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Kinder-Uni: Daumen hoch für Süßes – und Bewegung

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Kinder-Uni: Daumen hoch für Süßes – und Bewegung

Holger Willenberg erklärte, warum wir Zucker im Körper auch brauchen

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Es gibt auch Organe, die Zucker brauchen – etwa das Gehirn, das Holger Willenberg seinen kleinen Studenten im Modell zeigt.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Zum Start des neuen Kinder-Uni-Semesters hat es gestern Nachmittag eine gute Nachricht für die vielen Knirpse gegeben: Süßigkeiten müssen nicht vom Speiseplan gestrichen werden. Im Gegenteil: „Einige unserer Organe brauchen sogar Zucker. Ganz ohne, wäre nicht sinnvoll“, erklärt Professor Holger Willenberg den etwa 400 Zuschauern im voll besetzten Audimax-Hörsaal.

 

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„„Was mich heute beruhigt hat, war, dass der Professor gesagt hat, dass man Zucker ruhig essen darf. Und da ich gern nasche, werde ich mich ab sofort einfach ganz viel bewegen.“Reinhard (9), Kritzmow

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„„Die Experimente fand ich dieses Mal besonders toll. Und das Modell vom Gehirn war spannend. Nach der Vorlesung habe ich Mama versprochen, abends nicht mehr zu naschen.“Lentje (7), Börgerende

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„„Ich habe beschlossen, jetzt noch mehr zu schlafen, damit ich gut wachsen kann. Ich nasche ja gern, aber ich spiele auch mehrmals die Woche Fußball. Also bewege ich mich viel.“ Kasimir (11), Pastow

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Der Facharzt für Hormon- und Stoffwechselmedizin hat sich zum Auftakt des Sommersemesters mit der Frage beschäftigt, warum süße Kinder nachts nicht wachsen. Und gleich zu Beginn seiner Vorlesung stellt er klar, dass diese Aussage so natürlich nicht ganz stimme. „Auch wer viel nascht, wächst.“ Nur eben unförmiger und vielleicht nicht ganz so gerade in die Höhe. Schuld daran sei das Insulin, ein Hormon. „Das fördert das Wachstum in die Breite, also den Fettaufbau“, sagt der Mediziner. Ganz im Gegensatz zum richtigen Wachstumshormon. „Wer aber zu viel Zucker isst, der hat viel Insulin im Körper und wächst eben eher über dieses Hormon.“ Vor allem, wenn abends kurz vor dem Schlafengehen noch fleißig genascht werde, sei das gar nicht gut. Weil die Verdauung dann sowieso langsamer funktioniere und der Zucker noch schlechter abgebaut werden kann. Das findet die sieben Jahre alte Lentje interessant. „Dann nasche ich jetzt einfach nicht mehr abends“, beschließt die junge Zuhörerin zum Wohlwollen ihrer Mama.

Bei einem speziellen Experiment zeigt der Dozent dann, wie viel Zucker in bestimmten Flüssigkeiten steckt. Dazu reicht er vier Kindern Becher, die zunächst nur mit Leitungswasser gefüllt sind. Dazu bekommen die Jungen und Mädchen einen Löffel und verschiedene flüssige und feste Stoffe, die sie im Wasser verarbeiten sollen: Himbeersirup, Krümeltee, Salz und Eistee. Nachdem seine Assistenten alles angerührt haben, nimmt er die Becher wieder entgegen. Jede Flüssigkeit füllt er in ein Reagenzglas um und lässt einen Schwimmer darin hineingleiten. Ein fünftes Reagenzglas ist mit Wasser gefüllt; der Schwimmer bleibt auf dem Boden.

Ganz gespannt beobachten die Knirpse nun, was mit den anderen Schwimmern passiert. Nach oben schnellt er vor allem beim Himbeersirup. „Ein Zeichen dafür, dass darin besonders viel Zucker steckt.“

Eis- und Krümeltee haben offensichtlich weniger von der süßen, klebrigen Masse, aber selbst beim Salzwasser bleibt der Schwimmer nicht auf dem Boden. „Das zeigt aber nicht, dass Salz süß ist, sondern dass es Kraft hat, also in ihm Energie steckt“, erklärt der Wissenschaftler, der zuletzt schließlich selbst noch Cola ins Reagenzglas füllt. Und wie nicht anders erwartet, steckt in der braunen Flüssigkeit ganz schön viel Zucker.

Erstaunt sind die kleinen und großen Zuhörer aber erst recht, als Willenberg ihnen erzählt, dass wir uns nicht nur jeden Tag bewegen sollten, sondern auch wie viel. „Wir Menschen sind von der Natur her darauf ausgerichtet, zehn bis 20 Kilometer täglich zu gehen.“ Gute, zuckerarme Ernährung allein reiche nämlich für ein tolles Wachstum nicht aus. Der Zucker im Körper gehe durch Bewegung nämlich in die Muskeln über.

„Aber reicht es aus, sich nach dem Naschen viel zu bewegen, um gut zu wachsen?“, wollen die Kinder wissen. „Nicht ganz. Auch frühes und langes Schlafen fördert das Wachstum über die Muskeln. Denn in langen Schlafphasen habe das gute Wachstumshormon viel Zeit, sich zu bilden.

Die nächsten Termine

Ob wir fröhlich, traurig oder wütend sind, verrät unsere Stimme. Darum geht es bei der Rostocker Kinder-Uni am 26. April. Am 31. Mai lautet das Thema dann „Warum gibt es auch auf dem Mars Vulkane?“ und bei der letzten Kinder-Uni im Sommersemester am 28. Juni geht es im Audimax um die Frage: „Wohin ziehen Vögel im Winter?“

Claudia Tupeit

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