ist seit Jahren das einzige Freibad in der Hansestadt – und das wird auch so bleiben. Denn der Traum, dass die Stadt das alte Freibad am Neptun-Hallenbad saniert, ist vom Tisch. Und zwar für alle Zeiten: „Das Freibad im Hansaviertel wird zurückgebaut“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) jetzt der OZ. Im Klartext: Das Schwimmbecken im Freien wird zugeschüttet, der Sprungturm abgerissen. Eine Sanierung hätte sich Rostock nicht leisten können.

OZ-Bild

Eine Sanierung des Außenbeckens am Neptun-Bad ist vom Tisch / Die Stadt kann sich die Kosten von 13,7 Millionen Euro nicht leisten / Leidtragende sind auch die Rostocker Spitzensportler

Zur Bildergalerie

Seit 2012 habe das Rathaus bei Bund und Land um Unterstützung für die Sanierung des Außenbeckens an der Kopernikusstraße geworben. Aus Sicht Methlings mit guten Argumenten: Denn das alte Freibad sollte nicht nur für Hobby- Schwimmer in neuem Glanz erstrahlen – sondern auch für Deutschlands Spitzensportler. Neben einem Schwimmbecken, einem Bereich für Nicht-Schwimmer und Kinder sollten auch ein Bereich für Wasserspringer entstehen. Eine wettkampfgerechte Trainingsanlage im Freien. „Derzeit gibt es unseres Wissens nach keine adäquaten Trainingsmöglichkeiten in Deutschland, um sich auf die Olympische Spiele in Rio vorzubereiten. Dies ist sehr bedauerlich“, so Methling.

Rund 13,7 Millionen Euro hätte das Projekt nach ersten Berechnungen des Rathauses gekostet. Um die Betriebskosten ein wenig aufzufangen, wollte die Stadt auf dem Dach der Neptun-Halle großflächig Photovoltaik-Anlagen installieren, um den Sonnenstrom für das Bad zu nutzen.

„Insgesamt haben wir vier Varianten untersucht“, so der OB. Weil die Stadt aber bereits rund zehn Millionen Euro in die Sanierung des Hallenbades gesteckt hat und die stadteigene Wohnungsgesellschaft Wiro gerade eine weitere sechsstellige Summe in das Bad in Gehlsdorf investiere, sei das Projekt „Außenbecken“ ohne Geld aus Berlin und Schwerin nicht umsetzbar: „Leider befindet sich die Sportförderung des Bundes derzeit gefühlt auf dem Nullpunkt. Vielleicht wird ja nach Rio eine Besinnung bei den obersten Sportförderern Deutschlands folgen“, so Methling.

Für das Außenbecken im Hansaviertel kommt das zu spät. „Mit Blick auf die angespannte Haushaltssituation der Hansestadt haben wir Prioritätenlisten erstellt. Allerdings umfassen die fast ausschließlich Pflichtaufgaben im Sportbereich“, sagt Sportsenator Steffen Bockhahn (Linke). Das Außenbecken steht nicht auf den Listen. „Zur Sicherung der Anlagen wird das Becken verfüllt, der baufällige Sprungturm zurückgebaut.“

Bockhahn macht aber keinen Hehl daraus, dass die Stadt ein weiteres Bad dringend gebrauchen könnte: „Aus fachlicher Sicht wäre eine Erweiterung der Kapazitäten für das Sport-, Schul- und Freizeitschwimmen wünschenswert. Ob die Sanierung des Freibeckens oder ein dritter Standort für Schwimmhallen der geeignetste Weg sind, sei dahingestellt“, erklärt der Senator. Denn die Hallen- Zeiten, die in Rostock zur Verfügung stehen, seien für Vereins- und Freizeitsportler längst nicht mehr ausreichend. Die Vereine würden seit Jahren den Wunsch nach einer neuen Halle an die Stadt herantragen.

Der Stadtsportbund nimmt die Nachricht vom Aus für das Außenbecken gefasst auf: „Schade ist es auf jeden Fall“, so Geschäftsführer Roland Bothe. Aber: „Ein Außenbecken wäre nur in der warmen Saison nutzbar gewesen.“ Aus seiner Sicht mache es deshalb mehr Sinn, wenn sich die Stadt nun ernsthaft mit dem Bau einer dritten Schwimmhalle beschäftigen würde – idealerweise im Nordwesten. „Die könnten wir das ganze Jahr nutzen.“

Andreas Meyer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Rethwisch
In Hanstorf wird die Winterkirche innen und außen saniert. Der Altar soll vor dem Verfall gesichert werden.

Für 280 000 Euro kann der mittelalterliche Holzturm restauriert werden / In Hanstorf wird die Winterkirche saniert

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Supreme Surf auf der Erfolgswelle

Junges Unternehmen gewinnt Marketing Award /OZ-Nachwuchspreis geht an die Fahrrädjäger