Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Kinder profitieren von Gartenschau-Aus

GÜSTROW Kinder profitieren von Gartenschau-Aus

Da Güstrow nicht den Zuschlag bekommen hat, löst sich der Förderverein auf / Das Vermögen wird verteilt

Voriger Artikel
Pläne für Werftdreieck kommen auch bei Bürgern gut an
Nächster Artikel
Panzerfaust und weitere Granaten auf Baustelle gefunden

2012 waren die Vereinsmitglieder noch optimistisch, die Gartenschau nach Güstrow zu holen.

Quelle: Fotos: Christian Menzel, Mathias Otto

Güstrow. Es hätte so schön werden können: Unter dem Motto „Güstrow kann noch schöner werden“ sollte die Barlachstadt zur Landesgartenschau 2014 erblühen. Selbst ein Förderverein hatte sich gegründet, der die Planung voranbringen wollte. Die Landesregierung lehnte ab. Zurück bleiben resignierte Güstrower. Der Verein wurde nun aufgelöst. Die letzte Versammlung bezeichnete der Vorsitzende Olav Paarmann als Leichenschmaus. Denn das Vermögen wird nun gespendet und kommt der Kinderhilfe zugute.

OZ-Bild

Da Güstrow nicht den Zuschlag bekommen hat, löst sich der Förderverein auf / Das Vermögen wird verteilt

Zur Bildergalerie

„Viele Unternehmer und Bürger haben sich mehr als zehn Jahre mit der Landesgartenschau auseinandergesetzt. 2009 haben wir deshalb den Verein gegründet“, erinnert sich Paarmann. Zur Spitzenzeit sollen 60 Mitglieder gezählt worden sein. Hand in Hand mit Verwaltung, Bürgermeister und Stadtvertretung habe man konsequent auf dieses Ziel hingearbeitet. Die Brache vom ehemaligen Stahlhofgelände und der Bereich am Wall sollten einen großen Teil der Gartenschaufläche einnehmen. „Mittlerweile wurde dort gebaut und es sind Verbesserungen eingetreten. Mit der Gartenschau hätten wir diesen Prozess jedoch schneller vorantreiben können“, so Paarmann in seinem Fazit.

Nach der Absage durch das Land, sieht der Verein auch keinen Anlass, weiter zu existieren. Auf der Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr wurde der Verein mit der Liquidation beauftragt. „Wir waren sparsam und sind sorgsam mit dem Geld umgegangen“, sagt Schatzmeister Dieter Heidenreich. Einen Teil der insgesamt 60 000 Euro haben die Mitglieder etwa für eine Machbarkeitsstudie ausgegeben.

Übrig geblieben sind jetzt noch 12000 Euro. „Unsere Idee ist es, dieses Geld an Einrichtungen zu verteilen, die sich mit der Kinder- und Jugendarbeit beschäftigen“, so Heidenreich.

Jeweils 3800 Euro bekommen jeder Verein der Freunde und Förderer des Ernst-Barlach-Theaters, das Kinder-Jugend-Kunsthaus und der Weltladen. Was mit dem Geld geschehen soll, weiß Heidemarie Beyer, Vorsitzende des Theater-Vereins, schon jetzt: „Schulklassen auch außerhalb von Güstrow soll es ermöglicht werden, zu uns zu kommen, und auch Flüchtlingskinder. Wir werden die Fahrten zu den Veranstaltungen damit finanzieren.“

Für Bettina Korn, Koordinatorin des Kunsthauses, hat neues Material höchste Priorität. „Für unsere Werkstatt wollen wir Stechbeitel, Sägen und Akkuschrauber anschaffen“, sagt sie. Die Mitarbeiter vom Weltladen arbeiten eng mit den Güstrower Schulen zusammen. „Wir erklären den Kindern etwa, wie der faire Handel funktioniert. Wir wollen das Geld in verschiedene Projekte stecken“, so Charlotte Lüdin vom Vorstand. „Das ist ja wie Weihnachten. Das Geld kommt wie gerufen“, sagt Christian Köhn, 1. Vorsitzender vom Segelverein SV Einheit Güstrow. 500 Euro bekommt sein Verein. „Von drei Motorbooten sind kürzlich zwei ausgefallen und müssen repariert werden.“

Einen weiteren Versuch, die Gartenschau nach Güstrow zu holen, will der Förderverein nicht. Ganz umsonst war aber die jahrelange Arbeit der Mitglieder nicht. „Unsere Unterlagen liegen jetzt bei der Stadt. Ich denke, besonders für das Stadtplanungsamt werden sie interessant sein“, erklärt Olav Paarmann.

Erst eine Landesschau

In Mecklenburg-Vorpommern hat es erst eine Landesgartenschau gegeben. Im Jahr 2002 fand sie in Wismar statt.

Das Landeskabinett beschloss im Januar 2012, dass 2014 keine Landesgartenschau in MV stattfinden wird. Neben Güstrow hatte sich noch Putbus (Rügen) beworben. Keiner der beiden Bewerberorte hätte laut Argrarministerium die Voraussetzungen erfüllt. Zwar hätten beide Planungen eingereicht, diese hätten der finanziellen Prüfung durch das Innenministerium und durch die Kommunalaufsichtsbehörden aber nicht standgehalten.

Von Mathias Otto

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

DCX-Bild
Feierliche Immatrikulation an der Universität Rostock

Rund 3100 Studenten wurden am Freitag in Rostock neu immatrikuliert. Die Universität begrüßte die Neulinge in diesem Wintersemester mit einer Feier, bei der Bildungsministerin Birgit Hesse einen Festvortrag zur Bedeutung von Bildung hielt.