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Kindertag: Indianer und böse Träume

Kassebohm Kindertag: Indianer und böse Träume

Kinder feiern überall in der Stadt ausgelassen und fröhlich ihren Tag / Bei Ängsten oder Sorgen steht dem Nachwuchs in Rostock ein Netz von gekennzeichneten Notinseln in Geschäften oder Einrichtungen zur Verfügung

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Die Erzieherinnen Sabine Ziegert-Herbst (59) und Anika Jung (r., 27) der Europa-Kindertagesstätte in Kassebohm führen am Kindertag mit einer Gruppe von Nachwuchs- Indianern einen ausgelassenen Freudentanz auf.

Quelle: Thomas Sternberg

Kassebohm. Beim großen Indianerfest der Europa-Kindertagesstätte in Kassebohm herrscht eine fröhlich-ausgelassene Stimmung. Wie bei den richtigen Vorbildern wurden Freundschaften symbolisch besiegelt. Die mit einem Freundschaftsarmband verbundenen Kinder mussten gemeinsam sportliche Aufgaben meistern. „Und wir haben Traumfänger gebastelt“, erzählt die fünfjährige Elina. Die „Traumfänger“ schnappen sich alle bösen Träume und lassen nur die guten ins Kinderzimmer.

Anika Jung (27) leitet vertretungsweise die Einrichtung des Instituts Lernen und Leben (ILL). Seit zehn Jahren gibt es den Kindergarten, der zu den ersten gehörte, die das ILL in Rostock neu gebaut hat. „Wir betreuen 119 Kinder, die sich spielerisch der englischen und französischen Sprache nähern“, erklärt Anika Jung das Europa-Prinzip. Wobei das Kriegsgeschrei auch ohne Sprachkenntnisse zu deuten ist: sich selbst Mut und den anderen etwas Angst machen. Dazu gehört auch die Kriegsbemalung. „Die macht den Einbrechern Angst“, erklärt einer der größeren Jungen. Der Alltag lässt grüßen, denn gerade hat eine Einbruchsserie in der Wohnsiedlung viele Kassebohmer verunsichert (die OZ berichtet). Den Kindern bleiben diese Sorgen nicht verborgen.

Andersherum wissen auch die Erwachsenen, dass die Kinder auf ihren Wegen zu oder von Kindergarten, Hort, Schule oder Sportverein mitunter Schutz benötigen, weil unterwegs etwas passiert, das ihnen Angst macht. Darum gibt es in Rostock inzwischen ein ganzes Netz von Kinder-Notinseln. Dort wird den Kleinen bei größeren Problemen, aber auch bei den etwas kleineren Sorgen geholfen. Rowdys, aggressive Hunde oder hässliche Sprüche können ihnen Angst machen. Oder ihnen passiert ein Missgeschick – sie verlieren Handy oder Schlüssel. Auch dafür sind die vielen Notinseln da.

Tilo Kaiser, Direktor des Rostocker Ibis-Hotels, hat das Notinsel-Projekt 2010 in der Hansestadt initiiert. Inzwischen gibt es knapp 100 Anlaufstellen. Partner der Aktion ist der Kinderschutzbund.

„Unser Hotel war damals die erste Notinsel in Rostock, inzwischen sind viele dazugekommen“, sagt Tilo Kaiser. „Und in den beiden vergangenen Jahren haben wir die Idee aus der Hansestadt in den Landkreis getragen, und viele machen auch dort mit“, so Kaiser. Das Basketball-Team der Seawolves ist Botschafter dieser Idee in Rostock und der SV Pastow hilft im Landkreis.

Guido Eicher, Gastronom am Warnemünder Kirchenplatz, ist ein engagierter Mitstreiter im Kinderschutzbund. Er betreut dort die Rostocker Kinder-Notinseln. Das Mitmachen kostet kein Geld. Die einzige Voraussetzung ist, dass die Einrichtung durchgehend mit zwei Personen besetzt ist.

Während die kleinen Indianer in Kassebohm erschöpft zum Mittagstisch eilen, sind alle Sorgen weit entfernt. Auf dem Gelände ist nur Platz für Spiel und Spaß.

In Rostock mit seinen mehr als 200000 Einwohnern liegt der Anteil der Kinder im Alter bis zu sechs Jahren bei rund fünf Prozent. Wobei die Geburtenrate steigt. Sie lag zuletzt bei 2000 Geburten.

Kontakt: notinsel@kinderschutzbundrostock.de

Schnelle Hilfe bei kleinen und größeren Sorgen im Alltag

Mit dem Projekt Notinsel hat die Stiftung „Hänsel+Gretel“ die Initiative ergriffen und eine Möglichkeit geschaffen, Kindern in Notsituationen Fluchtpunkte aufzuzeigen. Das können Geschäfte, Bäcker, Metzger, Friseure, kleinere Supermärkte, Apotheken oder Banken sein, sofern sie sich bereit erklären, Kindern zu helfen, wenn diese Hilfe benötigen.

Jedes Partnergeschäft unterschreibt eine Selbstverpflichtung und erhält einen Notinsel-Aufkleber.

Eine Handlungsanweisung im Laden nennt die wichtigsten Rufnummern und erklärt den Mitarbeitern, was im Notfall zu tun ist. Auf diese Weise können Kinder in Not in die Geschäfte flüchten und sicher sein, dass sie dort Hilfe finden.

Thomas Sternberg

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