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Kein Geld für die große 800-Jahr-Feier?

Rostock Kein Geld für die große 800-Jahr-Feier?

Wenige Tage vor dem Start des Jubiläumsjahres 2018 streitet das Rathaus um Geld für die 800-Jahr-Feierlichkeiten. Der Finanzausschuss will dem OB keine 2,3 Millionen Euro für die Party genehmigen - weil unklar ist, wofür die Stadt Geld ausgeben will.

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Die Countdown-Uhr zum Stadtjubiläum tickt: Offiziell feiert Rostock am 24. Juni 2018 erst Geburtstag. Doch Geld für die große Feier hat das Rathaus bisher nicht.

Quelle: Thomas Niebuhr

Rostock. In genau 25 Tagen beginnt Rostocks großes Jubiläumsjahr: 2018 wird die Hansestadt 800 Jahre alt – und will genau das groß feiern. Problem nur: Das Rathaus hat offiziell gar kein Geld für die Geburtstagssause. Der Finanzausschuss hat Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) und Finanzsenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) die geplanten 2,3 Millionen Euro verweigert. Frühestens im Haushalt 2018 kann nun Geld bereitgestellt werden. Doch wann der beschlossen wird, ist völlig offen. Am Donnerstag treffen sich der OB und sein Stellvertreter zum Krisengipfel im Rathaus.

Rund eine halbe Million Euro gibt die Stadt allein für die Mitarbeiter des Organisationsbüros aus. Zehn Personen sind dort mit der 800-Jahr-Feier befasst. Mit den ganz großen Höhepunkten haben die aber nur am Rande zu tun: Den MV-Tag Ende Mai organisiert eine private Agentur – mit Mitteln des Landes. Und für den Internationalen Hansetag im Juni zeichnet das Hanse-Sail-Büro verantwortlich. Umso überraschter reagierten auch die Mitglieder des Finanzausschusses, als das Rathaus nun um ihren Segen für 2,3 Millionen Euro bat. SPD-Finanzer Toralf Sens: „In einer Info-Vorlage aus dem März spricht die Stadt noch davon, dass sie rund eine Million Euro brauche. Jetzt sind es plötzlich mehr als zwei Millionen. Diese Diskrepanz konnte uns niemand erklären.“ Und weiter: „Die Zahlen sind auch nicht untersetzt. Nirgendwo steht, wofür genau das Geld ausgegeben werden soll. Wir haben das Gefühl, dass da einiges nicht rund läuft.“

Das sieht Dieter Neßelmann (CDU), der Vorsitzende des Finanzausschusses, ganz ähnlich: „Die Vorlage war nicht entscheidungsreif. Die Stadt hat es versäumt, uns gründlich darzustellen, wofür genau das Geld verwendet werden soll.“ Außerdem: „Wir können doch nicht einfach mal locker zwei Millionen Euro über den Tisch reichen. So funktioniert das nicht. Wir gehen hier mit dem Geld der Steuerzahler um.“ Nach der Kritik im Ausschuss hat der OB die Beschlussvorlage seines Finanzsenators übrigens zurückgezogen. Folge: Offiziell gibt es jetzt vorerst keine Mittel für die große Geburtstagsfeier der Stadt.

Die Kritik der Bürgerschaft kann der Rathaus-Chef nicht nachvollziehen: „Über die Inhalte der Vorbereitungen auf das Jubiläum wurde regelmäßig und detailliert informiert. Die Arbeit und die Projekte fanden bisher auch eine ungeteilte Zustimmung durch die Bürgerschaft und ihre Gremien.“ Doch in der Bürgerschaft wachsen die Zweifel, ob die Organisation so gut läuft, wie bisher gedacht: So plant die Stadt zwischen dem 21. und 24. Juni ein Riesenrad-Treffen. Und: Alle Rostocker sollten kostenlos mit den Fahrgeschäften fahren dürfen. Nun heißt es: „Die Planungen zu Teilnehmenden, Orten und Nutzungskonditionen sind aber noch nicht abgeschlossen.“

Andreas Meyer

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