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Kein Streit über Heiligtümer

Kein Streit über Heiligtümer

Es ist passiert. Am 26. Oktober 2016 hat die Unesco zum zweiten Mal eine Jerusalem-Resolution angenommen, die die Bedeutung des Tempelbergs für die Juden negiert.

Es ist passiert. Am 26. Oktober 2016 hat die Unesco zum zweiten Mal eine Jerusalem-Resolution angenommen, die die Bedeutung des Tempelbergs für die Juden negiert. Die erste Resolution wurde vor fast zwei Wochen verabschiedet und hat einen Skandal ausgelöst. Der von arabischen Ländern eingebrachte Text erwähnt nämlich selbst den Begriff „Tempelberg“ nicht. Es ist nur ein Berg, auf dem die für die Muslime heilige Al-AksaMoschee steht. Darüber hinaus wird in der Resolution lediglich der arabische Begriff für den Tempelberg benutzt. Letztlich führt dies dazu, dass Hunderte von Juden alltäglich nicht an der Klagemauer beten, sondern am „Al-Buraq-Plaza“.

Jeder, der mich persönlich kennt, weiß, dass ich sehr weit entfernt bin von religiösem Fanatismus und mich anderen Religionen oder Meinungen gegenüber tolerant verhalte. Dennoch haben diese Resolutionen meine Gefühle sehr tief verletzt. Erstens ist es für mich ein Beweis, dass demokratische Institutionen einfach ausgenutzt werden, um undemokratisch motivierte Entscheidungen durchzusetzen. Es ist einfach absurd, dass in diesem Falle eine Mehrheit von Vertretern arabischer Länder ihre zahlenmäßige Macht nutzt, um Fragen zu lösen, die über Entscheidungen solcher Gremien erhaben sind. Weder die Unesco noch eine andere Institution kann doch eigentlich über die heilige Verbindung des Judentums und des Tempelbergs befinden. Wird vielleicht beim nächsten Mal entschieden, dass die chinesische Mauer nicht zu China oder der Kreml nicht zu Russland gehört?

Zweitens zeigt uns all das, wie weit entfernt wir sind von einem Frieden im Heiligen Land. Einen der Gründe hierfür sehe ich darin, wie wenig bereit beide Seiten für einen Kompromiss sind. Bei jedem meiner Israel-Besuche bemühe ich mich, nach Jerusalem zu fahren, um an der Klagemauer für Frieden zu beten. Jetzt steht die Mauer selbst im Zentrum eines Konfliktes. Aber über Heiligtümer streitet man nicht.

OZ

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