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Kinder-Uni: Bei Schnupfen ab ins Bett

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Kinder-Uni: Bei Schnupfen ab ins Bett

Etwa 200 kleine und große Zuschauer waren gestern bei der Veranstaltung von OZ und Uni Rostock

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Redete über Schnupfen und hatte selbst welchen: Professor Attila Altiner hat etwa 200 großen und kleinen Zuhörern gestern bei der Kinder-Uni vieles über Viren erklärt, die die Nase „laufen“ lassen. Fotos (4): Ove Arscholl

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Schnupfen? Kann man nicht behandeln, sagt Professor Attila Altiner. Die jungen Studenten bei der Kinder-Uni schauen sich skeptisch an. Er klärt auf: „Das schafft unser Körper nämlich ganz allein.“ Ohne Hilfsmittel aus der Apotheke, die der „laufenden Nase“ nur Linderung verschaffen würden. Und das Tollste, wenn man Schnupfen hat? Man soll einfach zu Hause im Bett bleiben und sich ausruhen, rät der Mediziner und richtet sich damit an die Eltern. „Denn beim Niesen kann man andere anstecken.“

OZ-Bild

Etwa 200 kleine und große Zuschauer waren gestern bei der Veranstaltung von OZ und Uni Rostock

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Gestern Nachmittag hat der Mediziner und Dozent die erste Vorlesung für Kinder im neuen Semester gehalten. Und das, obwohl er selbst gerade verschnupft ist. Aber was ist eigentlich Schnupfen? „Da verstopft die Nase“, ruft ein Knirps. Ja, korrekt, meint der Professor und bringt die Kinder zum Staunen: „Es gibt 99 verschiedene Viren, die uns bekannt sind, die Schnupfen verursachen können.“

Boah! Deswegen bekomme man auch häufiger Schnupfen, weil man nicht auf Anhieb gegen alle diese Viren immun ist, erklärt der Arzt, der ohne den berühmten weißen Kittel vor den Kindern steht.

Ein Schnupfenvirus ist zudem auf uns Menschen spezialisiert. „Kein anderes Individuum kann das also so bekommen wie wir.“ In unserem Körper gibt es Bakterien und Viren. Beide hat Altiner für die Kinder in besonderer Weise abgebildet: Die Bakterie als Kartoffel mit Stoppelhaaren, Augen und Mund und — ganz klein daneben — das Virus mit vielen kleinen Armen. So ein Virus begibt sich auf eine Reise in unseren Körpern, erklärt Altiner. „Er kann sich nicht selbst fortpflanzen.“ Daher dockt er an unserer Schleimhaut an. Das Virus nimmt dabei stets etwas von der Zellwand mit. „Jede Zelle hat einen Bauplan, das Virus wandert hinein und die Zelle merkt das erst einmal gar nicht.“

Ganz interessiert hört der neunjährige Max zu. Wie sich Viren und Bakterien verhalten, habe er vorher gar nicht gewusst. „Ich finde das total spannend“, sagt er.

Ein Virus in einer Zelle sorgt schließlich dafür, dass ganz viele neue Viren in der Zelle gebildet werden. Und wenn man niest und sich die Viren wie bei einer Explosion verteilen, „ist immer ein Virus dabei, den der Körper noch nicht kennt“. Weil es ja so viele Schnupfenviren gibt.

Kinder sind übrigens häufiger von Schnupfen betroffen als Ältere. „Aber nicht, weil ihr ein schlechtes Immunsystem habt. Im Gegenteil“, beruhigt Attila Altiner seine jungen Zuhörer. Omas und Opas haben einfach schon mit viel mehr von den 99 bekannten Viren zu tun gehabt und seien eben dadurch gegen mehr Virenarten gewappnet als Knirpse. Antikörper besetzen nämlich die bösen Andockarme des Virus und klemmen sie ab — sie können in Zukunft also keinen Schaden mehr anrichten.

Kalte Füße seien in manchen Fällen übrigens tatsächlich für einen Schnupfen verantwortlich, erfahren die Kinder noch. Der Arzt-Tipp: „Setzt euch eine Mütze auf, dann werden eure Füße auch warm.“

Die nächsten Kinder-Unis

Wie das Salz in die Ostsee kommt, berichtet Chris Lappe vom Institut für Ostseeforschung in Warnemünde bei der nächsten Kinder-Uni, dem Projekt der OSTSEE-ZEITUNG und Uni. Am 25. Mai kann man erfahren, wie man Regenwald-Detektiv wird. Bei der Vorlesung vor der Sommerpause (29. Juni) geht es um die Frage, ob der Wolf ein Bösewicht ist.

Geeignet sind die Vorlesungen vor allem für Kinder ab sieben Jahren. Der Eintritt ist immer frei.

Nächste Kinder-Uni: 27. April, 15 Uhr, Audimax Campus Ulmenstraße

Von Claudia Tupeit

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