Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Kein Zutritt zur Reezer Kapelle

Reez Kein Zutritt zur Reezer Kapelle

Nutzung untersagt wegen Einsturzgefahr / Gemeinde Dummerstorf plant Notsanierung

Voriger Artikel
Feuerwehr muss Flächenbrand am Tierfriedhof löschen
Nächster Artikel
Kleinkind allein im Auto eingesperrt

Wolfgang Kempf vom Freundeskreis Kapellenkonzerte Reez in der barocken Kapelle.

Reez. Sie thront auf einem kleinen Hügel im beschaulichen Reez. Durch das klassizistische Eingangsportal gelangt der Besucher in die im Stil des Spätbarocks ausgestattete, denkmalgeschützte Kapelle. Ein Kleinod, das nicht etwa der Kirche, sondern der Gemeinde Dummerstorf gehört. Sozusagen ein Erbstück, das der Großkommune Dummerstorf nach der Fusion mit der Gemeinde Damm zufiel.

OZ-Bild

Nutzung untersagt wegen Einsturzgefahr / Gemeinde Dummerstorf plant Notsanierung

Zur Bildergalerie

„Es war schon immer eine Gutskapelle“, sagt Wolfgang Kempf vom Freundeskreis Kapellenkonzerte Reez. 1770 hatte Graf von Flotow aus Anlass einer Hochzeit die knapp 30 Jahre zuvor eingestürzte Kapelle sanieren lassen. 1938 wurde hier wieder geheiratet und die Familie von Plessen, die hundert Jahre zuvor das Gut erworben hatte, investierte in die kleine Kapelle. Nach der Bodenreform wurden die Güterimmobilien der politischen Gemeinde übereignet. Die hat 1985 das Gebäude baulich instand gesetzt und in den Jahren nach der Wende auch innen Stück für Stück restauriert. Mit dem Stromanschluss kamen Bankheizung und Kronleuchter, das Chorgestühl wurde gestrichen und nachgeschnitzt, bunte Fenster wurden eingebaut.

Doch nun hat der Zahn der Zeit dem Haus wieder mächtig zugesetzt. Stuck fällt von der Decke, die hölzerne Dachkonstruktion ist durch Insektizide stark kontaminiert und an einigen Stellen marode. „Es besteht Einsturzgefahr“, sagt Bürgermeister Axel Wiechmann. Die Schäden am Dach müssen behoben werden. „Wir müssen eine Notsicherung vornehmen“, betont Wiechmann. Deshalb sei die Kapelle nicht mehr nutzbar.

Mitte März hat Pastorin Eike Borowski hier den vorerst letzten Gottesdienst gehalten. „Wir hatten hier Hochzeiten“, erzählt die Pastorin, die großes Interesse am Erhalt des Gebäudes hat. Am Heiligabend war die Kapelle stets gut besucht. „Wir freuen uns natürlich, dass die Kirchgemeinde den Raum hier nutzen kann“, sagt Borowski.

Seit einigen Jahren ist die Kapelle auch ein Ort für Kammermusik. Vier bis fünf Konzerte pro Jahr organisiert der Freundeskreis. „Die sind immer gut besucht“, berichtet Wolfgang Kempf. Es werde kein Eintritt genommen, nur um eine Spende gebeten. „Aber das ist nicht kostendeckend und wurde von der Kirchgemeinde und vom Freundeskreis immer gepuffert. Von der Gemeinde gab es einen kleinen Zuschuss“, sagt Kempf.

Dem Freundeskreis liegt viel daran, das Kleinod der Gemeinde zu erhalten. Die Kapelle liege an einem ausgewiesenen Pilgerzweig des Jakobsweges. „Das könnte man weiterdenken – eine kleine Herberge daneben errichten, Toiletten, dann wäre die Kapelle auch ganzjährig nutzbar.“ Vieles sei vorstellbar, aber der Eigentümer muss sich erklären. Doch die Gemeinde nehme das Kulturgut nur „als finanziellen Klotz am Bein“ wahr, meint Kempf.

„Wir sind zuerst für Schulen , Kindergärten und Straßen zuständig“, reagiert Bürgermeister Axel Wiechmann. Die Gemeinde hat ein Gutachten über den Zustand der Dachkonstruktion erstellen lassen. „Nun müssen wir ein Gutachten für die Notsanierungsmaßnahmen anfertigen“, erklärt Wiechmann. Zeitschiene und Kosten seien noch nicht bezifferbar. „Wir suchen einen anderen Eigentümer, der diese Kapelle unterhalten kann“, räumt der Gemeindechef ein und denkt dabei an eine Stiftung. Zuerst aber müsse das Gebäude gesichert und dann das Dach instand gesetzt werden. „Dann können wir über eine weitere Nutzung entscheiden“, betont Wiechmann. Der Freundeskreis indes wünscht sich mehr Kommunikation mit der Gemeinde.

Doris Kesselring

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Ausschuss: Geld für neues Theater suchen

Oberbürgermeister soll Plan für Finanzierung des Neubaus vorlegen / Kulturpolitiker stellen Antrag